Was ist LdL? Aus gegebenem anlass! #ldlmooc

Mein eintrag in facebook:

Noch einmal zur definition von LdL: ihr könnt selbst versuchen – wenn es euch interessiert – die unterschiede und gemeinsamkeiten mit anderen schülerorientierten techniken herausarbeiten… Zentral für LdL ist, dass die schüler eine hohe didaktische kompetenz entwickeln, bis hin zur erstellung eigener materialien, die sie nach ihren interessen zusammenstellen.
Und meine erfahrung ist, dass die höchste didaktische kompetenz dadurch erreicht wird, dass die schüler wissen, dass sie irgendwann vor dem plenum stehen und allen anderen möglichst spannend wissen vermitteln werden. Es ist die höchstmögliche anforderung, die ein schülerorientierter unterricht bieten kann. Und nur das kann schüler wirklich zwingen, das äußerste aus sich zu holen. Alle anderen kleingruppenverfahren sind weniger fordernd und daher auch weniger fördernd.
Zur definition noch einmal (aus wikipedia, habe ich natürlich selbst geschrieben): „Wenn Schüler einen Lernstoffabschnitt selbständig erschließen und ihren Mitschülern vorstellen, wenn sie ferner prüfen, ob die Informationen wirklich angekommen sind und wenn sie schließlich durch geeignete Übungen dafür sorgen, dass der Stoff verinnerlicht wird, dann entspricht dies idealtypisch der Methode Lernen durch Lehren (LdL).“

Peter Ringeisen klärt ein LdL-missverständnis.

Peter Ringeisen

(…)

6.) Ich glaube nicht, dass es eine Methode gibt, die von allen als ideal aufgefasst wird. Manche werden mit LdL gut zurechtkommen, andere nicht. Ich selbst habe früher phasenweise nach dem LdL-System zu unterrichten versucht, habe es dann wieder sein lassen. Vor einigen Jahren dann habe ich die ersten Videos dazu im Internet gesehen – Jean-Pol Martin hat schon einiges davon hier verlinkt. Da wurde mir klar, dass ich das System tatsächlich nicht verstanden hatte. Mir war vor 15 Jahren nicht klar, dass der Lehrer ständig involviert sein kann, wenn nötig; dass es sinnvoll und erforderlich sein kann, mehrmals zu intervenieren; dass es die Schüler keinesfalls stören muss oder es ihnen die Souveränität raubt, wenn man sie korrigiert. Mit diesen Erkenntnissen mache ich gerade einen neuen Anlauf, und ich empfinde das im Fremdsprachenunterricht als sehr positiv.
Dass LdL-Verfechter zunächst versuchen werden, Kritikern zu erklären, was sie nicht verstanden haben (wenn dieser Eindruck entsteht), ist doch nur verständlich. Wenn danach die Zweifel nicht ausgeräumt sind, dann ist das eben so. Man kann doch unterschiedlicher Ansicht sein. (…)

Sabine Strauss zur frage, ob die nichtlehrenden schüler bei LdL passiv bleiben. #ldlmooc

Sabine Strauss

  • Philippe Wampfler Ich fühle mich im Moment auch sehr von Punkt 1 der Kritik angesprochen, weil es u.a. auch mein Vorbehalt war, als ich mit dem Mooc begann. Im Gegensatz zu Laura Gabbiano bin ich ein kompletter Neuling in Sachen LdL, trotzdem kann ich das, was sie schildert, bereits nach nur einer Doppelstunde bestätigen.
    Die hatte ich gestern in einer 11. Klasse, in denen Schüler in 2er Teams die „Lehrenden“ waren. Ich bin immer noch am Verdauen der vielen Eindrücke, möchte aber hervorheben, dass es insbesondere die „Nicht-Passivität“ der restlichen Schüler war, die mich komplett erstaunt hat. Ich musste oft eingreifen, weil einige nicht besonders gut vorbereitet waren, das war aber nicht schlimm – sie haben ihre Rolle trotzdem sehr ernst genommen und mich, wenn sie in eine Sackgasse gerieten und ich nicht rechtzeitig reagierte, mit „Frau Schülerin Strauss“ aufgerufen. Meine verspätete Reaktionszeit hing allerdings häufig damit zusammen, dass ich, und da übertreibe ich jetzt nicht, völlig fasziniert war über die rege Beteiligung und die hohe Qualität der Beiträge.
    Der passivste war im Grunde immer nur der Schüler, der die Ergebnisse an der Tafel gesammelt hat und für den Part der Ergebnissicherung finde ich auch noch eine Lösung
    Vielleicht ist der Begriff „Lehrende“ tatsächlich nicht die perfekte Definition, sie hilft aber m.E. den Schülern begreiflich zu machen, dass sie bei ihrem Einsatz die Verantwortung dafür tragen, wie viel Interaktion in der Klasse stattfindet.
    Auch wenn es für mich noch zu früh ist, um zu beurteilen, ob LdL mein „Rezept“ für die Zukunft werden wird (da möchte ich noch mehr Erfahrung sammeln) – der Kritikpunkt 1 ist für mich jedenfalls restlos ausgeräumt…

