Wissenskonstruktion in Ingolstadt.

Resume Als Aktionsforscher sehe ich meine Aufgabe darin, das Handlungsfeld, in dem ich mich bewege, zu optimieren. Mein aktuelles Handlungsfeld ist Ingolstadt.

1. Ausgangspunkt

Meine Intention habe ich bereits an anderen Stellen (z.B. hier) beschrieben. Es geht darum, durch Vernetzung von Gruppen, die untereinander gegenwärtig noch wenig Kontakt haben, Potenziale freizulegen, die kollektiv an der Lösung von Problemen arbeiten. Das Modell ist das Gehirn mit seinen Milliarden von Neuronen. Nun gibt es 125.000 Ingolstädter Bürger, keine Milliarden also, aber genug, um gute Problemlösungen zu generieren, wenn sie zusammenarbeiten. Ich unterscheide a) die empirische Ebene, also das Feld, in dem Probleme entstehen, b) die Reflexionsebene, auf der versucht wird, Lösungen (also Wissen) zu erzeugen und c) die Umsetzungsebene, auf der das neue Wissen diffundiert wird.

2. Die empirische Ebene

Die empirische Ebene ist die Stadt in ihrer Ganzheit. Da ich als einzelner keine Evaluation aller Probleme leisten kann, konzentriere ich mich auf ein Segment. Ich versuche in die Problematik von „Migrantenvereinen'“ einzudringen und den anderen Ingolstädter Einwohnern aufzuzeigen. Durch mehr Wissen entsteht mehr Verständnis und mehr Hilfsbereitschaft. Wenn Leiden vorhanden ist, kann es durch entsprechende Haltungen vermindert werden. Das  geschieht im Rahmen des Projektes „Die Ingolstädter Brückenbauer„.  Dabei möchte ich ausdrücklich hervorheben, dass die Arbeit mit Migrantenvereinen nicht problemlastig ist, ganz im Gegenteil! Es macht sehr viel Spaß, mit diesen Vereinen zu arbeiten. Aber wenn es ein „Problem“ bei der Integration gibt, dann soll es erkannt und angegangen werden.

3. Die Reflexionsebene

Per Zufall bin ich auf die Idee gekommen, Philosophiekurse anzubieten. Zwei Kurse an der Volkschochschule, zwei im Bürgerhaus und ich bin auch online in zwei Gruppen unterwegs. Nun offerieren die Philosophen mit ihrer Unmenge an – teilweise ganz absurden – Modellen, einen wunderbaren Fundus an Denkinstrumenten mit denen man auch reale Alltagssituationen angehen kann.  Was ist naheliegender, als die Teilnehmer der Philosophiekurse zu bitten, die Denkmuster, die wir beim Studium der Philosophie erwerben, am Beispiel der aktuellen Kommunalpolitik einzuüben und dabei auch Problemlösungen zu erarbeiten?

4. Die Diffusionsebene

Das Ergebnis dieser Reflexionen versuche ich, bei den Ingolstädter Grünen einzuspeisen. Selbstverständlich sammeln die Grünen selbst auch Denkstoff in ihrer politischen Alltagsarbeit. Auf diese Weise sind die Grünen ein Ort intensiver Reflexion mit der Generierung von Problemlösungen. Meine Aufgabe sehe ich vor allem darin, Stoffe, die den Grünen nicht prioritär präsent sind, mit Nachdruck zur Wissenskonstruktion und -diffundierung zu empfehlen.

Fazit Es wird die Stadt als permanenter Problemlieferant in den Fokus genommen, es wird über die Probleme intensiv reflektiert und die Ergebnisse dieser Reflexion werden diffundiert. Und alle drei Ebenen greifen ineinander.

Roland Graef: „Die LdL-Homepage muss weiterleben!“

Aus der LdL-Mailingliste:

Lieber Herr Grzega, lieber Jean-Pol!

Die LdL-Homepage muss unbedingt weiter „leben“: Sie ist vor allem bei Fortbildungen eine unersetzliche Quelle von Informationen, auf die man schnell verweisen kann. Darüber hinaus nenne ich diese Homepage auch immer wieder in der Schule für Kollegen sowie v.a. für Praktikanten und Referendare. (Ich schaue manchmal sogar selbst rein, z.B. auf der Suche nach einem neuen Film!)

