Als Schülerin habe ich LdL gehasst!

Den Beitrag habe ich aus Gründen des Datenschutzes auf die Kernaussagen reduziert. JPM

(…) Der Ablauf war ungefähr folgender: Der Lehrer gab dem Schüler ein paar Folien und sagte ihm genau welchen Text oder welche Quelle er vorbereiten sollte. Dazu gab es ein Zeitlimit, das relativ knapp bemessen war (sowohl für die Vorbereitung, als auch für die Präsentation im Unterricht). Also ging man nach Hause und kaute meist relativ unmotiviert die Unterlagen des Lehrers durch, deren Sinn man aber oft nicht verstanden hatte. (..) Was dabei garnicht gefragt war, waren Eigeninitiative und Kreativität. Die Stunden waren meist unglaublich langweilig und jeder Schüler war heilfroh, wenn er seine LdL-Stunde mit einer 3 über die Bühne gebracht hatte.  (…)Als Lehrer sollte man – glaube ich – sich vorher bewußt sein, dass eine gelungenes LdL-Konzept mehr Aufwand braucht als der normale Frontalunterricht und es auch dazugehört den Schülern zu zeigen, dass es nicht nur um das „runterleiern“ eines Themengebiets geht, wie bei einer Vokabelabfrage. Sondern um eigene Ideen, um Spaß und Spannung am Lernen, oder auch um Unterhaltung. Natürlich wird der Unterricht nicht zum Kinosaal, aber die Schüler sehen ja auch selbst, was ihnen gefällt oder nicht und werden das zumindest teilweise übernehmen. (…)

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18 Antworten

  1. @Anna
    Ich glaube, um LdL richtig anzuwenden darf man als Lehrer kein perfektionist sein. Dein Lehrer wollte wahrscheinlich keinen Fehler machen und zulassen.

  2. Liebe Anna, danke für deinen Beitrag, der mir sehr aus der Seele spricht. Ich denke, LdL ist eine von vielen Methoden, die man gezielt und sparsam einsetzen sollte, nämlich genau dann, wenn die Rahmenbedingungen passen! Inflationär eingesetzt bringt es genausowenig, wie jede andere Methode. Das Geheimnis eines guten Unterrichts liegt sowieso nur an der Sensibilität der Lehrperson, die abzuwägen hat, mit welcher Methode er/sie bei welcher Gruppe von Lernenden am besten weiterkommt. Es gibt keine Methode, die bei allen Gruppen einsetzbar ist. Diese Art des Unterrichts hat mir persönlich als Schülerin auch nie gefallen. Individualisierung ist angesagt!

  3. @Anna und Aileen
    Danke für die sehr hilfreichen Beiträge!

  4. Offenbar muss ein Lehrer schon in gewisser Weise ein Entertainer sein um die Schüler zu fesseln… Ich fand in der Schule manchen Unterricht sehr langweilig, aber auch sehr eng eingegrenzt. Zu unserer Schulzeit legte man noch nicht so viel Wert auf breites Wissen. Mädchen blieben manche Fächer ganz verschlossen. Dass unsere Kinder die Lernmöglichkeiten auch nicht besser nutzten, lag es an der Art des Unterrichts oder daran, dass man in diesem Alter andere Interessen hat? Ich kann es nicht sagen…
    Ich persönlich habe eigentlich erst nach der Schule richtig zu lernen begonnen… Lesen, Fernsehen, später Abendkurse – heute Internet…
    Und ich lerne noch immer mit 62…
    Was ich bedauere, dass ich nie die Muße hatte Sprachen richtig zu lernen…Aber vielleicht kommt’s ja noch…;-))

    Anntheres

  5. Die Schilderung erinnert mich unweigerlich an Unternehmen, die mal schnell „irgendwas mit Web 2.0“ machen wollen, weil es gerade modern ist – aber gar nicht wissen, wie das eigentlich funktioniert und ob es überhaupt zu ihnen passt.

  6. @anna
    Coole Dartsellung.
    Jetzt verstehe ich von LdL Umsetzung viel mehr.
    Danke.
    Kernpunkte:
    1. Interessantes Thema
    2. Eigeninitiative/Kolumbusentdeckungsreise
    3. Ausreichendes Zeitfenster
    4. Abstimmung mit Coach/Lehrer vor dem Vortrag
    5. Eigenständiger Vortrag, Coach/Lehrer ergänzt, korrigiert nicht, keine neuen Themen durch Coach

  7. @oliver
    Die meisten Werbeagenturen haben auch keine Ahnung davon…und die verkaufen es.

