„Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier…“

Aus: Gentrifizierung im 21. Jahrhundert (Ingrid Breckner)

(…) Viel wichtiger wäre es, mit Mitteln von Forschung und Praxis herauszufinden, wie die unterschiedlichen Potenziale von Gentrifiern und der von ihnen „bedrohten“ Bevölkerungsgruppen sinnvoll verknüpft und für eine demokratische Entwicklung von Städten und Regionen genutzt werden können. In Leipzig und anderswo haben solche Prozesse längst eingesetzt. Sie leben u.a. von der Erfahrung, dass einkommenshomogene Siedlungsstrukturen, seien sie durch Armut, mittlere Einkommen oder Reichtum geprägt, längerfristig langweilig werden.[30] Dabei erlahmen kreative Energien und individualisierte Konflikte mit Partnern, Nachbarn oder Freunden nehmen zu.

(…) Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier sondern die Strukturen und Prozesse die zur sozialen Spaltung urbaner Lebenswelten und zur Zerstörung der Ressourcen aller Bewohner einer Stadt beitragen.

Aus meiner Sicht ließe sich der Gentrifizierung durch eine Verengung der Einkommensschere begegnen. Bevölkerungsgruppen werden gezwungen, ihre Wohnviertel zu verlassen, weil sie verarmen und ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. So wird die soziale Kohäsion zerstört. Eine Angleichung der Löhne sollte angestrebt werden, auch wenn wir natürlich weit davon entfernt sind!

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2 Antworten

  1. Ich denke, dass eine Angleichung der Löhne nicht die Probleme lösen werden, die dahinter stecken. Genau so wenig wie Gesetze der Gleichstellung von Mann und Frau die Probleme lösen, die da hinter stecken stecken… usw. usf.
    Nach Gesprächen und in meiner Arbeit mit vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft, komme ich mehr und mehr zu dem Schluss, dass wir im Außen nicht ändern können, was im Inneren den Ursprung hat!
    Wir brauchen ein gemeinsames Menschenbild, welches uns nebeneinander so sein lassen kann, wie wir sind – dann klappst auch mit den Nachbarn =)

  2. @Alexander
    Ja, wir brauchen wirklich ein gemeinsames Menschenbild. Und dieses wird bestimmt die Erkenntnis enthalten, dass die soziale Kohäsion (Empathie und Solidarität) mit dem Gefühl zusammenhängt, dass die Möglichkeiten, seine Bedürfnisse zu befriedigen (Selbstverwirklichung) gerecht verteilt werden. Und die finanzielle Ausstattung ist nun einmal eine zentrale Dimension für die Befriedigung von Bedürfnissen.

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