Hotelfassade Gießereigelände: Vorschlag von Birgit Kraus

Es ließe sich technisch wahrscheinlich umsetzen, dass man in die Fassade einen Spiegeleffekt einbaut, so, dass sich Schloss, Himmel, Baumreihen usw. tatsächlich darin spiegeln; die Frage ist nur, wieviel Wert man auf eine künstlerische Ausgestaltung und Optik legen will. Man könnte (denke ich) tatsächlich die Illusion kreieren, dass die umgebende Fläche, auf der man (dem ursprügnlichen Wunsch vieler Bürger entsprechend) einen Park anlegen könnte, größer sei als das, was tatsächlich noch vorhanden ist, indem man zum Beispiel Baumreihen so positioniert, dass sie sich in der Fassade widerspiegeln und somit die optische Illusion entsteht, die Allee setzte sich ins Unendliche fort – usw. Der Spiegeleffekt darf allerdings nicht nur eine Marketingstrategie sein, um die Fassade besser „verkaufen“  zu können, sondern es muss sichergestellt sein, dass das, was man damit erreichen will bzw. was man dann auf der Fassade sehen will, auch hinreichend sichtbar ist und dass, wenn der Naturzustand schon nicht mehr erhalten werden kann, wenigstens ein künstlerischer Mehrwert entsteht.  Nachdem durch das Hotel- und Kongresszentrum der Blick auf die Ostseite des Neuen Schlosses verstellt wird, könnte man im Ausgleich dafür sorgen, dass sich die Ostseite des Schlosses möglichst komplett in der Westfassade des Hotel- und Kongresszentrums widerspiegelt, damit sie wenigstens gewissermaßen „auf der anderen Seite“ wieder sichtbar wird. Da dem Hotel- und Kongresszentrum ein Stück kulturelles Erbe und Naturraum zum Opfer fällt, wäre es angemessen, wenn der Bürger wenigstens insoweit entschädigt würde, dass das Dach für die Allgemeinheit begehbar und zugänglich gemacht wird. Von dort oben bliebe der unverstellte Blick auf die Ostseite des Schlosses erhalten. Ob es bei einem derart „monolithischen“ Gebäude die Statik sogar zulassen könnte, dort oben eine richtiggehende Parklandschaft mit Bäumen usw. herzustellen, bliebe zu prüfen; eine Blumenwiese, oder ein Wildgarten (wie das etwa auf dem Dach des neuen Eichstätter Freibades sehr schön gelöst wurde, wo im Sommer die Königskerzen gen Himmel wachsen), sollte dort oben aber auf jeden Fall möglich sein. Es wäre darauf zu achten, dass die Fassade ganz schlicht zu halten wäre. Das, was die Fassade im Wesentlichen ausmacht, wäre die Umgebung und die um das Gebäude herum noch zu schaffende Parklandschaft, die sich darin widerspiegelt. Hierfür wäre wohl ganz banal glattes Spiegelglas am besten geeignet, ohne Würfel, perforiertes Blech oder sonstige Verwerfungen. Die Westseite (in der sich die Ostseite des Schlosses widerspiegeln soll) müsste wahrscheinlich leicht geneigt sein, damit das ganze Schloss darauf sichtbar wird. Den nötigen Neigungswinkel sollte ein Architekt genau berechnen können. Ähnlich verhält es sich mit den Baumreihen, die man dort, wo es das Areal erlaubt, aus einiger Entfernung fast frontal minimal schräg auf die Spiegelfläche zulaufen lassen könnte. Auch hier könnte ein Architekt genau berechnen, welcher Zulaufwinkel am besten geeignet ist, damit in der Spiegelung der Eindruck einer sich endlos fortsetzenden Baumreihe entsteht. Durch Positionierung und Art des Spiegelglases sind die verschiedensten Spielereien mit Gestalt und Größe der umgebenden Bäume denkbar, indem man sie zum Beispiel breiter oder länger erscheinen lässt als sie tatsächlich sind – und vieles mehr.

Nachtrag

Ich habe mir gerade die Pläne nochmal angeschaut. Von der Länge des Gebäudes her fehlt nicht viel, dass das ganze Schloss draufgespiegelt  werden kann. Tatsächlich müsste ein leichter Knick in der Fassade sein, um den Winkel ab Rossmühle (mit Rossmühle könnte schwierig werden) bis zum Schlossturm einzufangen – oder eben ein Weitwinkeleffekt. Streng genommen ist der Knick in dem Plan tatsächlich schon drin. Sollten die Planer tatsächlich schon so weit gedacht haben? Ohne Würfel ist aber trotzdem besser, finde ich. Und wegen der Höhe ist’s natürlich dasselbe: leicht schräg nach hinten, würde ich mit meiner laienhaften Vorstellung meinen, es seidenn man verwendet ein Spezialglas, aber das könnte teuer werden.

Ich denke schon, dass es sinnvoll wäre, sich die Mühe einer optisch (wirklich) ansprechenden Ausgestaltung der Fassade zu machen, denn dann kann man das Gebäude irgendwann später (wenn Audi das Hotel- und Kongresszentrum einmal nicht mehr brauchen sollte) auch anderweitig nutzen, sei es, dass man eine Kinderklinik mit angeschlossenem Rehazentrum draus macht – oder etwas in der Art. Eine solche Klientel wüsste die Lage direkt neben dem Schloss wenigstens angemessen zu würdigen …

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