Kausalität: Korrelation zwischen Verhalten und Glück?

Aus Face-Book:

die kausalitätsfrage beschäftigt mich sehr: gibt es eine klare korrelation zwischen verhalten und glücklichem bzw. unglücklichem leben?

Sonntag um 10:07 via Twitter · · · @jeanpol on Twitter
  • Christian Hoebusch gefällt das.
    • Andreas RüttenDa Glück kein Zustand sondern eine subjektive Wahrnhemung eines Zustandes ist und zwei Personen vergleichbare Zustände je als glücklich oder unglücklich wahrnehmen können, kann es auch keine Kausalität zwischen Handeln und Glück geben. Nur zwischen Werten und Glück.

      Sonntag um 10:17 ·
    • Jean-Pol Martin

      aber es gibt objektive zustände die von allen als „glückstiftend“ eingestuft werden. ich hatte mal ein haus in der bretagne, das uns allen sehr viel glück gespendet hat. und alle, die dort waren, teilten diese einschätzung, dass man dort glücklich war. dasselbe wiederholt sich jetzt mit der wohnung, die ich gerade gefunden habe. was habe ich konkret gemacht, damit ich dies erreiche? welches verhalten muss ich beim nächsten mal zeigen, damit ähnliches gelingt?
      Sonntag um 10:38 · · 1 Person
    • Andreas Rütten

      Du organisierst dein Leben nach deinen Werten und Prioritäten (Urbanität, Größe, …) – so dies gelingt empfindest du den Zustand als Glück. Hättest du andere Prioritäten (Miethöhe, Ruhe, Landluft) in gleichem Zustand wärst du weniger glückwärst du weniger glücklich. Also Handlungsmaxime: organisiere die Umstände im Sinne deiner Werte oder – erfolgreicher und einfacher: anerkenne Werte für dich, die mit deiner Situation harmonisieren. (Genieße die ruhige Lage und niedrige Miete wenn du auf dem Land lebst und genieße die Urabnität und Menschendichte, wenn du in der Stadt lebst).
      Sonntag um 10:50 · · 2 Personen
    • Jean-Pol Martinja, das wäre tatsächlich die kombination von epikur und stoa.

      Sonntag um 11:20 ·
    • Alexander MerkourisDazu sage ich… „…The past is history. Tomorrow is a mystery. And today is a gift. Therefore it’s called „present“!“

      Sonntag um 12:44 · · 4 Personen
    • Jean-Pol Martintomorrow is a mystery? Nur zu einem möglichst gering zu haltenden teil.

      Sonntag um 13:08 ·
    • Susanne Winnerlingmystery wäre mir da zu einfach. Ganz viel hängt doch von Entscheidungen ab, die wir treffen, auch wenn es dann nicht so endet, wie gedacht. Oft ist nur gar nicht klar, dass wir entscheiden können und da hilft dann ein bisschen mehr Phantasie…

      Sonntag um 13:36 ·
    • Jean-Pol Martinalso ist unser einfluss auf morgen gross, oder?

      Sonntag um 13:47 ·
    • Andreas RüttenDer Einfluss ist groß aber die Folgen unseres Handelns sind nicht wirklich vorhersagbar … also doch wieder eher klein der Einfluss.

      Sonntag um 13:51 · · 1 Person
    • Jean-Pol Martines scheint tatsächlich, dass die interpretation und bewertung von ereignissen eine sehr größe rolle spielt für die generierung von gluecks- vs. Ungluecksempfindungen.

      Sonntag um 14:08 ·
    • Stephan Englhartcorr. ist genau nicht kausalität

      Sonntag um 14:59 ·
    • Christopher A. Townsend

      Bewertung spielt für viele Empfindungen ein grosse Rolle. Die Erfahrung steht wegen Erfahrungsbasiertem Verhalten und Denken einer Neubewertung leicht im Weg. Eine Korrelation zwischen Erfahrung und Empfinden zu suchen macht eher Sinn, denke ich. Ebenso wie zwischen Verhalten und Erfahrung. „Alle“ ist logisch nicht haltbar, bei Einstufungen. „Alle“ steht hier eher für „Alle Elemente aus der Menge Menschen, mit der Eigenschaft …“
      Sonntag um 16:40 · · 1 Person
    • Christopher A. Townsend

