Ideologiefreie Definition von Bildung

Quelle: Spezielle Definitionen

Definition von Bildung:

„Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die Menschen ermöglichen, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig zu halten.”

Kann man diese Definition auf 140 Zeichen verkürzen, so dass sie twitterfähig wird?

Christian Spannagels Fragen

Mir ist nicht ganz klar: Ist Bildung „das Erstellen von Konzepten“? Oder die Bereitschaft dazu? Oder das Ergebnis davon? Oder die Voraussetzung dafür? Oder der Prozess dahin? 🙂 … Vorschlag zur Umformulierung, dann lässt sich leichter drüber diskutieren (zumindest würde ich so die Definition eher verstehen): „Bildung ist Fähigkeit (bzw. deren Erwerb) gepaart mit der entsprechenden Bereitschaft, gemeinsam Konzepte zu erstellen und dabei gelassen mit Daten umgehen zu können, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten.“ —Spannagel 22:49, 24. Apr. 2012 (CEST)

Antwort

@Spannagel: deine Definition ist eine gute Annäherung. Ich versuche es noch einmal:

Bildung als dynamischer Prozess:

1. Die Welt stellt uns permanent vor neue Probleme (einströmende Daten). 2. Im Laufe der Menschheitsgeschichte wurden ständig Problemlösungen gemeinsam erarbeitet (Bildung als Prozess) die als Vorrat vorliegen (Bildung als Ergebnis). 3. Dieser Vorrat an Lösungen (Konzepten) ermöglicht, die neu einströmenden Daten konzeptgesteuert anzugehen. 4. Allerdings reicht dieser Vorrat nicht aus, um alle neuen Probleme zu lösen. Also muss man gemeinsam neue Lösungen erarbeiten (Bildung als Prozess). 6. Diese Lösungen reichern den Vorrat an Lösungen und Konzepten an. 7. Es stellen sich neue Probleme, usw… Bildung ist sowohl Ergebnis als Prozess. Daher auch die Ambiguität des Begriffs selbst. Wie die Zeit, die man nicht anhalten kann, kann man auch den Bildungsprozess nicht anhalten. Er fließt kontinuierlich… „Gebildete Menschen“ sind also solche, die über einen umfangreichen Satz an aktuell relevanten Problemlösungen (Wissen, Strategien) verfügen, die ihnen ermöglichen, neue auftretenden Probleme zu lösen, und neue Problemlösungen zu erarbeiten, wobei das Ziel all dieser Aktivitäten das Erreichen von individuellem und kollektivem Glück ist. Ein solches Konzept (Bildungsbaustein) ist beispielsweise mein Menschenbild, weil es integriert genug ist, um alle relevanten Aspekte einzuschließen und differenziert genug ist, um operationalisierbar zu bleiben. Das Menschenbild ermöglicht, menschliche Verhaltensweisen einzuordnen und vorauszusehen (konzeptgesteuerte Informationsverarbeitung). —Jeanpol 06:47, 25. Apr. 2012 (CEST)

Projekt als idealer Lernraum

Die Erarbeitung von Problemlösungen ist Wissenskonstruktion. Lernen erfolgt am effektivsten im Rahmen von Wissenskonstruktion, also als Antwort auf ein relevantes Problem der Lebenswelt. Die intensivste Auseinandersetzung mit der realen Lebenswelt erfolgt im Rahmen von Projekten. Daher: Projekt als bevorzugte Struktur für die Induzierung von Lernprozessen. Und da die Produktion von Problemlösungen wiederum zu Glücksgefühlen führt, haben wir die logische Kette: Projektstruktur führt zu permanenten Problemlösungenprozessen und Produktion von Konzepten/Wissen (=Bildung) und die Produktion von Bildung wird auf der neuronalen Ebene mit Adrenalinausschüttung (Glück) belohnt. Wenn das nicht der Fall wäre, würden wir nicht die Energie aufbringen, Problemfelder aktiv anzugehen. Daher auch mein Ansatz: „Projekt als glückbringende Struktur“. Und im ersten Educamp (Lernraum) wollte ich ständig mit dir in Koatakt bleiben, damit wir intensiv in den unterschiedlichen Problemsituationen „konezptualisieren“ konnten, also Wissen/Bildung produzieren!:-) —Jeanpol 09:59, 25. Apr. 2012 (CEST)