 

Stoffsammlung und youtube. Bezieht sich auf oberstufe und uni. #ldlmooc

1. Der stoff und die stoffverteilung (oberstufe und uni)

In der 11. klasse habe ich mich nicht an den lehrplan gehalten, sondern einen überblick über die geschichte der welt mithilfe eines geschichtsbuches aus frankreich für dieselbe alterstufe (also 17 jährige) durchgeführt. Ich will keine zeit verlieren sondern nur lebensrelevanten stoff vermitteln. Gleichzeitig habe ich jede woche eine umfangreiche hausaufgabe (textaufgabe) über ein aktuelles thema aufgegeben, z.b. über wahlen in frankreich. Nebenbei wurde der lehrplan erfüllt…

2. Die vorbereitung durch die schüler/studenten

Zwei schüler/studenten behandeln einen kurzen abschnitt  aus dem buch. Ein schüler erstellt einen lückentext und der andere bereitet die vorstellung der inhalte vor dem plenum. Die präsentation soll motivierend und spannend sein, möglichst mit anschauungsmaterial (in diesem fall eine bibel und ein volume aus der enzyklopädie, die ich beide mitgebracht habe). Der lückentext wird in den wiki hochgeladen (im optimalen fall von den schülern selbst, sonst muss ich es machen).  Mit studenten ist es exakt dasselbe, nur dass ich andere bücher verwende.

Die Lückentexte

1. L’esprit des lumières

Les philosophes des Lumières étaient très……………….., mais tous se sont appuyés sur le………………… Leurs buts étaient la liberté, la tolérance et le progrès. Ils développent donc de la………………….et des nombreuses découvertes dans les sciences naturelles (les théories de l’origine des espèces et de la…………………..) et la physique (…………………….) ont été faites, qui donnent le sentiment à l’homme, qu’il possède…………………..et que………………….n’a plus de pouvoir. L’oeuvre, qui symbolise cela est……………………de Diderot et d’Alembert, qui montre que les philosophes veulent prolonger leurs pensées dans………………..

  • Vocabulaire

évolution – la pratique – curiosité scientifique – Dieu – l’électricité – différentes – encyclopédie – l’univers – rationalisme

Hier geht es weiter mit den lückentexten…

3. Die arbeit im klassenzimmer

Die klasse hatte eine scheinbar traumatische vergangenheit im fach französisch. Die schüler/innen hassten das fach und waren extrem zurückhaltend, auch vom temperament her. Eine große herausforderung für mich!:-) Um das video richtig im sinne von LdL zu verstehen, braucht man einen geschulten blick. Sonst findet man das alles grausam. Wichtig ist, WAS IN DEN KÖPFEN DER SCHÜLER PASSIERT! Und sie sind sehr konzentiert, stoffbezogen und lernen eine menge. Nur, dass es für den unvorbereiteten zuschauer gar nicht sichtbar ist!

Kein perfektionismus! Cool bleiben… #ldlmooc

Teilnahme am LdL-MOOC (von Angelika Mogk)

Teilnahme am LdL-MOOC.

 

„Der LdL-MOOC führt nicht nur eine spezifischen Methode vor, sondern er verbindet dabei auch mit der Frage was Lernen und Lehren eigentlich ist und wie es am effektivsten gestaltet werden kann. Denn das ist es was Lehrer eigentlich wollen: eine Optimierung von Lernen und Lehren.“

#ldlmooc in der ZUM (zentrale für unterrichtsmedien).

ldlmooc

Lauras #ldlmooc produkte.

1. Produkt: LdL-visualisierung

Foto

2. Produkt: LdL-hangout

 

 

Spannender Stoff bei LdL. Für den #ldlmooc Hangout nr.2.

Damit es nicht verloren geht, speichere ich das hier:

von Jean-Pol Martin, Donnerstag, 15. Mai 2014 um 19:32

Die fragen:

1. LdL Lern – Stoff für den Unterricht

2. Wie wichtig ist spannender Lehrstoff für LdL

3. Was ist spannender Lehrstoff

4. In welcher Form gebe ich den Lehrstoff an die Lernenden.

 

Prinzip produktorientierung

Alle unterrichtsaktivitäten sind projektstrukturiert. Am ende des prozesses steht ein produkt im mittelpunkt (z.b. die präsentation des neuen stoffes durch die schüler). Es ist sehr wichtig, dass die ergebnisse der gruppenarbeit (pdodukt) immer sichtbar für alle sind. Der LdL-unterricht schafft eine bühne für die schüler.