      Andere Antwortmöglichkeit, die weniger Enegie benötigt:
      Das „glückliche Leben“ enthält Elemente, die für das Individuum, welches glücklich leben möchte, „Glück“ bedeuten.
      Ratio und Befragung anderer Individuen führen zu einem Weg diese ElemenElemente erreichbar und integrierbar in die Menge „Glück“ zu machen. Die Lösung kann dann (in vielen kleinen Schritten) aufs Verhalten angewendet werden. Unwägbarkeiten bezüglich dessen, was sein wird, spielen eine untergeordnete Rolle. Früher oder später erreicht man dann ein glückliches Leben, resigniert oder stellt fest, dass sich die eigene Definition vom Glücklichsein geändert hat, während man auf dem Weg war. Otimierung: möglichst viele und leicht erreichbare Teilaspekte fürs glückliche Leben wählen, da sich so öfter Erfolg einstellt und man immer noch nahe dem Glück ist, wenn einzelene Aspekte wegfallen.
      Sonntag um 16:52 · · 1 Person
    • Carsten Thomas‎@Christopher: und diese 2. Antwort hat WENIGER Energie benötigt???

      Sonntag um 19:41 ·
    • Carsten Thomas

      Glück ist nicht etwas was ich planen und organisieren kann gemäß modernen Managementtheorien. Die Deutschen planen und überdenken sowieso viel zu viel. Beispiel Kinder kriegen. Es wird solange geplant und der Zeitpunkt OPTIMIERT, bis es dann zu spät ist…Ich kann höchstens die RAHMENBEDINGUNGEN so versuchen zu realisieren, dass danach „Glück“ eintreten kann. Garantie dafür, dass das „Glück“ dann auch wirklich kommen wird, gibt es keine. Sprich: Der Reiche kann letztendlich ganz unglücklich werden und der Arme ganz glücklich. Der große Planer kann am Ende die Erfahung machen, dass alle Pläne schief gegangen sind und dass der Zufall ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und der Nicht-Planer kann positiv überrascht werden, dass er soviel Glück hat, ganz von allein und im Vorbeigehen. Locker und gelassen bleiben scheint auch hier Regel und gute Strategie zu sein und nicht verkrampfen und das Leben verplanen.
      Sonntag um 19:50 · · 1 Person
    • Carsten ThomasInteressant der Utilitarismus aus der angelsächsischen Philosophietradition

      Sonntag um 19:50 ·
    • Carsten ThomasSchau es selber nach – mein kleiner Glücksbringer lässt mich die Sache nicht beenden. Ist das nun Glück oder Unglück???

      Sonntag um 19:52 ·
    • Christopher A. Townsend

      Die 2. Antwort braucht erheblich weniger Energie für den Transfer auf das konkrete Problem/die Frage, da weniger Denkzeit. Das wird offensichtlich, wenn man betrachtet wie Formparameter bei der 2. Variante fast vollständig mit Werten belegt sind.😉 Planen ist für Menschen ziemlich sinnfrei, ja, denn es erfordert logisches Denken und Mathematik. Die vergessenen Faktoren werden darum schon lange bevor evtl. Grenzen der Methode erreicht sind. Wie die Philosophie das angeht ist mir nur begrenzt bekannt. Das was du sagst ist aber im Wesentlichen der Selbe Prozess, den ich oben 2 mal anführte. Nur mit wiederum neuen Werten bei den Variablen. Persönlich wäre mir das allerdings zu aufwendig, weil langsamer als intuitive Zielfindung/ -verfolgung. Normal macht ein Mensch ja genau das, was ihm zu einem besseren Gefühl verhilft. Es geht dann nur noch ums Ausfiltern von in der jeweiligen Gemeinschaft unerwünschten Aktionen.
      Sonntag um 20:48 ·
    • Jean-Pol Martin‎“Ich kann höchstens die RAHMENBEDINGUNGEN so versuchen zu realisieren, dass danach „Glück“ eintreten kann. Garantie dafür, dass das „Glück“ dann auch wirklich kommen wird, gibt es keine.“

