Georgianum: warum wir ein Haus der Geistesgeschichte brauchen.

Im Ingolstädter Wahlkampf wird von Veronika Peters, der Kandidatin der SPD und neben dem CSU-Kandidaten aussichtsreichste Bewerberin auf das Oberbürgermeisteramt der Stadtregierung vorgeworfen, sie vernachlässige die Seele der Stadt. Ein Blick ins Netz (Wikipedia) liefert folgendes Definitionselement zum Begriff „Seele“ „(…) Träger des Lebens eines Individuums und seiner durch die Zeit hindurch beständigen Identität“. Und in der Tat: wer Ingolstädter Bürger oder Besucher nach der Identität der Stadt fragt, erhält sofort die Antwort „Audi“! Ist Audi die Seele der Stadt? Wurde Ingolstadt im Dezember 1945 geboren, als das „Zentral Depot für Auto Union Ersatzteile“ gegründet wurde? Sind Ersatzteile der Ursprung unseres Denkens und Fühlens, unseres Sinnes für Kontinuität, Kohärenz und Sinn? Wenn nicht, wo können wir der Seele von Ingolstadt begegnen? Da und dort liest man Namen wie Apian oder Scheiner, Johannes Eck oder Ickstatt… Sind diese Leute, die offensichtlich bekannte Persönlichkeiten und Denker waren, erst nach 1945 hierher gezogen? Wo kann man sie treffen? Sich über sie informieren?  Um glücklich zu sein, brauchen Menschen bekanntlich materielle Güter wie Essen, Wohnung, Kleidung. Darüber hinaus soziale Kontakte. Sie müssen sich selbst verwirklichen können. Was sie aber vor allem brauchen, ist Sinn!  Als Ingolstädter Bürger schaffe ich mir natürlich meinen individuellen Sinn, zusammen mit meiner Familie. Aber ich lebe in einer Stadt. Auch die Stadt schafft, ob sie es weiß oder nicht, ob sie es will oder nicht, Sinn für ihre Bürger. Woher kommt Ingolstadt? Was ist Ingolstadt heute? Und wohin steuert Ingolstadt in der Zukunft?

Zur ersten Frage: woher kommt Ingolstadt? Wir brauchen einen Ort, der uns rasch, übersichtlich und dynamisierend eine Antwort liefert. Die Denker, die hier gelebt haben, waren Optimisten, Abenteurer des Geistes, Abenteurer überhaupt (unsere Jesuiten waren hochgeachtete Berater am Hof des Kaisers in Peking). Wo kann ich diese Denker treffen? Wo kann ich mich von ihnen inspirieren, anregen, motivieren lassen?

Wir brauchen einen Ort, und dieser Ort muss das Georgianum sein!

4 Antworten

  1. […] Jean-Pol, warum ist deine Idee so interessant mal ganz unabhängig von der konkreten Nutzung des Georgianums), denn […]

  2. […] sie sich: Henry Okorafor, Akinyi Bittner und Kellya Clanzig bestimmen beispielsweise mit, was ins Georgianum einziehen […]

  3. Habe eben zum ersten Mal die Verbindung Audi – Ingolstadt gemacht. War mir nicht klar. Audi irgendwie am Rande meines Bewusstseins….

  4. Geschichte bietet mehr Stoff als man ahnt!

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