„Weiser Mann“? Etikettierung als Chance!

Immer schon wehren sich Menschen gegen Außenurteile, die sie gerne als „Etikettierung“ zurückweisen. Wird jemand durch die Umwelt als „Charmeur“ bezeichnet, so verbittet er sich sofort solche oberflächliche „Etikettierungen“ und stellt sich als Intellektuellen mit Tiefgang dar. Der Politiker, der als Macher in der Öffentlichkeit auftritt, weist entsprechende Bezeichnungen zurück und erinnert daran, dass er als Student ein Gedichtband veröffentlicht hat. Nun sind solche Urteile Rückmeldungen, die einem ermöglichen, die Wirkung der eigenen Persönlichkeit nach außen wahrzunehmen. Allerdings nicht 1 zu 1. Früher wurde ich als etwas durchgeknallter, überaktiver (und erfolgreicher) Didaktiker beschrieben. Dieses Etikett fand ich in Ordnung und es bot mir eine Blaupause, an der ich für die Kohärenz meines Ichs sorgen konnte. Nach der Pensionierung bemühte ich mich, mein Aktivitätsniveau zu halten und erhielt dafür das gewünschte Etikett: aktiver Senior! In der letzten Zeit werde ich durch andere Forderungen beansprucht und muss meine Rolle neu durchdenken. Und siehe da! Bereits mehrmals tauchte auf mich bezogen der Begriff „weiser Mann“ in meinem Online-Umfeld! Soll ich mich über die Etikettierung beschweren? Mitnichten, die gefällt mir ja sehr gut!

Fazit: Über Etikettierungen sollte man sich nicht beschweren. Erstens soll man froh sein, dass Menschen sich überhaupt mit einem befassen. Zweitens sind Etikettierungen immer Orientierungshilfen, die einem das Feilen an der eigenen Persönlichkeit ermöglichen. Das Rollenangebot „weiser Mann“ gefällt mir gut. Jetzt muss ich in diese Rolle hineinwachsen.

Angenehm, auch im Alter?

Resume Seit drei Jahren bin ich im Ruhestand und diese Situation hat mich vor neue Aufgaben gestellt. Ganz im überaktiven Stil, den ich früher praktizierte, geht es nicht mehr…

1. Veränderung des Außenbildes

Gerne wird in den Medien und in den Ratgebern für Senioren das Bild des erfolgreichen alten Menschen verbreitet, der überall mitmischt und sportlich, politisch und intellektuell auch mit 95 seinen Platz behauptet. Man selbst sieht sich als 68 jähriger genauso und präsentiert sich auch entsprechend nach außen. Wer vorher viel über sich und seine Aktivitäten gesprochen hat, spricht auch im Alter ausführlich darüber. Allerdings übersieht er, dass im Alter neue Themen auftauchen, wie Nachlassen der körperlichen und intellektuellen Kraft, kleine und größere Krankheiten, Verlust von lieben Mitmenschen (Freunden und Verwandten).  Plötzlich interessieren einen gesellschaftspolitische Themen wie demographischer Wandel, Sterbenshilfe, Hospizbewegung, Demenz, Altersheime und Pflege ganz besonders. Dies nicht zuletzte auch deshalb, weil man als 70 Jähriger sich permanent um die noch ältere Generation kümmern muss, die ihre eigenen Interessen (beispielsweise Verdauung) umfangreich ins Spiel bringt. Wenn man nicht aufpasst, transportiert man diese Themen dann selbst weiter bei jeder Gelegenheit, und eine Gelegenheit findet sich fast immer. Ein Ort, in dem ich diese Inhalte legitimerweise anspreche, sind die Philosophie-Workshops die Seniorentreffs und die Grünen Sitzungen. Aber: habe ich früher meiner Frau, meinen Kindern und meinen Freunden über Projekte mit Schülern und Studenten ausführlich berichtet, so besteht die Gefahr, dass meine Gespräche sich jetzt um Rollatoren, Barrierefreiheit, Arthrose und grauen Star drehen. All dies natürlich aus theoretischer Sicht!:-) Es ist durchaus möglich, dass ich mich auf diese Weise aus der Depression rette, der Preis dafür könnte sein, dass alle anderen um mich herum in die Depression hineinschlittern!

2. „Depression“ als Modebegriff

Natürlich ist man angesichts der oben geschilderten Situation beim Übergang in den Ruhestand und beim Hineinrutschen ins Alter nicht mehr so gut drauf wie früher. Sehr schnell taucht dann das Gespenst der „Depression“ auf, ausgelöst von einem selbst oder von Menschen, die einen als permanent happy erlebt haben und nun als  weniger lustig empfinden. Ich bin kein Spezialist, aber ich bin der Überzeugung dass man Situationen, die zeitweise problematsich sind, aus eigener Kraft überwinden kann. Über eine Problemlage nachdenken ist nicht gleich grübeln und grübeln ist nicht gleich seelischer Tief. Besonders verhängnisvoll erscheint mir der Griff zu Psychopharmaka, sei es auch nur Johanniskraut! Die Erfolge, die man im Alltag erzielt, sollte man nicht dem Kraut, sondern ausschließlich sich selbst attribuieren können! Warum so schnell „Depression“ diagnostiziert wird, kann ich nur vermuten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die an der Behandlung von seelischen Krankheiten verdienenden Gruppen solche Diagnosen begrüßen.

3. Maßnahmen

Mit dem Alter kommt man nicht umhin, Veränderungen des eigenen Images im sozialen Kontext zu akzeptieren und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Insbesondere sollte man mit großer Selbstdisziplin den eigenen verbalen output prüfen und gegebenenfalls eindämmen, was gleichzeitig zu einer qualitativen Optimierung führen kann. Am meisten wird die Anwendung dieser Techniken dem Lebenspartner zugute kommen!

