Zwei weitere philosophische Texte von Anna Riedl.

Nr. 5: Leben und Tod

Ein Theologe erklärte objektiv und wissenschaftlich betrachtet würde alles geboren werden um zu sterben. Ich fragte mich ob der werte Herr hier nur an der Formulierung gescheitert war oder ob er es wirklich als wissenschaftlich empfand einen Kausalzusammenhang zwischen Leben und Tod herzustellen anstatt sich lediglich auf die Aussage zu beschränken, dass alles, das lebt, eben unweigerlich auch wieder sterben müsse.
Wenn alles lebt um zu sterben, nimmt der Tod die Rolle von Sinn und Urgrund ein. Weshalb sollte Substanz diesen Zustand also verlassen wenn sie einzig und allein danach trachtet ihn wieder zu erreichen?
Betrachtet man die Tatsache, dass Materie also Leben zugeführt wird, obwohl dies ihr wieder entrissen wird, so könnte man dem Leben selbst den Titel von Sinn und Urgrund zugestehen.
Wir könnten behaupten wir würden um des Lebens Willen leben.
Genauso könnte man aber den Wechsel, den Fluss der Veränderung zwischen den Zuständen Leben und Tod als Leben bezeichnen, denn würde alles leben oder wäre alles tot, so würde in beiden Fällen alles starr stehen und wäre, selbst wenn alles lebend wäre, doch tot.
Der Kreis, der Fluss, die Veränderung ist das Leben, deshalb nehme ich den Satz „Wir werden geboren bzw. leben, um zu sterben.“ schreibe ihn auf, zerreiße ihn und bilde aus den Fitzelchen einen Satz mit vollkommen verändertem Sinn: „Wir sterben, um zu leben.“

Nr. 6: Determinismus

Nehmen wir an alles sei vorherbestimmt und mir und Ihnen wäre bewusst, dass dem so ist, nur nicht was denn eigentlich im Detail vorherbestimmt wurde. Wir wissen also, dass die Zukunft schon feststeht, nur eben nicht welche.
Dann würde ich Ihnen raten ihren Traum zu definieren, was zu tun ist zu identifizieren und so schnell und viel wie möglich zu agieren. Und wenn Sie ihn erreichen, den Traum, dann war das wohl schon festgestanden, nur ändert das nichts daran, dass Sie jetzt sind wo sie sein wollten. Entschieden haben das vielleicht nicht sie, aber das Nötige und Mögliche und Unmögliche getan, das schon.
Und wenn Sie es nicht erreicht haben, dann grämen Sie sich nicht, trösten Sie sich, es stand wohl einfach nicht so geschrieben, Sie haben keineswegs versagt.
Am besten trippeln Sie dann auf ihrer Prioritätenhierarchie eine Stufe abwärts und ballen ihre Energien auf dieses zweite oder nächste Ziel.
Möglicherweise waren Sie doch nicht zum Herrscher der Welt sondern nur zu einem großen Künstler berufen.
Ich weiß es nicht, Sie wissen es nicht, aber nehmen wir an, Sie wären dazu bestimmt, würden aber nie einen Schritt in diese Richtung wagen – bei Gott, falls es ihn gibt, wäre das eine Verschwendung.
Deshalb lassen Sie mich Sie inspirieren, es doch zumindest zu probieren.

Anna Riedl

Menschen verheizen?

Resume Als Didaktiker habe ich eine Bühne für meine Schüler und Studenten konstruiert. Sie leisteten Großes und ich lenkte Aufmerksamkeitsströme auf sie (… und auf mich!).

1. Bühnen für Schüler konstruiert

Hier führen Schüler aus einem Leistungskurs einen Workshop für Französischlehrer durch. Es sind etwa 50 Lehrer im Saal: Molière wird von Silvia interviewt.  Der Ansatz war, Schüler zu Höchstleistungen zu motivieren, indem man ihnen durch Aufmerksamkeit hohe Belohnungen verschaffte. Klar, dass die Gefahr bestand, sie unter Druck zu setzen und durch permanentes ins Rampenlicht Stellen zu verheizen!

2. Möglichkeit durch das Internet enorm gewachsen

Durch das Internet wurde es möglich, die Aufmerksamkeitsströme – und damit den Druck auf die Akteure – gewaltig zu steigern. Das nutzte ich auch ausgiebig, z.B. „Personenkult? Nein…“

3. Oliver Tacke

Ein Zitat (tweet): „With great power comes great responsibility.“

Fazit: Vorsicht!