Aus dem Kompendium Deutschdidaktik (Koblenz).

Quelle

Aus der Einleitung:

„Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Fachdidaktik, eines sich verändernden (Ausbildungs-)Bedarfs oder sicherlich nicht auszuschließender Unzulänglichkeiten sollte das Kompendium als etwas Veränderbares oder zu Ergänzendes betrachtet werden. Insbesondere das sechste Kapitel („Öffnung des Deutschunterrichts“) darf als eine „Baustelle“ betrachtet werden, die beispielsweise durch Beiträge zum Stationenlernen, zur Projektarbeit oder zur Individualisierung/ Binnendifferenzierung abgeschlossen werden könnte.
Volker Vogt  (Fachleiter Deutsch am Staatlichen Studienseminar Koblenz)“

(…)

6 Öffnung des Deutschunterrichts
6.1 LDL-Didaktik – Lernen durch Lehren im Deutschunterricht
I LDL als Kritik an ‚konventionellen‘ Konzepten
Lernen erfolge hier, so die Vertreter des LDL Konzepts, insgesamt/ tendenziell
– oberflächlich, nicht effektiv, nicht nachhaltig/ verinnerlichend
– nicht vernetzend/ fächerverbindend, Überblick herstellend
– nicht individualisierend (auf unterschiedliche Lerntypen ausgerichtet)
– fördere Basiskompetenzen nicht angemessen: soziale (Kooperation, Kommunikation), methodische, Problemlösung
– stehe Selbstregulierung, autonomem Lernen im Weg
– sei nicht ganzheitlich
Das LDL-Konzept grenzt sich ab von einem
– instruktionistischem Ansatz (frontal, lehrerzentriert; zwar fachadäquat/ fachintensiv, strukturiert, im Lerntempo höher, aber nicht reagierend auf Anforderungen des individuellen Lernens)
– handlungsorientiertem Lernen, Klippert’schem Methodenlernen, trotz konzeptioneller Nähe aufgrund der Vielschichtigkeit (fachliche, methodische, soziale affektive Ziele)
II Aspekte einer Definition
– konsequent schülerorientierter Lehr-Lern-Prozess
– Verantwortung abtreten
– Information transformieren, aufbereiten, vermitteln statt Aufnahme von Information
– Phasenmodell: Initiierung (thematische Hinführung) – Organisation – Recherche, Auswertung, Entwurf – Präsentation – Reflexion/ Feedback – Benotung
– Propädeutik, Schlüsselkompetenzen entwickeln
III Lehrerrolle im LDL-Unterricht
– Manager, Helfer, Organisator
– Vorstrukturierer
– Bewerter der Gruppenarbeit, Präsentation, Produkte
– Eingreifen bei Gefahr eines Qualitäts-/ Ertrags-/ Ausrichtungsverlustes in Aufberei-tungs- und/ oder Präsentationsphase
IV Didaktische Begründungen
– LDL entwickelt Schlüsselkompetenzen/ ist kompetenzorientiert und ganzheitlich ausgerichtet:
– methodisch (Präsentation, Dokumentation, Sicherung, Moderation, Aufgaben …)
– sozial (Kommunikation, Kooperation, Teamfähigkeit)
– affektive Zugänge
– Lese-/ Textkompetenz
– Problemlösungskompetenz, strategisches Wissen
– Meta-/ Methodenreflexion
– Sekundärtugenden
– Verantwortungsbewusstsein
– LDL verbindet Fächer
– LDL erhöht Chancen auf individualisierten Unterricht (Lerntempo, Lerntyp, Neigung, Zugang)
– LDL vermittelt Kontrollgefühl (Fachgegenstand, Prozess …)
– LDL fördert explorative Haltung ((Bereitschaft, sich auf Situationen/ Inhalte einzulassen, die in hohem Maße von Unbestimmtheit gekennzeichnet sind)
V Kritik am LDL-Konzept
Unterricht nach LDL-Didaktik/ Prinzipien,
– läuft Gefahr, den Fachgegenstand unangemessen zu verkürzen und zu Oberflächlichkeit zu verleiten (Differenzierungs- und Strukturverluste als Folge)
– verhindert eine auf Vergleich setzende Beurteilung einer individuellen Leistung und macht es trittbrettfahrenden Schülerinnen und Schüler leicht
– bedingt einen in Anbetracht des Ertrages unangemessenen Vorbereitungsaufwand durch die Lehrerin/ den Lehrer
– ist nur für bestimmte Themen des DU geeignet, also nicht universell einsetzbar
– erfordert in der Umsetzung einen zeitlichen Aufwand, der die Behandlung weiterer wichtiger Themen des DU verhindert
– bedingt dem Konzept widersprechende Eingriffe der Lehrerin/ des Lehrers in die Planung und Präsentation bei fachlich falscher/ unpräziser, vom Thema abweichender, unstrukturierter Vermittlung
– überfordert die Gruppen; Schülerinnen und Schüler sind keine Methodiker bzw. Didaktiker, die in der Lage sind, stringente Lehr-Lern-Prozesse zu organisieren bzw. durchzuführen
– ist nur für Fächer geeignet, die über mindestens drei Unterrichtsstunden pro Woche verfügen
– hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die/ der Unterrichtende Leistungsver-mögen und Sozialgefüge exakt einschätzen kann
– ermöglicht insbesondere bei problematischer methodischer und didaktischer Aufbereitung nur den Präsentierenden, kaum aber der restlichen Lernenden einen Lernerfolg
– lässt außer Acht, dass für den Lernerfolg vorauszusetzende Kompetenzen (Lese-/ Textverstehen, Strategien zur Problemlösung, explorative Haltung …) oft noch nicht weit genug entwickelt sind
– wertet den Lehrerberuf ab
– muss ohne ein Konzept auskommen, wie die für den Erfolg des LDL-Ansatzes vorauszusetzenden Basiskompetenzen angelegt werden sollen!
VI Literatur
– Kelchner, R./Martin, J.-P.: Lernen durch Lehren. In: Timm, J.-P. (Hg.): Englisch lernen und lehren – Didaktik des Englischunterrichts. Cornelsen, 1998, S. 211-219.
– Martin, J.-P.: Lernen durch Lehren – ein modernes Unterrichtskonzept. In: Schulverwaltung Bayern. Carl Link-Verlag, 23. Jahrgang, März 2000, Nr. 3, S. 105-110.
– Becker, C.: Lernen durch Lehren als Unterrichtskonzept. In: Deutschmagazin, 6/2005, S. 1-16.
– Martin, J.-P.: Weltverbesserungskompetenz als Lernziel. In: Pädagogisches Handeln – Wis-senschaft und Praxis im Dialog, 6. Jahrgang 2002, Heft 1, S. 71-76.
http://www.ldl.de
– Martin, J.-P.: Warum LdL, 2002, S. 1-10.
– Becker, C.: Die Qualität von Schuhen bewerte ich danach, ob ich in ihnen gut laufen kann – Benotungsstrategien

