Philosophie oder Geschwätz?

Resume Seit Dezember 2009 biete ich online-Workshops und einen Kurs an der Volkshochschule zum Thema Geschichte der Philosophie. Ich bin kein gelernter Philosoph.

1. Ausgangspunkt

Allein der Begriff „Philosophie“ schüchtert jeden ein, der kein akademisch geprüfter Philosoph ist. Und auch der Blick, den Spezialisten auf Laien werfen, die sich an philosophischen Themen wagen, lässt erzittern. Dabei birgt doch die Philosophie so wertvolle Schätze, dass es schade ist, wenn wir als Alltagsmenschen den Zugriff nicht wagen. Nehmen wir beispielsweise Epikur und seine Auffassung vom Tod: „Der Tod ist (…) für uns ein Nichts; wenn  wir da sind, ist der Tod nicht da, aber wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr“. Wie entlastend, wie lustig, wie unprätentiös!

2. Welche Wege gibt es, an die Schätze der Philosophie heranzukommen?

Jutta Dietberg zeigt uns Möglichkeiten auf:

wie mir scheint kann man philosophische texte unterschiedlich behandeln oder auch misshandeln ;:-)

1. ich kann sie streng in ihrem kontext erforschen und sehen, was es an gesicherten quellen gibt.

2. ich kann pendeln zwischen meinen aktuellen persönlichen fragestellungen und den aussagen dazu in den texten. diese form ist riskant, wenn ich den anspruch habe, die autoren verstehen zu wollen, aber anregend für lebensweltliche angelegenheiten.

3. oder, ich lasse den anspruch die autoren verstehen zu wollen, ausdrücklich beiseite, und lese die texte wie ich mir abstrakte bilder anschauen kann (hier: nicht kunsthistorisch) und projiziere, interpretiere wild drauf los, löse elemente bewusst aus ihrem kontext und setze sie nach belieben mit anderen zusammen, so dass sie mich ansprechen. das wäre dann eine art geschichten erzählen….

philosophie ist für mich in erster linie das denken, den denkprozess zu
schulen und zu beleben. insofern wäre auch die letzte variante philosophieren.

Fazit: Keine Angst und nur angemessener Respekt!