Twitterfähige, ideologiefreie Definition von Bildung

Bildung ist die individuell-kollaborative Erstellung von Konzepten mit dem Ziel, dass jedermensch die Welt fortlaufend verstehen  und verändern kann.

Die Definition wurde mit kräftiger Formulierungshilfe von Christian Füller (twitter: @ciffi) erstellt. Er hat mich motiviert, dieses Thema wiederaufzugreifen und dafür gesorgt, dass die öffentliche Aufmerksamkeit – soweit möglich – wiederbelebt wurde. Auch dem Drängen von Silva Brit Jürgensen (twitter @Britsyl) fühle ich mich verpflichtet.

Zur Genese: Meine Definition von Bildung

10 Antworten

  1. Uff, gefällt mir gar nicht.
    Werde andere Version mir ausdenken, die näher am Instinkt ist.

  2. @Adi
    Das ist nachvollziehbar. Ich bin schon froh, dass ein paar leute mit der definition was anfangen können…

  3. Was ich gut finde: das Ich und das Wir ist vertreten; die Veränderung (Welt) ist durch das fortlaufend (lebenslang) drin, und die Aktivität (verändern) – was mir fehlt: ein wirksames Konzept macht noch keinen ge-bildeten Menschen!

    Aber wieder sehr intelektuell, kopflastig – was nutzt die „kopfige“ (Aus)Bildung, wenn die Persönlichkeit sich nicht (aus)bildet?
    Sehr schön zu beobachten bei all den Menschen mit den tollen Konzepten, die aber nicht in der Lage sind sie in die Welt, an den Mensch, ins Leben zu bringen!

  4. @Alexander
    Zunächst hatte ich „kognitive Schemata“ geschrieben, fand das aber zu kopflastig. „Konzepte“ schließt bei mir Emotionen ein. Aber ich muss wohl noch darüber nachdenken…

  5. Wie bei FB kommentiert: „mein fazit: wenn wir bei „individuell“ die permanente persönliche weiterentwicklung auf allen ebenen mit einbeziehen und bei „kollaborativ“ alle zwischenmenschlichen (kompetenzen) dann ist alles gut =)

  6. Ich sichte gerade wieder alle erreichbaren Definitionen von Bildung für mein Buch „Die Bildung und das Netz“, das man hier vorab kaufen/fördern kann (= Crowdfunding): http://www.startnext.de/die-bildung-und-das-netz

    Als Diskussionsbeitrag kopiere ich mal meine aktuelle Arbeitsversion einer Bildungsdefinition hierher, falls irgendwer was damit anfangen kann (sorry, das sind Notizen und noch nicht für das Lesen durch andere optimiert). Das ist nicht mein letztes Wort, wohlgemerkt, es gibt noch viele andere Bruchstücke:

    „BILDUNG ist ein lebendiger Prozess (kein Resultat)
    aus der Perspektive von (am Ende) einzelnen Menschen
    und ihrer Möglichkeiten, durch die Gesellschaft und ihr Leben zu navigieren

    das heißt
    in immer wechselnden und zufälligen Konstellationen immer neue Positionen für sich finden,
    in denen sie (a) würdevoll für sich leben und (b) Sinn erfahrend aktiv werden können.

    und zwar so, dass sie
    — verstehen/entwickeln, in welcher Welt sie leben
    — sich selbst verstehen/entwickeln,
    — beides in Wechselwirkung, in beiden Richtungen

    — jeweils Spielraum/Reflexion/freier Austausch erfahren, wo zuviel Rattenrennen ist,
    — jeweils Zug/Drive/Flow/Projekte erfahren, wo Infantilisierung und Entmündigung und schlicht Missachtung ist.
    — beides abwechselnd, im Rhythmus.

    BILDUNG designen/herstellen bedeutet Räume und Unterstützungssysteme zu schaffen, die das „Von-selbst-entstehen“ solcher Strukturen wahrscheinlich machen
    — durch Befähigung der Einzelnen, überhaupt erst autonome Spieler zu werden
    — durch Begünstigung von „Verbundprojekten“
    — durch Anregungen …

    Funktion des BILDUNGSSYSTEMS:
    — Ein Curriculum (=Weltwissens-Bild) transparent hinstellen (auch zum Abstoßen …)
    — Community of Practice-Konstellationen fördern (gemeinsames Werk als soziale Erfahrung, Meister/Lehrling, Über die Schulter schauen, mitgerissen werden)
    — Zug/Drive/Flow/Projekte schaffen (Gelegenheiten & Werkzeuge geben, etwas zu machen & vorwärts zu bringen, allein und/oder mit anderen)
    — Spielraum, Distanz, Kooperation schaffen (wieder: Gelegenheiten und Spiel/Zeiträume schaffen)
    — Jeder/Jedem Einzelnen Würde, Respekt, Hilfe gewähren. Die Chance zu schaffen, dass Individuen sich erkennen und erkannt fühlen (irgendwann irgendwo in der Bildungssystem-Laufbahn, aber möglichst oft, regelmäßig, früh).
    — Offene Zeiträume und Themenräume schaffen, in denen individuell zufällige „Zündungen“ wahrscheinlich werden.“

    Über alle Anmerkungen, auch vernichtende Kritik, freue ich mich.

  7. Danke Martin, ich kopiere diesen text auch in einen anderen blogeintrag ein!

  8. […] Bildung ist die individuell-kollaborative Erstellung von Konzepten mit dem Ziel, dass jedermensch die Welt fortlaufend verstehen und verändern kann. Die Definition wurde mit kräftiger Formulierung…  […]

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