Sokrates defensiv?

Mit fällt auf, wie defensiv die Empfehlungen von Sokrates sind. Dieses „Erkenne dich selbst“  hat u.a. als Ziel, dass man seine Fähigkeiten richtig einschätzt und vor allem seine Schwächen, damit man sich nicht an Aufgaben heranwagt, die einen überfordern.

Ich zitiere (aus Wikipedia):

(…) Dem stimmt Euthydemos zu; doch das genügt Sokrates nicht. Er will darauf hinaus, dass Selbsterkenntnis größte Vorteile, Selbsttäuschung aber schlimmste Nachteile mit sich bringe:

„Denn wer sich selbst kennt, der weiß, was für ihn nützlich ist, und vermag zu unterscheiden, was er kann und was nicht. Wer das betreibt, was er versteht, der erwirbt sich, was er benötigt, und es geht ihm gut; andererseits hält er sich von dem fern, was er nicht versteht, und so begeht er keine Fehler und bleibt vor Unheil bewahrt.[69]

Die richtige Selbsteinschätzung bilde auch die Basis für das Ansehen, in dem man bei anderen stehe, und für erfolgreiches Zusammenwirken mit Gleichgesinnten. Wer darüber nicht verfüge, gehe meist fehl und mache sich zum Gespött.

Auch in der Politik siehst du ja, daß Staaten, die ihre Kraft falsch einschätzen und sich mit mächtigeren Gegnern einlassen, entweder der Zerstörung oder der Versklavung anheimfallen.[70]

Wie soll man aber wissen, was man machen könnte, wenn man nur das tut, was man machen kann?

Daher (nach wie vor) meine Empfehlung: Verhalte dich wie ein Neuron!