Wittgenstein: bizarr war er schon!:-))

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13 Antworten

  1. „Philosophy is just a byproduct of misunderstanding language.“
    Oder wie Volker Linke es formuliert: „Philosophie ist das Kultivieren von Missverständnissen“.

    Eine schöner Satz … aber zum Glück hat ihn auch Wittgenstein selbst dann später ja korrigiert zum Konzept des Sprachspiels … denn da ist die Welt der Philosophie doch wesentlich besser beschrieben.

  2. @Andreas
    Die welt der philosophie ist ein riesensupermarkt: egal was mich beschäftigt – auch das randständigste -, ich finde immer etwas, auch an den entlegensten orten, das meinem momentanen interesse denknahrung liefert. Und manchmal ist es derselbe autor, der zwei gegenteilige impulse setzt: a) worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen und b) die bedeutung eines wortes variert ad infinitum je nach kontext, was a) ad absurdum führt.

  3. @jean-pol martin
    Ich erkenne nicht warum Aussage b) Aussage a) ad absurdum führt.
    Aussage a) grenzt doch bloß ein, worüber wir reden können und über die Dinge, über die wir nicht reden können, können wir halt nicht reden oder „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“.
    Aussage b) sagt bloß, dass ein Wort keine absolute Bedeutung hat, sondern immer nur eine relative Bedeutung, abhängig vom Kontext. Aber es gibt hier etwas worüber wir reden können!

  4. @Magnus
    Ich müsste noch einmal genau nachschauen, warum ich den eintrag verfasst habe. (Bei the way damit merke ich auch, dass ich meine sätze ohne den Kontext auf Anhieb nicht verstehe!:-) Sobald ich das geklärt habe, melde ich mich hier wieder!

  5. @Magnus
    In seiner ersten Philosophie a) hat Wittgenstein die Theorie entwickelt, dass sinnvolle sprachliche Ausdürcke „Bilder“ der Wirklichkeit sind und dass nur wissenschaftliche Aussagen über die erfahrbare Welt sinnvolle Aussagen sind. In seinen späteren philosophischen Untersuchungen b) wandte er sich von der Bildtheorie ab. Stattdessen fordert er dazu auf, die Alltagssprache in ihrem vielfältigen Gebrauch zu untersuchen und den Gedanken einer eindeutig bestimmten Bedeutung sprachlicher Ausdrücke aufzugeben.
    (nach: Morgenstern/Zimmer, Treffpunkt Philosophie, 5, Wirklichkeit und Weltbilder).
    Ich denke, dass a) durch b) ad absurdum geführt wird. Weniger drastisch ausgedrückt: Wittgenstein hat seine Position geändert.

  6. @jean-pol martin
    Ich finde deine These immer noch schwierig zu verstehen. Ich fass das mal mit einem Beispiel zusammen. Es geht um das Wort „hier“. Dieses Wort erhält seine Bedeutung durch einen Kontext. Die möglichen Kontexte sind potentiell unendlich. Für Logiker hat das Wort keine Bedeutung, da ihm keine allgemeingültige Bedeutung zugeschrieben werden kann.

    Wenn ich nun sage, dass Wort „hier“ hat nur im Kontext Bedeutung und keine allgemeingültige Bedeutung, so kann der frühe Wittgenstein mir nicht sagen, was das Wort bedeutet. Also kann ich nicht über das Wort reden, wodurch es seine Bedeutung verliert!

    Wie wäre der frühe Wittgenstein mit der Behauptung, dass das Wort „hier“ keine Bedeutung hat, umgegangen?

  7. @magnus
    „Wie wäre der frühe Wittgenstein mit der Behauptung, dass das Wort „hier“ keine Bedeutung hat, umgegangen?“
    – Ich denke, der frühe Wittgenstein hätte über das wort „hier“ nicht sprechen wollen. Das unterscheidet den frühen vom alten. Der alte distanziert sich vom jungen. Oder?

  8. @magnus
    Übrigens: dass du nachfragst ist für mich sehr fruchtbar, denn das zwingt mich, mich noch einmal genauer mit Wittgenstein zu befassen. Das ist wirklich das tolle an den „neuen“ medien, dass man permanent zum nachenken gezwungen wird von menschen, denen man früher nie begegnet wäre. Das kollektive denken ist was hervorragendes!

  9. Sehr netter Film, das. Obwohl ich nicht sicher bin, ob er statt „Philosophie“ nicht „Metaphysik“ hätte sagen sollen. Denn Ethik, Logik und andere philosophische Fächer erkennt er ja an. Aber klassische Metaphysik ist in der Tat ein Missverständnis hinsichtlich der Sprache. Dass wir Nomen und Adjektive haben, ist kein Hinweis darauf, dass es Substanzen und Akzidenzien „geben“ muß. U.s.w.

  10. @jean-pol martin
    Zum Wittgenstein: In meinen Augen ist es seltsam und zeigt nur, dass die Theorien der Logiker nicht vollständig sind, wenn sie Wörter ausradieren (oder ignorieren) die keine allgemeingültige Bedeutung haben. Anstatt die Spache an eine Theorie anzupassen, sollte lieber die Theorie an die Sprache angepasst werden.

    Zum philosophischen Dialog: Ja, dass ist mir auch schon aufgefallen, dass philosophische Texte (oder Kommentare) im Internet nicht für sich allein und unantastbar stehen, sondern sofort in eine Diskussion hineingezogen werden können. Somit würde ich sagen: Der philosophische Text im Internet gleicht einem Dialog, einem modernen Briefwechsel.

  11. @Wolfgang
    – Danke für den denkstoff. Ich lasse mir deinen kommentar durch den kopf gehen und lese noch einmal einige Texte zu und von Wittgenstein.
    @Magnus
    „In meinen Augen ist es seltsam…“
    – Daher sage ich auch: „Bizarr war er schon…“
    Ansonsten: durch deine anmerkungen hast du mich gezwungen, mich erneut mit Wittgenstein relativ ausführlich zu befassen. Jetzt zum Beispiel werde ich „Wittgenstein“ aus dem Buch von Otfried Höffe „Klassiker der Philosophie“ lesen.

  12. @Wolfgang
    „Dass wir Nomen und Adjektive haben, ist kein Hinweis darauf, dass es Substanzen und Akzidenzien „geben“ muß. U.s.w.“
    – OK. Jetzt habe ich verstanden, glaube ich!

  13. […] @jean-pol martin Ich finde deine These immer noch schwierig zu verstehen. (weiter) […]

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