Warum ein Menschenbild? (Michaels zentrale Passage)

#10 Michael 2010-10-26 10:22
Ergänzend und vielleicht auch zum Bedenken noch einige Gedanken von mir, warum es so wichtig ist, das Menschenbild in der Politik und Gesellschaft explizit zu diskutieren. Da unser individuelles und kollektives Menschenbild unsere Wahrnehmung und Entscheidungen maßgeblich beeinflusst, ist es integraler Bestandteil des politischen Prozesses. Wir sehen die Auswirkungen des Menschenbildes ja gerade in der Integrationsdebatte. Den Äußerungen der Sarazins, Seehofers und Merkels liegt ein deutlich anderes Menschenbild zu Grunde als den Cohn-Bendits und den Gabriels. In diesem Bereich werden die unterschiedlichen Menschenbilder nicht explizit, sondern implizit verdeutlicht und machen eine sachliche Diskussion schon deswegen so schwer. Der hier vorgestellte bedürfnisorientierte Ansatz kann ein Instrument sein, um diese Differenzen zu veranschaulichen und die Implikationen für die Politik und Gesellschaft deutlich machen.“

Quelle: Menschenbild: neues Werkzeug für die Ingolstädter Grünen

4 Antworten

  1. Sein eigenes Menschenbild zu bestimmen ist genauso schwer, wie zu erkennen, an welchen Werten man sich wirklich orientiert und an welche man nur glaubt.
    Wichtig ist, dass das recht allgemeine Menschenbild des Grundgesetzes nicht verlassen wird: Der Mensch hat eine Würde und darf nicht zum bloßen Mittel herabgewürdigt werden. Diese in Artikel 1 des GG festgehaltene Wertorientierung wird bei bei Beiträgen zur Debatte über Reproduktionsmedizin nicht selten zu wenig beachtet.
    Bei einer eng individualistisch verstandenen Bedürfnisorientierung kann er auch in den Hintergrund treten.

  2. Ich verstehe nicht warum Politiker über Menschenbild diskutieren. Ich finde sie haben keine Kompetenzen dafür.

  3. @Manu
    Wie können sie dann politische Strukturen gestalten und Entscheidungen treffen, wenn sie nicht wissen, welche Bedürfnisse die Büger haben?

  4. @apanat
    „Bei einer eng individualistisch verstandenen Bedürfnisorientierung kann er auch in den Hintergrund treten.“
    – Damit die Bedürfnisorientierung nicht eng individualistisch ausgelegt wird, muss das menschenkonstrukt breit diskutiert werden…

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