Der prozess

Das thema ist eigentlich die kommunikation bei LdL.

Die intensität und qualität der interaktionen (kommunikation) hängt von den inhalten und den aufgaben ab.

1. Vorbereitung des neuen stoffes in kleingruppen (2 maximal 3 schüler):

Die haltung der schüler ist proaktiv. Von anfang an blicken sie auf das ziel, nämlich ihre präsentation im klassenzimmer. Alle schritte, die sie planen, sind immer unter der perspektive: „ich werd vor der klasse stehen, diese inhalte einführen und diese techniken verwenden (klasse fragen, was sie schon wissen -> partnerarbeit, dann präsentation (wiki im internet benutzen), interview durch meinen partner vor der klasse, bild zeigen, pantomime durchführen, lied vorspielen).“ Mit dieser haltung wird der komplexe, neue stoff analysiert und verstanden. Diese vorbereitung erfolgt mit zuhilfenahme des internets (z.b. wikipedia). Der stoff wird reduziert (z.b. lückentext). All das immer mit blick auf die präsentation und einübung mit dem plenum. Die präsentationstexte werden ins netz hochgeladen (wiki).

2. Präsentation vor der klasse:

Die geplante strategie wird angewandt (z.b. gespräch zwischen napoléon und metternich). An die wand werden die wikiinhalte (stoffinhalte) projiziert. Die mitschüler werden gebeten, die inhalte zu wiederholen oder auf fragen zu antworten. Dann füllen sie unter anleitung der Lehrerschüler die lückentexte aus. In dieser phase (präsentation) brauchen die schüler „netzsensibilität“. Sie müssen leute aufrufen, die schon was über das thema wissen, sie müssen merken, wenn jemand was sagen will aber sich nicht traut, sie müssen loben und unterstützen, sie müssen NACHBOHREN UND SICH NICHT MIT EINFACHEN ANTWORTEN ZUFRIEDENGEBEN, das hebt die diskursqualität. Ich nenne das „dranbleiben“. Also „bleib an deinen adressaten dran, bis er alles gesagt hat, was er sagen kann und eigentlich sagen will.“ Wenn nichts spezielles (quizz, diskussion) vorbereitet wurde, kommt

3. die nächste gruppe dran.

Die inhalte

Nun zum stoff selbst: in der lehrbuchphase ist der stoff vorgegeben. Meist sind es gesellschafspolitische themen, die an sich sinnvoll und relevant sind. Aber man muss diese stoffe so bringen, dass sie die schüler auf der ebene ihres alltages ansprechen. Nach einer allgemeinen einführung empfiehlt sich, bestimmte rollen zu verteilen: der asylbewerber, der unternehmer, der polizist und der student. Welche politische position werden sie bezüglich eines konkreten themas (z.b. asylverfahren) einnehmen und warum. Sobald man aber die 10 klasse erreicht hat, habe ich als französischlehrer stets einen überblick über die geschichte von der antike bis zur gegenwart systematisch angeboten und natürlich auch textaufgaben über die aktualität, die sie zu hause anfertigen mussten. Die pyramide von maslow führe ich so früh wie möglich ein, also in der 9. klasse, wenn ich gerade eine habe. Die stoffe können gar nicht so komplex und umfangreich sein, dass ich die schüler wirklich satt kriege. Sie sind in der regel gierig und unersättlich, wenn sie schon mal blutgeleckt haben.
Spannende Inhalte:
1. Präsentation der UNO in der Oberstufe  Film des goethe instituts aus der reihe schule im wandel

LdL-Visualisierung von Raffaelina Rossetti.

Raffaelina Rossetti

Einige ergänzende Worte: Alles „Gelbe“ soll Lerninhalt sein. Die Mehrarbeit zeigt sich durch die viel größere Fläche des Contents, die auch viel komplexer ist im Vergleich zu Non-LdL. Jeder Teilnehmer hat schon verinnerichte Lerninhalte bei sich (kleine gelbe Wolken bei jedem), die er in den Prozess einbringt. Der Lehrer hat mehr „Wissenspakete“, da er den Prozess initiiert und unterstützt. Das durch LdL Gelernte bleibt auch lange Zeit präsent, wenn auch individuell unterschiedlich intensiv.

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