Sinn des Lebens?

Resume Natürlich stellt sich die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens nicht permanent, sondern vor allem in Umbruchphasen. Rückblick und Ausblick:

1. Ausgangspunkt

An diversen Stellen (z.B. „Wie kann ich mein Aktivitätsniveau halten?“) habe ich beschrieben, dass der Schritt in den Ruhestand für viele Menschen erhebliche Probleme mit sich bringt. Ich habe dargestellt, dass die wichtigsten von Maslow aufgelisteten Grundbedürfnisse, insbesondere nach sozialer Einbindung, sozialer Anerkennung, Selbstverwirklichung und Sinn im Ruhestand keine Befriedigung mehr finden, wenn man keine effektive Gegenstrategie entwickelt. Was bedeutet aber Sinn?

2. Selbsterhaltung als Sinn des Handelns

Geht man davon aus, dass das Leben kein höheres Ziel hat als seine eigene Erhaltung, so stellt man fest, dass entsprechende Handlungen, wie Nahrungaufnahme, Schlaf, Sexuelle Aktivitäten im Gehirn sehr positiv konnotiert sind. Lebenserhaltende  Prozesse verursachen „Glücksgefühle“. Dazu zählt auch die Informationsverarbeitung (siehe: „Informationsverbeitung als Grundbedürfnis„). Gelingt es jemandem, sich in einer Umwelt zu bewegen, in der er viele lebensförderliche Handlungen durführt, so hat er gute Aussichten, „glücklich“ zu werden. Solche Umwelten kann er aktiv aufsuchen oder, wenn sie nicht zugänglich sind, selbst schaffen.

3. Sinnvolle Handlungen

Sinnvolle Handlungen sind solche, die zur Erhaltung und zur Entfaltungen von Leben beitragen. Bezieht man sich auf die Maslowsche Bedürfnisspyramide so sind sinnvolle Handlungen solche, die zur Bedürfnisbefriedigung beitragen, sei es der eigenen, sei es der Bedürfnisse von anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, vielleicht sogar Pflanzen).  Es sind z.B. soziale Projekte, Helferaktivitäten, überhaupt alle Handlungen, die das eigene oder fremde Leiden lindern und mehr Glückschancen eröffnen. Man kann sogar versuchen, systematisch glückinduzierende Strukturen zu schaffen, wie es die Aufgabe der Politiker ist. Dabei sollte man nie die Bedürfnispyramide von Maslow aus den Augen verlieren. Es ist günstig, wenn man das Maslowsche Modell durch weitere Faktoren anreichert, wie dies hier versucht wird.

Fazit Sinn kann man darin finden, glückbringende Strukturen in seinem Umfeld zu schaffen.

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3 Antworten

  1. @jpm: Fazit Sinn kann man darin finden, glückbringende Strukturen in seinem Umfeld zu schaffen.

    Gilt das auch für Räuber im Umfeld einer Räuberbande?

  2. Ja, das gilt auch für die Räuber, zumindest kurzfristig und für sich selbst sowie ihre Bande. Langfristig wohl nicht, denn da ihre Aktivitäten gesamtgesellschaftlich gesehen „böse“ sind, ist die Struktur „Räuberbande“ an sich nicht glückbringend, weder für die Gesellschaft, noch für die Raüber selbst auf lange Sicht. Also kurzfristig handeln die Raüber für sich selbst lebenserhaltend (sinnvoll), langfristig lebenszerstörend (nicht sinnvoll).

  3. Eine Voraussetzung für die Entwicklung dieser Sinn-fördernden Handlungen ist ein gewisses Bewusstsein, Aufmerksamkeit für sein eigenes Leben. Und auch noch Zeit, die für viele im Alltag eine sehr knappe Ressource ist (für der Rentner sollt es kein Problem sein).
    Sinn des Lebens hat auch mit der Richtung (Berufung, etc…) zu tun. Für einige ist sie klar zu sehen, und müssen deshalb sie nicht suchen. Für viele muss aber diese Richtung aktiv erarbeitet werden, durch z.B. die im Artikel beschriebene Vorgehensweise.
    Ein weiteres Aspekt versteckt sich in jedem Augenblick: die Kohärenz zwischen seinen Werten und seinem Handen ist auch Sinn-fördernd. Reagiere ich mit Verständnis, wenn eine Kassiererin einen Fehler zu meinen Ungunsten nach einem vollen Arbeitstag macht, dann habe ich einen Zuschuss Sinn für mich geschafft.

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