Mein Kern-Mem

In den letzten Tagen habe ich vermehrt mein anthropologisches Modell und den Aufsatz „Weltverbesserungskompetenz…“  (aufsatz2002-2(2)) vermittelt, durch alle Altersklassen und Bildungsniveaus hindurch.
Zur Verbreitung des Artikels ist es sinnvoll, sich zunächst auf folgenden Abschnitt zu konzentrieren und die unbekannten Termini zu erklären:

1.1. Kontrollkompetenz, exploratives Verhalten und Problemlösekompetenz:
In der Psychologie wird die Kontrolle als zentrale Dimension menschlichen Erlebens betrachtet (Dörner 1983). Sie vermittelt der handelnden Person das Gefühl, dass sie das „Handlungsfeld im Griff“ hat und auftretende Schwierigkeiten meistern kann. Damit die Schüler Geläufigkeit beim Meistern unbekannter Situationen gewinnen, ist es günstig, wenn bei ihnen eine explorative Haltung systematisch aufgebaut wird. Unter explorativer Haltung versteht man die Bereitschaft von Menschen, sich in Situationen zu begeben, die ein hohes Maß an Unbestimmtheiten enthalten. Nun besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem explorativen Verhalten eines Menschen und seiner Problemlösefähigkeit. Die logische Kette lässt sich folgendermaßen beschreiben: explorative Menschen suchen Felder auf, mit denen sie nicht vertraut sind, und versuchen, sich in diesen Feldern problemlösend zu behaupten. Jede auf diese Weise gewonnene
Erfahrung wird zu einem abstrakten, kognitiven Schema verarbeitet. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Schemata, desto breiter die kognitive Landkarte. Eine breite kognitive Landkarte sichert Kontrolle über mehr Bereiche, sie ermöglicht eine schnellere Verarbeitung neuer Eindrücke und schützt vor emotionalen Einbrüchen. Sie sichert, dass neue Situationen erfolgreich bewältigt werden. Das Gefühl der Kontrolle festigt sich, das Selbstbewusstsein wächst und dadurch die Bereitschaft, unbekannte Bereiche anzugehen, also sich erneut explorativ zu verhalten. Wodurch bringt man aber Menschen dazu, sich explorativ zu verhalten?“

Falls jemand eine Übersicht für einen Vortrag braucht, sollte er diese Vorlage verwenden.

LdL-Basics Dezember 2014

Als Einstieg:

„Was Menschen brauchen, um glücklich zu sein“ (Anthropologische Basis, Video 40 Minuten)

Dann:

Vier Aufsätze (davon zwei kurze Blogeinträge).

Sie klingen zunächst furchtbar kompliziert wegen der Terminologie (=Begriffe), aber wenn man diese Fremdwörter verstanden hat, ist das ganz einfach. Schüler aus der Realschule in Meitingen haben die Artikel verstanden und die Inhalte ihren Lehrern im Rahmen eines LdL-Tages vermittelt (siehe Fotos unten).

Also:

1. Ein absolutes Muss:

„‚Weltverbesserungskompetenz‘ als Lernziel?“ (aufsatz2002-2(2))

2. Nächster Schritt:

„Konzeptualisierung als Glücksquelle“

3. Nächster Schritt (sehr komplizierte Terminologie, einfache Gedanken)

„Klassenraumdiskurs“

4. Für Fortgeschrittene:

„Lernziel Partizipationsfähigkeit und Netzsensibilität“

5. Überblick über die ganze Theorie

Wer sich in meine Theorie eineinbartein will, kann das Glossar durcharbeiten.

Das wär’s!

Und jetzt schön weiterverbreiten nach dem Prinzip LdL! Viel Spaß dabei!!!

Falls jemand eine Übersicht für einen Vortrag braucht, sollte er diese Vorlage verwenden.

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Isabelle Schuhladen Le Bourhis Foto

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Flow-Erlebnisse