Wie ich als Schüler dem Mobbing entkam…

Auszug aus meiner Biographie

„(…) Nun verhält es sich so, dass in den unteren Hierarchierängen in einer Gruppe sehr genau differenziert wird. Für denjenigen, der noch jemanden unter sich hat, gibt es Hoffnung. Er beobachtet präzise, wie der noch Niedrigere behandelt wird und wie mit dem umgegangen wird, der direkt über ihm liegt. Das sind die beiden Orientierungsmarken. Das Wohlbefinden hängt davon ab, dass der Untere deutlich mehr leiden muss als man selbst und dass der direkt über einem gar nicht viel besser behandelt wird als man selbst. Und so arbeitet man sich schrittweise hoch. Man nähert sich dem Ranghöheren, indem man sich mit jemandem gutstellt, der über ihm liegt. Das klingt kompliziert, aber diese Strategien bestimmten meinen Alltag. Um den Qualen des Mittags- und Abendessens zu entgehen, bat ich die Aufsicht, mich an einen anderen Tisch zu versetzen. Und ich hatte das Glück, dass ich an den Tisch der Abschlussklasse gesetzt wurde. Dort konnte ich mich mit einigen Rangniedrigen befreunden, die lagen aber gegenüber meinen früheren Tischgenossen hierarchisch viel höher. So kam ich aus der Mobbingphase heraus, die immerhin ein halbes Jahre gedauert hatte. (…)“

2 Antworten

  1. Ich arbeite gerade in dieser Woche an einem mittelschweren (Schüler-)Mobbingfall. Gestern die Ansprache an die Klasse, die betroffene Schülerin war zu Hause. Dann das oben beschriebene Phänomen: Diejenige, die noch als einzige Freundin/Vertraute der Betroffenen gilt, selbst aber auch nur mäßig integriert ist, wollte bei der Klassengemeinschaft Punkte sammeln und äußerte sich kritisch, nicht wie von mir ein wenig erhofft, als „Anwältin“.

  2. Sehr interessant!!!

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