      Gestern um 14:07 · · 1 Person
    • Jean-Pol Martin‎- richtig. allerdings verlangt die generierung solcher rahmenbedingungen eine permanente sammlung von erfahrungen, die reflexion und intepretation derselben und die anschließende anpassung der vorhandenen rahmenbedingungen an die neu gewonnenen erkenntnisse über „glückbringende“ strukturen. ganz schön anspruchsvoll…

      Gestern um 14:11 · · 1 Person
    • Christopher A. TownsendNa ja, ein „glückliches Leben“ ist ja auch nicht eben wenig verlangt. Hauptsache die Suche nach dem Glück macht nicht selbst schon unglücklich.🙂

      Gestern um 16:56 ·
    • Jean-Pol Martingenau: die monomanische suchen nach dem glück ist kontraproduktiv. Daher: alles in massen! (aristoteles, epikur, stoa, usw…)

      Gestern um 17:10 ·
    • Carsten Thomas

      ‎@Jean-Pol: Das würde bedeuten, dass wir unsere Definition von Glück ständig erneuern, erweitern, ändern, anpassen. Einerseits würde ich zustimmen, andererseits nicht. Denn was für uns Glück bedeutet, das legen wir irgendwann fest, das gehögehört zur Lebensreife mit dazu. Wieso sollten wir das ständig (gravierend) ändern? Wie alle Ziele, die wir im Leben haben, muss es natürlich auch für das je anvisierte Glück und seine Erreichung immer mal wieder eine Anpassung geben, das ist geschenkt. Doch im Grunde, so meine These, müssen wir uns möglichst früh im Leben entscheiden, was in diesem Sinne unser Ziel, das zu uns passende „Glück“ ist und wie wir es erreichen wollen. Aristoteles Eudaimonia Prinzip besagt, dass das Glück für alle Menschen ganz ähnlich definiert ist. Glückseligkeit ist das oberste aller Ziele und nur durch tugendhafte Lebensführung erreichbar. – Im Grunde muss man das Thema Glück immer gesellschaftlich diskutieren und nicht individuell, da wir alle ja nicht als Einsiedler leben. Unser Glück hängt also immer ganz entscheidend auch von den Zielen und Handlungen unserer Mitmenschen ab und da erst wird das Ganze spannend (Utilitarismus vs. Kant’scher Kategorischer Imperativ).
      vor 23 Stunden ·
    • Jean-Pol MartinSehe ich ähnlich. Allerdings ist mein bezugspunkt maslow + ein paar weitere bedürfnisse, die mir als besonders wichtig aufgefallen sind (z.B. Informationsverarbeitung). um glücklich zu sein, ist man darauf angewiesen, diese bedürfnisse möglichst umfassend zu befriedigen. da die umwelt sich permanent verändert, muss man die eigenen bedürfnisbefriedigungsstrategien ständig anpassen. bis zum letzten tag…

      vor 23 Stunden · · 1 Person
    • Carsten Thomas

      Du, ich wollte das mit der Pyramide auch noch sagen, kam dann aber nicht mehr dazu. Ja genau, das mit Maslow habe ich in diesem Zusammenhang den Schülern auch erklärt. Eudaimonia wäre dann wohl irgendwo ganz oben an der Spitze angesiedelt: Ich habe alle Bedürfnisse bis ganz oben hin befriedigt und soweit alle Etappenziele erreicht, so dass ich mich nun in aller Ruhe zurück lehnen und entspannen kann und – als Höchstgenuss – womöglich noch die Restenergie habe um abends einmal in ein schönes Konzert oder dergleichen zu gehen. Was eine Erfüllung!
      vor 19 Stunden ·
    • Carsten Thomas

      Ständige Anpassung hat für mich aber etwas Biologisches, Darwinistisches…Mensch, Tie rund Pflanze sind imstande sich ihrer Umwelt anzupassen als Teil einer umfassenden Überlebensstrategie. Glück und Glückseligkeit scheinen mir eine kulturelle Erfindung zu sein. Auf der untersten Stufe der Pyramide ist dann wohl am ehesten ständige Anpassung an die Umwelt zuhause, während wie oben gesagt die Glückseligkeit an der Spitze ist. Nach oben hin wird es immer enger, das passt, denn das wahre Glück zu erreichen ist ja auch fast so schwer wie ein 6er im Lotto…
      vor 19 Stunden ·
    • Jean-Pol Martinsehe ich ein bisschen anders. für mich gibt es keine pyramide im sinne von glücksstufen, sondern ich sehe das glück eher als dauerzustand, der permanent aufrechterhalten werden muss, durch entsprechende handlungen. das fängt an mit dem Teetrinken in der früh und endet mit der ins bett gehen…

