Menschen verheizen?

Resume Als Didaktiker habe ich eine Bühne für meine Schüler und Studenten konstruiert. Sie leisteten Großes und ich lenkte Aufmerksamkeitsströme auf sie (… und auf mich!).

1. Bühnen für Schüler konstruiert

Hier führen Schüler aus einem Leistungskurs einen Workshop für Französischlehrer durch. Es sind etwa 50 Lehrer im Saal: Molière wird von Silvia interviewt.  Der Ansatz war, Schüler zu Höchstleistungen zu motivieren, indem man ihnen durch Aufmerksamkeit hohe Belohnungen verschaffte. Klar, dass die Gefahr bestand, sie unter Druck zu setzen und durch permanentes ins Rampenlicht Stellen zu verheizen!

2. Möglichkeit durch das Internet enorm gewachsen

Durch das Internet wurde es möglich, die Aufmerksamkeitsströme – und damit den Druck auf die Akteure – gewaltig zu steigern. Das nutzte ich auch ausgiebig, z.B. „Personenkult? Nein…“

3. Oliver Tacke

Ein Zitat (tweet): „With great power comes great responsibility.“

Fazit: Vorsicht!

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15 Antworten

  1. Ich glaube nicht, dass man so Menschen „verheizt“. Ich glaube der Mensch ist in der Lage sehr viel zu leisten. Viele Wissen das aber noch nicht, weil sie noch nicht entsprechend erfahren konnten was das für sie persönlich bedeuten konnte, bzw, welchen Nutzen sie aus Ihrer Leistung ziehen können.

    Der entscheidende Unterschied zu den meisten deiner Methoden ist (vielleicht jedoch nicht die Molière Aufführung 😉 ), im Gegensatz zu dem sonst vorherrschenden Leistungssystem, dass es nicht darum geht gut oder schlecht zu sein. Sondern nur sein Engagement zu zeigen. Wer keines zeigt wird nicht direkt bestraft. Aber natürlich auch nicht dafür belohnt.

    Quintessenz:
    Man kann sich dem Leistungsdruck, theoretisch vielleicht auch kurzfristig, entziehen ohne daraus erheblich Nachteile zu erfahren. Entzieht man sich dem heute „klassischen“ Leistungssystem zieht man in der Regel SOFORT Nachteile daraus!

    Bei Erklärungsbedarf, wegen meiner komplexen Ausdrucksweise und den vielen Gedankenlücken die ich lasse, haut gerne auf mich ein 🙂

    Alex

  2. @alexander
    die fortbildung fand mit freiwilligen schülern statt.

  3. @jeanpol
    – Na dann kann man sich auch dem Leistungsdruck in der Molière Aufführung entziehen.

  4. @alexander
    ja, kann man.

  5. Und da sage noch einer, aus Comics könne man nichts lernen. Das Zitat entstammt „Spider-Man“! http://de.wikipedia.org/wiki/Spider-Man

  6. Nun mal ernster zur Sache. Im Duden findet sich unter „verheizen“: […] jmdn. verheizen (ugs. für jmdn. rücksichtslos einsetzen). Hier wäre die Frage, machst du das? Bereitest du die Bühne ohne Netz und doppelten Boden? Ist es dir egal, ob deine Schüler dabei über die Klinge springen? Bereitest du sie darauf vor, dass es anstrengend wird? Bist du rücksichtslos?

  7. @Oliver
    Nein der von dir angeführten definition habe ich sie nicht verheizt. Aber: genausowenig (oder genausoviel) wie ein Trainer es mit seinen Sportlern tut. Ein Teil Manipulation ist immer dabei und man muss sehen, wo die Grenzen sind, zwischen Förderung und Instrumentalisierung. Im Augenblick, beispielsweise, bin ich von Anna Riedl begeistert und „pushe“ ihre Texte. Gut, dass sie sich des Phänomens bewusst ist und sich gegen „Manipulation“ wehren kann.

  8. Fall abgeschlossen. (?)

  9. @Oliver
    Der Fall wird sich bei jeder neuen Situation stellen. Was kann ich realistisch von einem (jungen) Menschen verlangen, was nicht?

  10. @Jean-Pol
    Klar, man muss sich das immer wieder fragen: Wie ist die Person „gestrickt“, wie ich selber, wie stehe ich zu der Person, was erlaubt das Thema, was erlaubt die konkrete Situation; aber du bist nicht rücksichtslos und machst das -daher das „Fall abgeschlossen“.

  11. @Oliver
    Ja!.-)

  12. Was mir noch einfiel:
    Natürlich ist die Stiuation in die man „Lehrnlinge“ versezt vom stark alpha „Lehrnling“ abhängig.
    Damit das nicht zu abschreckend für mögliche Nachahmer wirkt würde ich einen wichtigen Grundsatz für das Erzeugen eines Flow-Effektes (wie meines Erachtens angestrebt) allen mitgeben:
    Flexibilität!
    Man muss demnach nicht im Vorfeld wissen, was man den Beteiligten „zu muten“ kann, sehr wohl jedoch im Verlauf ein feines Gespür dafür entwickeln und entsprechend flexibel die Zielsetzungen anpassen.

  13. @Alexander
    Richtig. Vor allem unbedingt dafür sorgen, dass die „Lehrlinge“ nie blamiert werden, sondern stets als „Winner“ aus der Situation herausommen!

  14. @jeanpol
    Es klingt ja so einfach, und ist dennoch so schwer! Aber auch hier: Wir versuchen unser Bestes und surfen somit durch die Flow-Welle.

    P.S.: Ich habe in „Lehrnlinge“ absichtlich ein „n“ eingebaut. Das rührt aus meiner Theorie, dass jeder immer beide Rollen einnimmt, oder nehmen sollte! Vielleicht polemisch, könnte aber funnktionieren in der Umsetzung. Denn die meisten, gerade an der Hochschule, können oder wollen das nicht umsetzen…

  15. @alexander
    ganz einverstanden, auch mit dem PS!:-))

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