Eine Neuanmeldung wäre m.E. allerdings vielleicht gar nicht so schlecht:  vielleicht würden bei einem entsprechenden Rundbrief über die ZUM bzw. die Mailingliste auch Neue dazu stoßen?

LdL lebt – warum sollte die Homepage dann eingehen?

Liebe Grüße aus dem Allgäu (das der Winter allmählich auch aus seinem festen Griff befreit…)
Roland

PS.: Ich habe inzwischen übrigens wieder eine Anfrage für eine LdL-Fortbildung in der Schweiz im Spätsommer, in der Gegend von Lausanne – auch dafür brauche ich die Homepage…

www.ldl.de muss weiterleben!

Hier der jüngste LdL-Kontaktbrief von Joachim Grzega!

 

Jg. 25, LdL-Kontaktbrief Nr. 153

Liebe LdL-Freunde,

die Universität Eichstätt stellt ihre Webseiten derzeit komplett auf ein neues System um, und der Transfer der LdL-Seiten gestaltet sich als äußerst komplex. Eine finanzielle Unterstützung, die ich für diese Aktion bräuchte, ist derzeit noch überhaupt nicht gesichert. In welcher Form es mit der traditionsreichen LdL-Plattform weitergeht – sie war seinerzeit eine der ersten der Uni Eichstätt –, ist also bedauerlicherweise noch völlig offen. Ebenso offen ist daher, wie es mit den Kontaktbriefen weitergeht, die nun in ihr 25. Jahr gehen. Es kann sein, dass die mehrere hundert Abonnenten umfassende Adressenliste überhaupt nicht transferierbar ist und sich bei einer Neueinrichtung jeder auch neu anmelden muss. Ich bitte alle Interessenten, in den nächsten Wochen einfach selbstständig immer wieder mal zu prüfen, inwieweit sich eine Neugestaltung der Seiten ergeben hat.
Ich möchte diesen Kontaktbrief jedoch nicht ohne einige aktuelle Hinweise beenden:

  • Mittlerweile ist der von Christian Spannagel, Lutz Berger und mir herausgegebene Band zur Ludwigsburger LdL-Tagung 2009 endlich veröffentlicht. Informationen dazu hier: http://bildungsreporter.wordpress.com/2011/03/25/lernen-durch-lehren-im-fokus/. (darin auch mehrere Basisartikel von Jean-Pol Martin und mir).
  • Auf der Seite http://www.gedankenstuecke.de/categories/12-Aktuell berichtet ein Deutsch-Lehrer von seinen Erfahrungen mit LdL im Leistungskurs.
  • Ich selbst habe in den vergangenen Wochen zwei Workshops zu LdL gehalten: einmal vor Hochschuldozenten, die aktivierende Methoden für internationale Studierendengruppen kennen lernen wollten, das andere Mal vor einem VHS-Publikum, in dem eine Reihe von Lehrkräften saßen: von den LdL-Grundprinzipien waren die Teilnehmer schnell überzeugt und so erzählten einige rasch ein paar echte “Problemfälle”, für die wir Lösungen im Sinne von LdL – nach meinem Eindruck zufriedenstellend – diskutieren konnten. Das waren auch für mich sehr spannende Veranstaltungen.

Beste Grüße

Joachim Grzega

28.03.2011; Apl. Prof. Dr. Joachim Grzega

Plotin: darauf muss man schon mal kommen!:-)

Resume Beim meinem Streifzug durch die Philosophie bin ich stets auf der Suche nach Handlungsempfehlungen. Die Denker bilanzieren die Ist-Situation und versuchen, einen Weg aus der Misere aufzuzeigen. So auch Plotin.

1. Das Malheur!

Aus: Wilhelm Weischedel: Die Philosophische Hintertreppe. dtv. 38.Aufl. 2009, S.75f.