      vor 10 Stunden ·
    • Carsten Thomas

      Aber Glücksmomente sollen sich doch per definitione von gewöhnlichen Momenten des Lebens unterscheiden. Und zu Unglück und Pech sollen sie einen klaren Gegenpol darstellen. So war gestern z.B. für mich ein Pechtag: mein hoch geschätztes Auto war zur Vorstellung beim TÜV und er hat es degradiert: versteckter Rost und sogar Durchrostungen, „die Rahmen oder tragende Teile erheblich schwächen“. Vernichtendes Urteil: Erhebliche Mängel. Da konnte ich tun was ich wollte: das Glück hat sich in dem Moment nicht gezeigt. Das Gegenteil war der Fall: Ich war völlig geschockt, denn damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Nun muss ich die Scherben zusammenkehren und schauen, was noch zu reparieren ist. Das ist die reziproke Pyramide, wenn das Unglück kulminiert und seinen Gipfel erreicht. Nein, nein, Yin und Yang müssen es sein: nur wer weiß, was Unglück (s. gestern) bedeutet und dies gleichsam verinnerlicht hat, kann das Glück davon klar unterscheiden und klar zu würdigen wissen. Was Du meinst ist für mich eher so was wie ein erfülltes Leben, ein mit schönen und guten und wichtigen Erlebnissen erfüllter Tag.
      vor 9 Stunden ·
    • Jean-Pol Martinwenn du eine feste stelle hast, z.b a als beamter, ist es schon auf der gluecksstrecke 50% der miete. Dich kann gar nichts umhauen, schon gar nicht diese tuev-geschichte. Hoechtens wenn deine freundin dich verlaesst, das ist dann hart. Aber sonst? Und wenn an einem tag einiges schieflaueft, dann schmeckt vielleicht der kaffee gut, das ist auch schon was!:-))

      vor 8 Stunden · · 1 Person
      • Andreas Rütten

        ‎“Glücklich sein“ und „Glücksmomente“ sind ja zwei Paar Schuhe. Ich kann ein glückliches Leben führen, ohne dass irgend etwas besonderes den Tag oder den Moment heraus hebt. Und ich kann ein unzufriedenes Leben führen, obwohl ich heute einen alten Freund wieder getroffen habe, ein Lächeln geschenkt bekam oder die Sonne scheint.
        Glücksmomente – endorphine peeks – zu genießen, das ist uns biologisch gegeben – dazu bedarf es keiner (Lebens)philosophie. Den ganz normalen Alltag als dauerhaftes Glück zu werten und empfinden und genießen, dazu bedarf es der stetigen Vergegenwärtigung, die Jean-Pol – glaube ich – meint. Und da bin ich völlig bei ihm.
        Dienstag um 17:33 ·
      • Andreas Rütten‎“stetig“ im Sinne von „immer dann, wenn die Zufriedenheit zu schwinden droht oder scheint“.

        Dienstag um 17:48 ·
      • Jean-Pol Martin‎“Den ganz normalen Alltag als dauerhaftes Glück zu werten und empfinden und genießen, dazu bedarf es der stetigen Vergegenwärtigung, die Jean-Pol – glaube ich – meint. Und da bin ich völlig bei ihm.“ Ja, das meine ich genau. Allerdings kann die permanente fixiierung auf das ziel, seine lebensstrukturen als gückbringend zu gestalten, kann leicht monomanischen charakter annehmen!