  8. … warum soll der Unterricht nicht mal (oder überhaupt)… zum Kinosaal, zur Bühne… zur (Lern-)Spielwiese werden? …

  9. @mons7
    Zur Bühne:

  10. Jean-Pol! Ich kann zwar nicht sehen, was Du da eingestellt hast (Plugin fehlt an diesem jenen PC, an den ich gerade gekettet bin)… mir schwant aber Schlimmes?!?!? 😉

  11. @mons7
    Im Gegenteil: das sind zwei SchülerInnen aus einem Leistungskurs, die vor 50 Französischlehrern ein Interview mit einem Dichter vorgespielt haben und das Publikum im Anschlus fragen und einbeziehen. Also eine ganz, ganz tolle Sache!

  12. @Anna und Aileen
    Vielleicht ist LdL auch ganz besonders für Fremdsprachen geeignet, weil die Schüler dann viel zum Sprechen kommen!

  13. @jean-pol martin: Ich glaube, es hängt wesentlich daran, dass der Lehrer sensibel genug ist, zu merken, wie viel Unterstützung die Schüler vor dem Unterricht brauchen und wie viel sie während des Unterrichts verkraften.
    Gerade dass der Lehrer in ihren Vortrag helfend eingreift, müssen die Schüler erst erfahren.
    Außerdem wurde in dem Beispiel der Unterricht der Schüler benotet, während sie bei dir völlig unabhängig von einer Bewertung nur zu versuchen brauchten, den anderen etwas klar zu machen. Deswegen sollen sie bei dir ja z.B. selbst neue Lückentexte einsetzen, so dass der Lehrer die nicht zur Überprüfung einzusetzen braucht.
    Außerdem sieht dein Konzept ja vor, dass sie die anderen Schüler gezielt nach ihren Fähigkeiten einsetzen, so dass es auf den eigenen Vortrag (!) der Schüler gar nicht so sehr ankommt.
    Oder habe ich das, was ich von deinem Unterricht in Videos gesehen habe, falsch interpretiert?

  14. @Apanat
    „völlig unabhängig von einer Bewertung nur zu versuchen brauchten, den anderen etwas klar zu machen.“
    – Ja, genau. Das ist sehr wichtig!
    Ich denke, du hast meine Videos richtig interpretiert!

  15. die bewertungsebene finde ich zentral, ja. man sollte beachten, dass man die bewertungen, auch wenn es keine benotung gibt, nicht vermeiden kann, sie geschieht zunächst spontan. damit denke ich vor allem an die mitschülerInnen. die konsequenz ist, vorher und immer wieder eine gute feed-back kultur zu initiieren.

  16. @Jutta
    Richtig! Günstig hat sich immer erwiesen, dass ich vom Natürell her zum Loben stark neige. Jeder Versuch eines Schülers, etwas zu sagen, wurde von mir (tendenziell überschwänglich) durch entsprechende ermutigende Mimik honoriert:-))

  17. @Jean-Pol
    ach, warum konnte ich nicht bei dir Französisch lernen ?? 🙂 rollenspiele und theater hab ich auch immer geliebt.

    tja, in ungünstige Verhältnisse hinein geboren, heimlich zum wahlfach Französisch gegangen, zu hause laut aus dem buch gelesen weil es sooo schön klang. dann entdeckt und abgebremst worden…….:-(

    ergebnis: ich habe damals weder Englisch (was ich sollte), noch Französisch gelernt, sch….

  18. I am very familiar with this problem. I am an Instructional Designer that is not only designing online courses but I am also teaching Information Technology online and in the classroom (in Houston, TX) and I took all of the courses for my Master of Science in Education (IDOL) online myself. Therefore, I have a 3600 view of the entire online problem. I don’t think we can expect teachers or instructors to know not only their particular field but also the theory of instructional design and also know enough about technology to transfer a course from a “brick and mortar” situation to a successful online course. This is why there are specialists (like Instructional Designers).

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