Den Ausgangspunkt bildet die Tatsache des Verfalls der Seele. Sie, die ursprünglich dem ewigen Bereich angehört, hat am Hinabblicken der Weltseele Anteil. Sie kann sich vermöge ihrer Freiheit in diesen Anblick verlieren, kann sich dem Leibe hingeben und dadurch ihren Ursprung vergessen. Das ist sogar das gewöhnliche alltägliche Dasein des Menschen; er treibt sich im weltlichen Tun herum. Aber auch darin bleibt die Seele, wie allem Weltlichen, die Sehnsucht nach dem Einen, die aus der Erinnerung an ihre Herkunft erwächst. ‚Da die Seele aus Gott stammt, verlangt sie mit Notwendigkeit nach diesem.‘ Dadurch wird sie veranlasst, sich aus ihrer weltlichen Verstrickung zu lösen, ‚das Kleid auszuziehen, das sie beim Abstieg angetan hat‘, und die Rückkehr in ihren Ursprung anzutreten. Sie wendet sich zunächst zu sich selber als ewiger und zu Ende zur Gottheit, zum Einen. Das aber ist eben der Weg des Philosophierens.

2. Und jetzt die Handlungsanweisung

Auch die Rückkehr vollzieht sich, wie die Herabkunft, in vier Stufen. Die erste besteht darin, dass sich der Mensch vom individuellen Daseinsgenuss abwendet und sich den Tugenden des Miteinander, der Tapferkeit, der Gerechtigkeit, der Besonnenheit, der Weisheit zukehrt. Auf der zweiten Stufe kommt es zu einer völligen Abwendung vom Sinnlichen, von allen Leidenschaften und Trieben; hier reinigt sich die Seele, zieht sich auf sich selber zurück und gelangt dadurch auf die Ebene des Übersinnlichen, auf der sie ursprünglich beheimatet ist. Die dritte Stufe bringt den Aufstieg vom bloß Seelischen des Ich zu dessen geistigem Wesen; hier entspringt die theoretische, die philosophische Existenz, die ihre Freude an der Schau der Ideen hat. Die vierte Stufe schließlich besteht darin, dass man alles einzelne, selbst die Ideen, fahren lässt, dass man aus der Welt entrückt wird, dass das Wissen von sich selbst erlischt, dass man ‚in das Unbetretbare der Seele‘ gelangt; hier wird es dann möglich, dass der Mensch und die Gottheit wahrhaft eines werden.

Fazit: Hier erkennt man viel Platon, viel Aristoteles, man entdeckt Vorstufen des Christentums und einiges, was zahlreiche Menschen auch heute noch als Modelle mit sich herumtragen…

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Kategorie:
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Vernunft -> Erkenntnis -> Tugend -> Glück

Resume Ich halte mal fest, was mir bei meinem philosophischen Durchzieher auffällt.

Bei den meisten antiken Denkern bis einschließlich Boetius verläuft der Weg zum Glück nach folgendem Muster:

1. Wollen wir glücklich sein, müssen wir tugendhaft, also im Einklang mit der Natur leben. Um deren Prinzipien zu erkennen müssen wir die Realität richtig erfassen und dafür unsere Vernunft einsetzen.

2. Was bedeute aber Vernunft? Wie lässt sie sich erreichen? Bei Aristoteles ist sie für den Menschen konstitutiv. Menschsein bedeutet vernünftig sein.

3. Wollen wir unsere Vernunft einsetzen, um das Weltprinzip zu verstehen, so sind wir auf unseren Erkenntnisapparat angewiesen. Leider aber täuschen uns unsere Sinne: was wir von der Realität wahrnehmen ist nicht die Wahrheit. Das verlangt von unserem Gehirn hohe Adaptationsleistungen. Wie funktioniert unser Denken? Aristoteles versucht unsere Denkinstrumente zu beschreiben, die Art und Weise wie wir die Realität wahrnehmen und wie wir unsere Erfahrung kognitiv verarbeiten (z.B. mit Hilfe von Kategorien).

4. Das versuchen später auch u.a. Francis Bacon, Descartes und Kant.

Fazit Auf das Leben appliziert bedeutet es a) die Realität der Umgebung besser erfassen (hinter die Kulissen schauen), damit die Vernunft ein qualitativ besseres Material erhält, um b) die anstehenden Probleme zu lösen und Zufriedenheit zu erreichen.

Türkischer Kultur- und Bildungsverein Ingolstadt.

