Ein gutes Jahr…

Resume Nach A bientôt, LdL und IPK kam die Pensionierung. Es war unwahrscheinlich, dass danach noch etwas Spannendes kommen würde.

1. Philosophiekurse

Ich habe Philosophie nicht studiert und wollte mich in diese Materie einarbeiten. Ich beschloss, an der Volkshochschule Philosophiekurse anzubieten, denn ich wollte eine Situation schaffen, in der ich notgedrungen hart arbeiten MUSSTE. Unterricht zu halten in einem Fach, in dem man sich nicht auskennt, zwingt zu intensiver Arbeit. Nun halte ich regelmäßig bereits im dritten Jahr Philosophiekurse an der VHS und zusätzlich noch einen AK für Senioren im Bürgerhaus (die Gruppe zählt 25 Teilnehmer und ist sehr stabil) und einen Kurs auf französisch. Dieser Unterricht zwingt mich, meine theoretische Basis für die Bewältigung des Alltags permanent zu aktualisieren. Insbesondere schafft sie eine Stimmung, die ethisches-altruistisches Handeln nicht nur bei mir, sondern auch bei den  Teilnehmern begünstigt. Da wir uns ausführlich mit Glück und Tugend befassen, fördert es unsere Bereitschaft, uns sozial zu engagieren.

2. Arbeit in den Stadtteilen: LesepatInnen

Von dem – philosophisch untermauerten – Wunsch nach konkretem sozialen Engagement getrieben, haben wir uns erkundigt und erfahren, dass in den Stadtteilen Lesepaten für Grundschulkinder aus ausländischen Familien gesucht werden. Innerhalb einiger Monate ist es gelungen, eine wachsende Anzahl von LesepatInnen aus dem Seniorenkreis für die Unterstützung der Kinder zu gewinnen. Besonders erfolgreich ist die Zusammenarbeit mit der Lessingschule im Konradviertel. Wir werden im September diese Arbeit fortsetzen und weitere PatInnen anwerben. Auch Personen, die Berufseinsteiger coachen, werden vermittelt.

3. Das Modul „Ingolstadt-Expertise“

Nachdem ich bei den Ingolstädter Grünen wiedereingestiegen war, lernte ich durch sie eine ganze Menge über Ingolstadt, über die politischen Strukturen und vor allem über die Themen, die im Stadtrat diskutiert werden. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie schwer es ist, als einfacher Bürger die Mechanismen zu durchschauen und so zu partizipieren, dass man auch wirklich Einfluss üben kann.  Gerade die StadträtInnen, die seit vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten im Stadtrat aktiv sind, haben ein solches Wissen und eine solche Professionalität erreicht, dass ein normaler Bürger nur demütig versuchen kann, da und dort ein bisschen Einblick zu erhaschen. Dasselbe gilt für die Stadtratsitzungen. Neuankömmlinge, insbesondere Migranten sind angesichts dieser Wissensübermacht hilflos. Auch wenn die Bereitschaft vorhanden ist, zu partizipieren, ohne eine „Einführung“ in die Stadt, ihre Geschichte und ihre zentralen Entwicklungsthemen, besteht eine Wissenslücke, die geschlossen werden muss. Das Modul „Ingolstadt-Expertise“ versucht, diese Lücke zu schließen, wobei eine zentrale Zielgruppe die BürgerInnen mit Migrationshintergrund sind, die 39% der Ingolstädter Bevölkerung ausmachen. Und wir haben das Glück, dass die Stadt (in personam Dr.Lösel, der Integrationsbeauftragter) das Modul schätzt und bereit ist, dessen breiten Einsatz zu unterstützen.

4. Spannende Perspektiven

Für mich persönlich bedeutet die Entwicklung und Verbreitung des Moduls „Ingolstadt-Expertise“ die Chance, auch nach der Pensionierung ein anspruchsvolles, sinnstiftendes Projekt durchzuführen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, Helfern und Unterstützern, insbesondere bei meinen Grünen ParteifreundInnen, die mir unendlich viel relevantes Wissen vermittelt haben und weitervermitteln.

Fazit Die Zeit wird weniger, aber sie wird intensiv und sinnvoll ausgefüllt!

2 Antworten

  1. Ich finde toll, was du alles auf die Beine stellst.

  2. Danke, Oliver, dein Kommemtar freut mich sehr!

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