– Vorwürfe, Kritik, negative Beschreibungen, Verklärung der Vergangenheit und Vedammen der Jetztwelt und Zukunftswelt sollte man absolut vermeiden. Das habe ich bereits in früheren Zeiten getan, mit zunehmendem Alter muss an dieser Regel eisern festgehalten werden. Ist das Umfeld noch bereit, pessimistische Äußerungen von jungen Menschen zu akzeptieren, so reagiert es schnell gereizt, wenn Negatives von Seniorenmund stammt.

– Altersspezifische Themen (Elternpflege, Krankheit und Tod), auch wenn sie mit Distanz behandelt werden, schaffen eine trübe Stimmung. Wenn die Notwendigkeit besteht, die im Alltag auftretenden Probleme aufzuarbeiten, so sollte man dies im Selbstdialog gestalten. Die Umwelt, besonders der Partner, soll unbedingt verschont werden.

– Logischerweise werden die Gesprächsthemen aus den Aktivitäten abgeleitet, die man im Alltag durchführt. Will man für seine Umwelt angenehm sein, so ist es günstig, wenn man sich mit Projekten befasst, die kreativ und für die Gesellschaft zukunftsweisend sind. So redet man automatisch über Inhalte, die spannend und positiv besetzt sind. Redundanzen sollte man vermeiden.  Gerade für den Lebenspartner sind Wiederholungen, auch wenn sie positiv gefärbt sind, auf die Dauer lästig.

FazitWenn man das Ziel verfolgt, auch im Alter angenehm für seine Umwelt zu sein, so sollte man prinzipiell negative Urteile und alterspezifische Themen vermeiden. Das reduziert den Sprechoutput gewaltig, erhöht aber dessen lebensförderliche Qualität.

Hegel (zum Memorieren)

„(…) Montag LdL in Speyer (…)“

Christian Becker teilt in einer Mail mit:

(…) als Regionaler Deutsch-Fachberater in Rheinland Pfalz bin ich inzwischen fast täglich mit der „Optimierung“ von Unterricht beschäftigt, kommenden Montag werde ich z.B. das LdL-Konzept (bzw. meine Herangehensweise im DU) auf einer Tagung aller Fachberater plus diverser Mitarbeiter des Mainzer Ministeriums zur „Heterogenität und Differenzierung“ in Speyer vorstellen. Gerade hier bietet LdL ja wirklich einen lohnenden gewichtigen Ansatz. Es ist schön zu sehen, dass die Türen, die ich noch vor 10 Jahren aufbohren musste, inzwischen sperrangelweit aufstehen.

„Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier…“

Aus: Gentrifizierung im 21. Jahrhundert (Ingrid Breckner)

(…) Viel wichtiger wäre es, mit Mitteln von Forschung und Praxis herauszufinden, wie die unterschiedlichen Potenziale von Gentrifiern und der von ihnen „bedrohten“ Bevölkerungsgruppen sinnvoll verknüpft und für eine demokratische Entwicklung von Städten und Regionen genutzt werden können. In Leipzig und anderswo haben solche Prozesse längst eingesetzt. Sie leben u.a. von der Erfahrung, dass einkommenshomogene Siedlungsstrukturen, seien sie durch Armut, mittlere Einkommen oder Reichtum geprägt, längerfristig langweilig werden.[30] Dabei erlahmen kreative Energien und individualisierte Konflikte mit Partnern, Nachbarn oder Freunden nehmen zu.

(…) Zu bekämpfen sind nicht die Gentrifier sondern die Strukturen und Prozesse die zur sozialen Spaltung urbaner Lebenswelten und zur Zerstörung der Ressourcen aller Bewohner einer Stadt beitragen.

Aus meiner Sicht ließe sich der Gentrifizierung durch eine Verengung der Einkommensschere begegnen. Bevölkerungsgruppen werden gezwungen, ihre Wohnviertel zu verlassen, weil sie verarmen und ihre Mieten nicht mehr bezahlen können. So wird die soziale Kohäsion zerstört. Eine Angleichung der Löhne sollte angestrebt werden, auch wenn wir natürlich weit davon entfernt sind!

LdL: Joachim Grzegas Mail an seine FH-Studierenden

Mich beeindruckt die Ernsthaftigkeit, der Mut, die Konsequenz  bei der Erörterung der Gründe für das Festhalten am gewählten methodischen Weg!

LdL im schematisierten Blended Learning an einer FH

Im ablaufenden Semester hatte ich die Möglichkeit, einen zwei parallele Kurse “Business English (Advanced)” an einer FH zu unterrichten. Das Blended-Learning-System dieser FH besteht darin, dass es zwei 4-stündige Präsenz-Sitzungen gibt (am Anfang und in der Mitte; am Ende gibt’s noch eine Präsenzsitzung für die schriftliche Prüfung). Der Rest läuft schematisiert (für alle Business-English-Kurse, unabhängig von den einzelnen Dozenten) auf einer Online-Lernplattform ab, über die die Studierenden sich das Wissen aneignen und bis zu bestimmten Terminen Aufgaben erfüllen. (weiter)

LdL: „…was mich unendlich freut…“ sagt Michael Kratky

Michael Kratky, am 1. August 2011 um 20:25sagte:

(…) Hier in NRW kommt man an LdL in der Referendarsausbildung nicht vorbei, was mich naturlich unendlich freut und bestätigt. Sowohl im Haupt- vor allem aber in den fremdsprachlichen Fachseminaren ist LdL bei uns fest im Curriculum verankert. (…)