Resume Im Rahmen meiner Aktivitäten als „Projektleiter“ der Ingolstädter Brückenbauer traf ich gestern den Vorsitzenden des Türkischen Kultur- und Bildungsvereins, Arslan Cakli.

1. Ausgangspunkt

Der Verein heißt noch „Elternverein der deutschen und türkischen Schulen“, wird aber am kommenden Sonntag voraussichtlich den Namen ändern. Er wurde 1978 gegründet mit der Absicht, die schulische Integration der nach Deutschland eingewanderten türkischen Schüler zu fördern. Gegenwärtig sind 60 Mitglieder eingetragen, davon arbeiten 20 aktiv mit.

2. Perspektiven

Vor zwei Monaten wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich vorgenommen hat, die kulturellen Aktivitäten zu forcieren und mit entsprechenden Angeboten stärker in die Öffentlichkeit zu treten. Die betrifft insbesondere die Musik, aber auch Literatur, Theater und sonstige bildungsförderliche Unternehmungen. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der Sprachförderung, sowohl im Bereich der Muttersprache als auch des Deutschen und Englischen. Im Hinblick auf die Öffentlichkeit hat der sehr dynamische, neugewählte Vorstand mit seinem Team intensiv an der Vorbereitung der Veranstaltung „Miteinander International“ am kommenden Freitag in der VHS-Ingolstadt mitgewirkt.  Ferner ist ein internationales Kinderfest am 8.Mai 2011 geplant.

Fazit Eine neue, dynamische Gruppe, die wir nach Kräften unterstützen werden.

Thailändischer Verein Ingolstadt: auf Erfolgskurs.

Resume Der thailändisch-deutsche Familienverein wurde 2009 gegründet. Gestern saß ich bei dem Fest „East meets West“. Viele Gäste waren gekommen, darunter auch Filipinos, Vietnamesen, Chinesen und Mongolen.

1. Ausgangspunkt

In Ingolstadt gibt es eine kleine thailändische Community hauptsächlich aus  Thailänderinnen und ihren deutschen Ehemännern. Wie viele anderen Migrantengruppen haben sie einen Verein gegründet, um sich zu treffen und die aus der Heimat mitgebrachten Bräuche zu pflegen. Natürlich sind Gäste willkommen und sie werden entsprechend der enormen Freundlichkeit dieser Gruppe sehr herzlich behandelt, wie ich bei früheren Einladungen feststellen konnte. Als Brückenbauer möchte ich mich behilflich zeigen und fragte gestern, ob angesichts der tollen Stimmung und des großen Zulaufs überhaupt so etwas wie Probleme vorlägen und Hilfe gewünscht sei.

2. Ein Problem: das Image. Aufklärung tut Not!

Thailändische Frauen und auch ihre Männer leiden darunter, dass das Image ihres Herkunftlandes durch die Sexindustrie geprägt wird. Aufgewachsen in einer Kultur, die dem Einzelnen wenig Raum zur Selbstbehauptung lässt, gehen sie das Image-Problem nicht offensiv an und bleiben lieber zu Hause, als dass sie sich in eine Öffentlichkeit begeben, die sie und ihre Familie in den oben erwähnten Kontext stellen. Thailand ist ein Schwellenland mit vielfältigen Ressourcen und hoher Dynamik, das nicht vedient hat, einseitig mit der Sexindustrie assoziert zu werden. Eine wichtige Aufgabe wäre für uns (Brückenbauer, Parteien, Sozialaktive), die Ingolstädter Bevölkerung auf dieses Phänomen, das viel Leid verursacht, eindringlich hinzuweisen.

3. Die Expansion des Vereins

Dank des bewundernswerten Einsatzes der Vereinsmitglieder, insbesondere der Vorsitzenden Frau Nancy Malich und ihres Mannes, expandiert der Verein derart, dass die Statute verändert werden müssen, denn es gesellen sich weitere Volksgruppen wie Filipinos, Vietnamesen, Chinesen und Mongolen. In Ingolstadt entsteht also ein Verein, der die hiesigen Asiaten integrieren könnte. Auch Inder sind willkommen, aber da die Treffen und Feste eine wichtige kulinarische Komponente enthalten, stellt sich das Problem des Fleischangebotes, denn Inder sind nicht selten Moslems, die bekanntlich kein Schwein essen. Zu den Mongolen: in Ingolstadt leben zwei Mongolenfamilien. Eine habe ich gestern kennengelernt: sie sind Musiker und haben uns in vollem mongolischen Kostüm diverse Stücke aufgeführt, mit Gesang. Hier ihre Homepage. Der Verein bietet ab heute 17:00Uhr Kochkurse an!