        Dienstag um 17:50 ·
      • Jean-Pol Martin‎““stetig“ im Sinne von „immer dann, wenn die Zufriedenheit zu schwinden droht oder scheint“. Ja, absolut. Ich dachte an menschen, die – wie ich – zur monomanie neigen!.-)

        Dienstag um 17:53 ·
      • Carsten Thomas

        Wie ist deine Definition von Monomanie? Kann es sein, dass es für denjenigen zu einem Muss geworden ist, glücklich zu leben? Hat dann derjenige eine Art Angst vor nicht glücklich verbrachten Momenten? Würde derjenige quasi getrieben von einer Sucht nach immer neuen Arten der Befriedigung des Glücksbedürfnisses? Dann wäre das Glück eine Art Droge geworden: ich kann nicht genug davon bekommen und will es andauernd haben und wenn die Wirkung nachlässt dann muss ich dringend nachlegen. Dann wären auch so etwas wie Entzugserscheinungen denkbar, wenn es mal nicht so nach dem Glücksplan läuft. Wenn das ungefähr so wäre, dann verstehe ich die weniger erfreuliche Seite an einer solchen Lebensführung. Ist wie ein Getrieben-Sein, wie ein Schiff im Sturm: immer Volldampf voraus, alle Richtungen denkbar und bloß nicht gegen die Klippen steuern.
        Dienstag um 20:41 ·
      • Jean-Pol Martinja, in etwa, nur dass die Art der bedürfnisbefriedigung nicht beliebig ist, sondern für Forscher beispielsweise im Forschungsbereich bleibt. Die „Droge“ ist nicht beliebig austauschbar, man kann beispielsweise die sucht nach informationsverarbeitung, die alle intellektuellen betrifft, nicht mit badeurlaub befriedigen…

        Mittwoch um 07:00 ·
      • Carsten ThomasMir als altem Freud-Indianer fällt da der Begriff Sublimierung ein…(eine Idee, die aber schon Nietzsche hatte, von Freud übernommen…)

        Mittwoch um 09:28 ·
      • Andreas Rüttenund auch Nietzsche hat die Idee nur übernommen, denn das Konzept das je eigentlich angestrebte (Sex, Glück, Freude) wenn es denn gerade nicht erreichbar ist, mit anderen Befriedigungen zu ersetzen – und sich dann kognitiv dissonant zu versichern, dass das nun ebenso gut sie – , dürfte so alt sein wie die Menschheit.

        Mittwoch um 09:33 ·
      • Carsten Thomas

        Nicht so alt wie die Menschheit, so alt wie die sogenannte Kultur würden die Freudianer sagen. Die Energie sogenannter niederer Triebe wird hinübergeleitet in höhere Bereiche wie Kunst oder Wissenschaft, allg. intellektuelle Betätigungen. Hohe Energie, die sich angestaut hat wird umgeleitet, so dass sie sich in einem anderen Feld der Betätigung entfalten kann. Das Bild des Blitzableiters fällt mir dazu ein. Nietzsche gebrauchte das Bild des Gartens, den man gestalten kann wie man will: Man kann ihn wild wachsen und wuchern lassen, mit Unkraut und Gestrüpp, man kann ihn aber auch in gelenkte Bahnen (Beete) mithilfe von „Kultur“ (cultura=Ackerbau, Pflege, Bearbeitung, Bebauung..) führen und es ist doch schön, wenn dem Menschen dieser Spielraum zugestanden wird, wenn der Mensch nicht gegen die, sondern mit der Kultur symbiotisch zusamenlebt in und er so seinen Garten nach LUST und Laune gestalten kann… : )
        Mittwoch um 11:26 ·
      • Andreas Rüttenwie genau habe ich mir eine Menschheit ohne Kultur vorzustellen, wenn wir inzwischen richtigerweise auch schon Primaten eine Kultur (gezielte Weitergabe erworbenen Wissens und Verhaltens) zugestehen? geschnitzte Venusse, geschnitzte Pferde, Höhlenmalerei, .. das ist doch alles sublime Aktion …

