Anita again!

Ich habe den ganzen Artikel im Spiegel gelesen. Es kommt selten vor, dass ich so lange Texte am Bildschirm lese.

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass wenn man mal anfängt, dir zuzuhören (aktuell Intervews Educamp 14) , sich auf deine Beiträge und Videos zu Themen wie Infoverarbeitung, Flow, Emergenz, Konzeptualisierung Glück und vielem mehr einzulassen , dann kommt man irgendwie nicht mehr zur “Ruhe” und ich erinnere mich stets aufs neue an die Aussage von Kristina Lucius, dass man bei dir geistigen Sprengstoff findet. Ja, den findet man immer wieder neu, vorausgesetzt, man lässt die enthaltenen Informationen zu. Darum geht es mir hier.

Educamp 2014, Intervew mit Christian Spannagel: Wie wird der Mensch glücklich….. Du nennst dabei Informationsverarbeitung als wichtige Voraussetzung, die Menschen glücklich macht rsp. machen kann. Da pflichte ich dir 100 Pro zu. “Informationsverarbeitung” als Einstieg zu einem Prozess, der dann fast zwangsläufig eine Eigendynamik entwickeln muss: Infoverarbeitung – flow – Emergenz – Konzeptualisierung und dem, ich nenn es für mich “in diesem Prozess glücklich unterwegs sein”. Bei dem Begriff Inforverarbeitung bleib ich stets hängen. Für mich gibt es noch ein “Davor”, nämlich das “Zulassen von Information”.

Wenn ich versuche dein Konzept auf unsere Gesellschaft zu übertragen, dann stell ich immer wieder fest, dass ganz viele Leute gar nicht an wichtigen und für alle von uns relevanten Informationen interessiert sind. Beispiel Klimaveränderung, Umweltverschmutzung u.a.m. Dabei ginge es ja nicht nur um das oft dargelegte Horroszenarium aus Boulevardpresse und TV. Oft werden sogar wichtige Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung aufgezeigt. Also hervorragende Informationen/Themen mit hervorragenden Inhalten. Diese erreichen einen Grossteil der Menschen aber gar nicht. Irgendwie hängt man ab, sobald es schwierig oder unbequem wird. In einer Schulklasse, in einer Gruppe, mit der du arbeitest, hast du eine Möglichkeit, die Leute zu erreichen, sie kommen zu deinen Kursen, weil sie Interesse haben. Schüler müssen wenigstens mal ein Examen machen 🙂 Aber das darf ja nicht der einzige Grund sein, sie zur Informationsverarbeitung zu animieren.

Ich erinnere mich an meine Arbeit als Erziehungs- und Familienberaterin. Wir veranstalteten regelmässig kostenlose Abendkurse für Eltern von pubertierenden Jugendlichen. Den Kurs besucht haben Eltern, die sowieso grosse Fähigkeiten hatten zu reflektieren und sich auch ohne Kursbesuch mit dem Thema auseinander setzten. Im Fokus hatten wir jeweils aber genau die anderen, aber die kamen nicht. Na ja, damit muss man zurechtkommen.

Deine Konzepte und LdL, liefern immer wieder guten Gesprächsstoff beim Zusammensein mit Freunden. Dafür hier wieder mal herzlichen Dank.

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6 Antworten

  1. @Anita
    Informationen verarbeitet man vor allem in situationen, die existentiellen druck erzeugen. Daher mein rat, dass man sich bewusst in kontexte begibt, die einen zwingen, geistig zu arbeiten. „Ohne not denkt der mensch nicht“, sagte, glaube ich, bertolt brecht. Auch ich höre ungerne anstrengende und komplizierte informationen über den klimawandel, z.b. Um mich zu zwingen, intellektuell zu arbeiten, habe ich philosophiekurse als ungelernter in der vhs angeboten. Ich wusste, nur so werde ich mich intensiv in dieses gebiet einarbeiten. Und ich war jahrelang tatsächlich permanent unter druck, fühlte ich vor jedem kurs „existentiell“ in not und nach den sessions sehr, sehr wohl, weil ich diese hürde genommen hatte. Antworte ich ein bisschen auf deine beschreibung?

  2. Tja, der Sprengstoff war nötig, um die ersten Steine aus dem Weg zu räumen, die das Denken blockiert hatten. 😉

  3. @jeanpol
    Ja Brecht war doch einer, der die tiefen Abgründe menschlicher Existenz geschaut hat. Er(?) wusste auch, dass zuerst das Fressen und dann die Moral kommt.

    Wenn du als Ungelernter ein nicht ganz einfaches Fach unterrichtet hast, dann hast du eigentlich LdL an dir selbst praktiziert. Vorausgesetzt ich habe LdL richtig verstanden. Du musstest doch genau betrachtet, auch denn ganzen von dir mehrmals beschriebenen Prozess selbst durchlaufen, der da u.a. heisst: Informationsverarbeitung – Flow – Emergenz und vor allem konzeptualisieren. Ohne den letzten Punkt ginge es ja schon gar nicht. Du wärst vom Hundertsten uns Tausendste gekommen, das ganze wäre zusammenhangslos, unverständlich und verzettelt dahergekommen und die Leute wären dir wahrscheinlich davon gelaufen. Menschen ohne klaren Konzepte hört niemand gerne lange zu. Dieser Prozss allein müsste dich eigentlich glücklich gemacht haben, obwohl er sicher sehr viel Druck bei dir erzeugt hat. Du hast deine eigenen Konzepte bei dir angewendet rsp. gelebt. Es sind letztendlich genau die Dinge, die sich auch unter deinem „Lebenswerk“ subsummieren und schliesslich zu deiner Berühmtheit geführt haben. (darüber haben wir früher diskutiert, als ich deine Beiträge nicht als einzelne sondern als ein zusammenhängendes Ganzes beschrieb). Ich meine, dass in deinem „Lebenswerk“ zwanglsläufig eigene Erfahrungen enthalten sein müssen, sonst hättest du es nicht so schreiben können, sonst bringt man sowas nicht zuwege. That’s it!! So sehe ich es.

    Na ja, vielleicht sehe ich das Ganze nicht so sehr klar. Auf jeden Fall bin ich mit Brecht nicht widerspurchslos einverstanden, wenn er sagt „ohne Not denkt der Mensch nicht“. Man müsste diese Not genauer definieren, mit Inhalt füllen. Was du getan hast bezeichne ich nicht als Not sondern eher eine Herausforderung an dich selbst. Sich selbst, in freier Entscheidung einer solchen zu stellen, das können nicht alle Menschen. Eine solche Herausforderung muss aber wohl zwangsläufig zielgerichtet sein. Der Weg selbst wird zum Ziel oder ist wenigstens ein wichtiger Teil davon, und der verschafft einem selbst Glücksmomente, macht einfach glücklich, nämlich genau das, worauf du in Beiträgen, Videos und Interviews immer wieder hinweist. Vielleicht könnte man hier glücklich sein bessser mit „Zustand eines tiefen zufrieden seins“ übrsetzen? Letztendlich ein wichtiger Bestandteil derjenigen Ressourcen, die schliesslich zu neuen Herausforderungen befähigen? Voilà !

  4. Ja, perfekte umsetzung meiner theorie und volles verständnis für mein vorgehen, liebe Anita! Genau so wie du es beschreibst ist es!

  5. … Und wenn ich nochmals eine Schulklasse hätte, ich würde definitiv LdL praktizieren wenn immer möglich. Bleibt mir nur, es in der Weise anzuwenden, wie du es eigentlich vomachst.

  6. Danke, danke, danke! Ein schöner lohn für mich!

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