Träger der Moral ist die Mittelschicht…

meint David Precht:

In Zukunft werde es immer wichtiger, dass sich Menschen auf ehrenamtlicher Basis um soziale Probleme kümmern, so Precht. Das bürgerliche Engagement solle den Staat nicht ersetzen, aber aus der Mitte der Gesellschaft eine moralische Wende herbei führen. „Auf die Oberschicht können wir uns in Moralfragen beim besten Willen nicht verlassen. Träger der Moral ist in diesem Land wie in allen Ländern, in denen das moralische Klima am gesündesten ist, die Mittelschicht. Wir brauchen positive Flächenbrände.“

8 Antworten

  1. … wieso schreibt der denn immer von Moral – die Moralgeschichten hatten wir doch schon genug in der Vergangenheit – ich möchte keinen moralischen Druck – weder von Unten, noch aus der Mitte, noch von oben (noch von rechts, links, grün, rot, blau… schon gar nicht)!

    Vielleicht kannst du mir ja nochmal den Unterschied von Moral und Ethik aus philosophischer Sicht erläutern, damit ich bei Moral nicht immer gleich…. muss!

    Danke =)

  2. Moral und Ethos bezeichnen dasselbe. Wenn du sagst, dass du eine Haltung oder eine Handlung gut findest, dann sprichst du ein moralisches Urteil aus. Dass dir beim Begriff „Moral“ schlecht wird, kann ich nachvollziehen, denn die Moralkäule wird überall geschwungen, um andere einzuschüchtern und unter Druck zu setzen. Trotzdem ändert es nichts daran, dass du wie ich und alle anderen auch Moralurteile permanent aussprechen. Dass wir bei jeder Gelegenheit finanziell über den Tisch gezogen werden (beispielsweise wenn ein Überziehungskredit mit 17% verzinst wird) ist Scheiße. Und da habe ich gerade ein moralisches Urteil ausgesprochen!.

  3. noch einen Nachtrag.
    Heinz von Foerster in „Fraktale einer Ethik – ein Drama in drei Akten“:
    Er lehnt die Gleichsetzung von Ethik und Moral ganz klar ab:
    „Moral schreibe vor und schließe Freiheit damit aus.“

    Wie siehst du das?

  4. also das Eine (Moral) sind die von einer Gruppe festgesetzten Regeln (?), das Andere (Ethik), die vom Individuum frei gewählten eigenverantwortlichen Handlungsweisen im Sinne, von die Handlungsmöglichkeiten des Gegenübers (Umwelt) erweitern, vermehren, so H.v.F.

    Ich denke wir (Menschen) haben und wissen intuitiv ganz genau, was ethisches Verhalten ausmacht, oder (Eigenverantwortung)?

  5. Das kommt darauf an, welches Fachwörterbuch man gerade in die Hand nimmt. Heinz von Foerster hat eine Bedeutung herausgewählt, um sich von ihr abzugrenzen. Selbstverständlich kann man Moral definieren als „(…) diejenige Einstellung und Haltung, die von einem Menschen erwartet wird“ und sich gegen eines solche Erwartung zu wehren. Das führt zu deinem Beitrag oben. Aber man kann Moral als individuelles Produkt definieren, das nur zum eigenen Gebrauch dient, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

  6. Sorry, ich habe den Beitrag verfasst ohne deinen zweiten Beitrag gelesen zu haben. Wie gesagt, Heinz v. Foerster hat Ethik und Moral unterschiedlich definiert, damit er den einen Begriff gegen den anderen in Stellung bringen kann!:-))

  7. Danke. Ich bringe auch mich dann auch mal in Stellung: Gegen Moral, für eigenverantwortlich ethisches Handeln =)

  8. OK. Das ist ganz praktisch, so!:-))

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