        Mittwoch um 11:27 ·
      • Carsten Thomas

        Mann wird das ein Rattenschwanz… hätte Jean-Pol nur gewusst, was er hier anstößt…wenn es so weitergeht wird dieser unser Thread rekordverdächtig…nun ja, die Frage nach der Kultur lässt sich wohl nicht beantworten. Es ging Nietzsche wohl auch nicht darum, seine Triebe etwa damit abzuleiten, dass man in den Wald geht und Holz hackt oder wie Jean-Pol sagt „Badeurlaub“ zu machen. Im Sinne des Geniegedankens (Wagner…) meinte er, dass solcherlei höchste künstlerische Errungenschaften das Ergebnis von Sublimierung seien, also dass sich da ein brachialer Trieb frei bricht, der hier, im Bereich Kunst/Kultur ein quasi neues und schönes Betätigungsfeld gefunden hat. Eine neue Aufgabe sozusagen, dass nicht nur dem Individuum, dem Schaffenden nützt sondern der Menschheit ganz allgemein, da auch andere von dem geschafenen Werk profitieren können, wenn sie z.B. der Musik lauschen. Und so könnte man sagen, dass der Trieb, die Energie, der Schaffensprozess hier noch nicht sein Ende findet, sondern etwa beim Hören der Musk oder beim Betrachten des Kunstwerks gleichsam in den Zuhörer/Zuschauer eindringt und ihn in Wallung bringt. So spürt man doch sagen wir bei einer Wagner Oper die geballte Energie, die dahinter steckt. Ich als Zuhörer könnte doch nach dem Lauschen etwa des Rittes der Walküre http://www.youtube.com/watch?v=uOk_lqPlXQE&feature=related
        Mittwoch um 11:48 ·
      • Carsten Thomas‎…Bäume ausreißen und Götter zeugen. Und damit leite ich die aufgenommene Energie wieder weiter und so fort. Dieses schier endlose Weiterleiten von Energie, das wäre doch ein vortrefflicher Beweis wiederum für die Aussage des Parmenides, dass sich in der Natur nichts ändert, dass nichts verloren geht. Genialer Gedanke!

        Mittwoch um 11:51 ·
      • Andreas Rütten

        Nun, ich muss sagen, dass mir Freuds Konzept des Unbehagens in und an der Kultur (weil sie eben genau das ist, was wir eigentlich nicht wollen, aber das Eigentlich eben nicht verfügbar ist) wesentlich schlüssiger und hilfreicher erscheint, als Nietzsches Genie-Gedöhns. Aber mit Neitzsche habe ich auch ein herzlich schlechtes Verhältnis: je mehr ich mich mit ihm beschäftige desto suspekter und unbrauchbarer wird er mir.
        und: ja, dies ist ein eckiges Medium für einen solchen threat🙂
        Mittwoch um 11:54 ·
      • Carsten Thomas

        Jeder Mensch und Philosoph hat halt einen anderen Ansatz und da waren Nietzsche und Freud grundverschieden. Man kann sich immer das einem Nützliche herausfiltern und den Rest liegen lassen und nicht weiter beachten (wenn man denn nicht vom und im wissenschaftlichen Betrieb leben muss – dann kann man sich das nicht leisten…). Am Beispiel der Sublimierung kann man sehen, dass hier erhabene Theorien von und für Intellektuelle auch heruntergebrochen werden können für den Hausgebrauch. Natürlich stimmt es, dass sich jede Art von Energie, die wir in uns haben, in unserem Alltag aufstaut, denn sie kann und darf eben nicht jederzeit abgeführt werden. Dennoch hat jeder das Recht, die Pflicht und die Chance, überschüssige Energie abzubauen, auf SEINE EIGENE WEISE. (stimmt’s Jean-Pol?) Dafür leben wir schließlich auch in einer Demokratie. Das heißt, die Kultur nimmt uns was, sie gibt uns aber auch dafür etwas. Wir sind heute freiere Menschen denn je, wohlhabender und gesünder denn je und leben hygienischer und vor allem länger als jemals zuvor. Das sind doch die Errungenschaften unserer Kultur, die auf Triebverzicht errichtet wurde. Da kann man doch auf ein wenig augenblickliche Triebbefriedigung verzichten, oder? Genießen wir also diese Errungenschaften! Womit wir wieder am Anfang dieses Threads wären: genießen wir das Glück unseres Lebensstandards in vollen Zügen und hören wir auf ständig zu jammern! Will sagen: Jeder kann jederzeit machen, was er will und seine Energie abbauen, umleiten, abführen wie es ihm beliebt. Es gibt heute unendliche Weisen des Triebabbaus: Sport – Fußball, Fernsehen, Kampfsport, Radfahren, Laufen (was meine Wenigkeit vorzieht), ganz allgemein INFOMATIONSVERARBEITUNG, Spielen, Tanzen, Vögeln, Schreien usw. Dem sind heute keine Grenzen gesetzt – zum Glück! Es sollte für jedermann etwas Passendes dabei sein. Oh, ich habe vergessen: Unnütze Kommentare in Facebook schreiben, eine ganz neue Art der Sublimierung! ; )
        Mittwoch um 12:50 ·

