Ressourcenorientierung und Wow-Effekt!

Resume Begonnen hat es 1981, als ich Schüler den Unterrichts selbst gestalten ließ und veblüfft war von dem Ergebnis! Wow! Auch die Öffentlichkeit war beeindruckt. Ähnliche Verblüffung vor kurzem mit dem Projekt von SchülerInnen aus der Herschelschule… Und jetzt: Asylbewerber: Wow!

1. 1981-2009: die SchülerInnen unterrichten sich selbst

Zunächst war es eine Schnapsidee (ich hatte sie aus dem Buch eines Didaktikerkollegen entnommen). Ich wollte, dass meine Schüler im Französischunterricht mehr sprechen und ließ sie zunächst die neuen Wörter, dann die neue Grammatik, die neuen Texte und schließlich die ganze Lektion sich gegenseitig vermitteln. Die Erfolge waren verblüffend und es wurden Filme über meinen Unterricht gedreht, Fernsehsendungen gestaltet, die Schüler selbst führten Lehrerfortbildungen durch! Meine Methode wurde breit rezipiert, in Deutschland, aber auch in ganz Europa, ja in der ganzen Welt!:-)) Die Erfolge beruhten auf dem Wow-Effekt: nie hätte man Schülern diese Fähigkeiten und Leistungen zugetraut!

2. 2013: SchülerInnen aus der Herschelschule als Ingolstadt-ExpertInnen

Nach meiner Pensionierung wurde ich mit dem Thema „Integration“ befasst. Ein gewisser Herr Sarrazin war der Meinung, dass im Allgemeinen die Zuwanderung uns Deutschen nicht gut tut. Die Leute seien einfach zu ungebildet und unwillig, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Das könne man am Leistungsniveau der Jugendlichen mit Migrationshintergrund feststellen. In Ingolstadt erhielt ich die Möglichkeit, mit einigen freiwlligen SchülerInnen „mit Migrationshintergrund“ einen Crash-Kurs über die Basics unserer Stadt durchzuführen. Nach zwei Monaten hatten sich die SchülerInnen auf der Grundlage von Recherchen und Interviews ein profundes Wissen über zentrale Themen von Ingolstadt angeeignet. Sie hielten Vorträge vor diversen Honoratioren, vor der Presse und vor Fernsehredakteuren. Alle waren verblüfft! Wow! „Wir hätten nicht gedacht, dass Schüler in der Lage sind, sich ein solches Wissen anzueignen und vor einem anspruchsvollen Publikum zu präsentieren!“

Bild: Tiefere Einblicke in die Stadtgeschichte. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Gestern Vormittag stellten zehn Schüler der Sir-William-Herschel-Mittelschule, die am Projekt „Ingolstadt Expertise“ teilgenommen hatten, ihre Ergebnisse vor. Initiiert worden war das Projekt von Prof. Jean-Pol Martin von der Freiwilligenagentur.Ingolstadt (DK) Gestern Vormittag stellten zehn Schüler der Sir-William-Herschel-Mittelschule, die am Projekt „Ingolstadt Expertise“ teilgenommen hatten, ihre Ergebnisse vor. Initiiert worden war das Projekt von Prof. Jean-Pol Martin von der Freiwilligenagentur.

Zum Artikel im Donaukurier + IN-TV Bericht: HIER klicken!

3. Asylbewerber

Vor einigen Monaten sind Asylbewerber aus verschiedenen Ländern nach Ingolstadt verteilt worden. Darunter eine kleinere Gruppe von Kongolesen, zu denen ich einen engeren Kontakt pflege. Auch hier habe ich mit Wow! reagiert. Diese Personen sind zum Teil hochqualifiziert, sehr motiviert, hier Fuss zu fassen, diszipliniert und bereit, große Schwierigkeiten auf sich zu nehmen, um in Würde zu leben. Für uns ökonomisch gedacht sind sie „wertvolle Ressourcen“.  Allerdings müssen wir dies erkennen und entsprechende Auffangsstrukturen schaffen. Jeder von uns weiß, wie wichtig es ist, die Qualifikation durch permanentes Üben aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Nun sieht das Asylgesetz vor, dass Asylbewerber erst nach Annahme ihres Antrages arbeiten dürfen, also frühestens nach einem Jahr. Wer von meinen Lesern könnte sich erlauben, ein ganzes Jahr ohne Kontakt zu seinem Arbeitsfeld zu verbringen. Nicht wenige Asylbewerber sind Ingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte… Die Leute sind Wow! Aber wir müssen dafür sorgen, dass die Leute auch Wow bleiben! Mein Vorschlag: eine Gruppe von Unternehmern sollte sich bereit erklären, diese Personen auch ohne Lohn in ihren Firmen arbeiten zu lassen. Damit ihre Fachkompetenzen nicht verkommen!

Fazit  Menschliche Ressourcen sind überall vorhanden. Oft erkennen wir sie nicht. Wir unterfordern unsere Schüler, unsere Zuwanderer und unsere Asylbewerber. Arbeit macht glücklich! Alle freuen sich auf Arbeit!

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