LdL in einem Philosophie-Kurs an der Volkshochschule. Geht das?

Resume Gerade habe ich an der Volkshochschule einen Kurs „Geschichte der Philosophie“ durchgeführt. Die Teilnehmer haben die Philosophen selbst vorgestellt. Das war toll!!!

1. Ausgangspunkt

30 Jahre lang habe ich meine Schüler den Unterricht selbst gestalten lassen. Es hat immer funktioniert. Am Anfang der 80er Jahre habe ich im paar Semester an der Volkshochschule Französischkurse gegeben und ebenfalls die Teilnehmer als Lehrer eingebunden. Das lief auch gut. Nun habe ich in diesem Semester einen Kurs „Geschichte der Philosophie“ an der VHS angeboten und der Leiter der Abteilung war etwas skeptisch bezüglich der Bereitschaft der Teilnehmer, selbst die Stoffbausteine vorzustellen. Und gerade diese Aufgabe hat die Teilnehmer beflügelt. Die Gruppe bestand aus 8 Personen, 4 Männer, 4 Frauen, altersmäßig gemischt, von Schülern bis zu Senioren.

2. Das Vorgehen

Als Vorlage habe ich die Übersicht „100 große Denker und ihre Ideen von der Antike bis heute“ vom Gondrom-Verlag herangezogen. Der große Vorteil ist, dass die Texte genau den richtigen Umfang haben: eine Doppelseite inklusive Bild des Denkers. Jeder Teilnehmer kann die Texte innerhalb von 20 Minuten für sich selbst zusammenfassen und danach 5  bis 10 Minuten darüber referieren.  Wir nehmen pro Sitzung (90 Minuten) vier Philosophen durch. Als Kursleiter muss ich sehr gut vorbereitet sein und permanent Bezüge herstellen zwischen den einzelnen Denkern und Denkrichtungen. Wichtig ist, dass kein Referent 10 Minuten an einem Stück spricht, sondern dass etwas unklar ist, ich ihn wiederholen lasse, mit den anderen Teinehmern problematisiere, Diskussionen anrege, persönlich Erlebnisse einbringe und von den Teilnehmern einbringen lasse, usw…

3. Das Ergebnis

In dieser besonders lebendigen und motivierten Gruppe war gerade die Tatsache, dass die Teilnehmer die Philosophen selbst vorgestellt haben, der Schlüssel zum Erfolg. Es wurden Begabungen offenbar, Teilnehmer, die so begeistert waren, dass sie uns alle mitrissen! Einige bereiteten sich zu Hause stundenlang auf bestimmte Philosophen vor und waren entsprechend bei der Präsentation gut vorbereitet und motiviert. Oft ging es hoch zu und ich musste immer wieder zur „Besonnenheit“ aufrufen!:-)) Im September wird der Kurs fortgesetzt allerdings nicht mehr chronologisch sondern mit bestimmten Themen wie „Glück“, „Wahrheit“, „Freiheit“ usw…  Abschließend möchte ich an die Gedichte von Anna Riedl erinnern: Mr.Hopps and Mrs.Löckchen und  „Leben und Tod“   „Determinismus“

Fazit Wenn es gelingt die Potentiale der Teilnehmer zu mobilisieren, z.B. durch LdL, erlebt man ein Feuerwerk von Kreativität, Freude, Lebendigkeit!