8 Antworten

  1. Lebe im Hier und Jetzt und nimm das Leben so wie es ist. Das ist die einzige Realität die man halt Leben muss.
    Das Leben ist nicht planbar, Morgen ist bereits anders als Du geplant hast. Glück ist jeden Augenblick so anzunehmen, wie es nun mal ist. Das heisst, was immer kommt, anzunehmen, wie wenn ich es geplant hätte.
    Wer immer in der Vergangenheit lebt, der kann nicht glücklich sein aber immer nur auf die Zukunft hoffen das funktioniert auch nicht..
    Das Glück gibt es als solches nicht, alle die kleinen Momente in unserem Leben, summieren sich am Ende zu dem Glückgefühl, zu dem was wir Glück nennen. Glück ist wie so vieles im Leben ein Prozess, welcher sich entwickeln muss. Wenn wir wieder lernen, das Leben bewusst zu geniessen und nicht immer nur auf das grosse Glück warten, sonder auch ein Lächeln von einem Mitmenschen, als ein kleiner Baustein zu unserem Glück betrachten. Wenn wir wieder für die kleinen unscheinbaren Dinge im Leben, wie, der Duft einer Blume, den Klang der Vögel, offen sind und uns einfach wieder die Zeit nehmen, um der Natur zu zu schauen und den Tag zu geniessen ohne immer etwas tun zu müssen. Wenn wir aufhören das Glück zu suchen, sondern einfach dankbar sind, für all das gute und schöne das wir täglich erfahren dürfen und uns bewusst werden, dass wir ja eigentlich bereits glücklich sind.
    Liebe Grüsse zentao

  2. „alle die kleinen Momente in unserem Leben, summieren sich am Ende zu dem Glückgefühl, zu dem was wir Glück nennen.“
    – Einverstanden. Aber die kleinen Momente lassen sich herbeiführen. Und schon sind wir beim Planen. Mit einem festen, lukrativen Job, lassen sich solche Momente leichter hervorbringen. Mit einer gut funktionierenden Partnerschaft auch. Mit Aktivität ist die Chance größer, solche Momente zu erleben als wenn man passiv wartet. Auf einmal ist Glück etwas, was bewusst angestrebt werden und wozu man entsprechende Strukturen schaffen kann.

  3. Persönliches Glück hat IMHO mehr mit den eigenen Bedürfnissen, als mit dem Veralten zu tun.

  4. Und wie werden die bedürfnisse befriedigt, wenn nicht über ein bestimmtes verhalten?

  5. …darf jeder Mensch glücklich sein? Will sagen: Gibt es ein angemessenes Glück? Erzeugen wir unser eigenes Unglück möglicherweise selbst, um ein zu uns passendes Schicksal zu realisieren? Passt Glücklichsein zu jedem Lebensentwurf?

  6. @Franz
    1. Was der Mensch kann, muss er (sagt Maslow im Zusammenhang mit dem Konzept der Selbtsverwirklichung). Angemessen ist, was vom Subjekt als angemessen empfunden wird. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Mensch seine Ansprüche soweit reduziert, bis seine Bedürfnisse als angemessen befriedigt erscheinen. Wenn es ihm nicht gelingt, leidet er.
    2. Wenn Leiden zur Realisierung des eigenen Glücks (im Sinne von Gleichgewicht) gehört, generieren wir das passende Leiden. Möglicherweise wird Glück im Gefühl der Kohärenz erreicht. Und wenn zur Kohärenz permanentes Pech gehört, dann wird Glück (=Kohärenz) im Leiden realisiert.
    3. Wahrscheinlich muss man Leiden nicht mir Unglück gleichsetzen. Jeder Lebensentwurf zielt auf Glück ab, selbst wenn dieses Glück über Leiden realisiert werden muss.

  7. […] Wissen -> Tugend -> Glück […]

  8. […] Ob es einen Zusammenhang zwischen unglücklich sein und glücklich sein gäbe, eine Kausalität: Korrelation zwischen Verhalten und Glück? […]

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