Fazit Es lohnt sich, den den Feiern des thailandisch-deutschen Familienvereins zu gehen. Man trifft auf sehr herzliche Menschen und lernt eine Menge dabei!

Christian Popper?

Atlantik-Verein Ingolstadt: Wissen als Schlüssel zur Integration.

Resume Vor kurzem wurde ich zum Projektleiter bei den Brückenbauern gewählt. Mein Ansatz ist, dass wir unser Wissen über die „Migranten“vereine systematisch  vertiefen. Gestern war ich zu Besuch bei Atlantik.

1. Atlantik: Hintergrund und Ziele

Atlantik wurde vor 15 Jahren von Bürgern türkischer Abstammung gegründet, die sich innerhalb der deutschen Gesellschaft beruflich gut positioniert haben. Dies war ihnen vorwiegend über einen erfolgreichen Bildungsparcours gelungen. Aufgrund dieser Erfahrung wollten sie nachkommenden Migranten helfen, ebenfalls über den Bildungsweg zu einer geglücktgen Integration zu gelangen. Da die Fokussierung auf Qualifikation für alle politischen Instanzen sofort einleuchtend ist, erhielten sie auch entsprechende Unterstützung, insbesondere von der Stadt Ingolstadt. Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Vereins liegt auf der schulischen Betreuung (Nachilfe und Zusatzangebote im kulturellen und sprachlichen Bereich) und auf dem Angebot von sinnvollen Aktivitäten  außerschulischer Natur (Sport, Wokshops, Theater, usw.). Gegenwärtig nehmen für die schulische Unterstützung 80 Schüler, für die Freizeitaktivitäten 160 Jugendliche teil.

2. Aufgabenschwerpunkt

Die meisten türkischen Eltern sind daran gewöhnt, die Ausbildung und gesellschaftlich bezogene Erziehung ihrer Kinder ganz dem Staat zu überlassen. Sie wissen beispielsweise nicht, wie man zu Hause eine förderliche  Lernumgebung gestaltet. Auch die Erfordernisse des deutschen Schulsystems sind ihnen fremd, so dass sie dem hilflos und passiv gegenüber stehen. Ein Schwerpunkt des Atlantik-Vereins liegt darin, die Eltern über all diese Zusammenhänge aufzuklären. Es geht also darum, das Wissen der Eltern über die deutsche Gesellschaft, ihre Sitten und ihre relevanten Institutionen so aufzubauen, dass sie Partizipationsfähigkeit erwerben. Der Atlantik-Verein konzentriert sich ganz auf diesen Wissens- und Bildungs-Aspekt und vermeidet wohlweislich jede Stellungnahme politischer oder religiöser Natur. Fokus auf Wissen!

3. Meine Position

Ansgesichts der von diesem Verein auf sich genommenen Anstrengungen, wäre es sinnvoll, auch von der deutschen Seite aktiv auf die Migranten zuzugehen, indem

a) unser Wissen über die Migranten, ihre Kultur und ihre Probleme systematisch ausgebaut wird,

b) das Wissen und die Erfahrung der Migranten systematisch eingeholt wird, indem man sie aktiv bittet, kommunale Verantwortungen (z.B. Bezirksausschüsse, Stadtrat) zu übernehmen. Das nenne ich Ressourcenorientierung (wir brauchen doch die Leute!) und Einlösen der so oft beschworenen „Augenhöhe“. Das hätte den Vorteil, dass wir gemeinsam unsere Zukunft planen und zwar an konkreten Projekten auf kommunaler Ebene.

Fazit Wir brauchen die Migranten, ihr Wissen, ihre Erfahrungen und wollen sie bei der Planung unserer gemeinsamen Zukunft als Akteure dabei haben.