Ereignisdichte als Glücksfaktor.

Resume Wenn der Prozess der Informationsverarbeitung ein Grundbedürfnis ist, welche Strukturen braucht ein Mensch, um sich selbst eine Grundversorgung an Informationen zu sichern?

1. Ereignisdichte

Täglich 17 Stunden im Wachzustand sind eine lange Zeit. Wer im Berufsleben mit einer dichten Ereigniskette bedient wurde, auf deren Grundlage ein glückbringendes Level an Informationsverarbeitung gesichert war, hat sich daran gewöhnt und braucht das, um glücklich zu sein. Damit die Informationsverarbeitung als Prozess  angenehm empfunden wird, müssen die Informationsströme bestimmte Kriterien erfüllen: die Menge der informativen Stimuli darf weder zu hoch (Überforderung) noch zu gering (Unterforderung) sein; ferner müssen die Stimuli einen mittleren Grad an Komplexität aufweisen, sie müssen neue Elemente enthalten, aber nicht zuviele, usw…

2. Internet und Selbstregulation

Mit dem Internet besteht die Möglichkeit, die Qualität und Quantität der Stimuli selbst zu bestimmen und auf diese Weise einen optimalen Zustrom an Informationen zu erzielen. Allerdings setzt es voraus, dass man aktiv eine Umwelt schafft, die einen mit Stimuli versorgt. Man muss Aktivitäten im Netz entwickeln (Bloggen, Twittern, Online-Worshops anbieten) und man muss Aktivitäten auch außerhalb des Netzes entfalten. Nur auf diese Weise kann man erreichen, dass die Ereignisdichte hoch  bleibt, wenn man sich nicht mehr im beruflichen, stimulireichen Kontext bewegt.

Fazit Im Ruhestand lässt sich eine adäquate Ereignisdichte leichter sichern, wenn man im Internet aktiv ist.

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12 Antworten

  1. Lieber Jean Pol – Danke für die die stimulierenden Gedanken.

    Zum Thema „Mit dem Internet besteht die Möglichkeit, die Qualität und Quantität der Stimuli selbst zu bestimmen…“

    Ein wichtiger Faktor scheint mir auch das Trainieren von „Surfen“. Information ist ja ein Strom – gerade heute in den Social Interfaces deutlich in den Activity streams – Aktivitäts-Strömen zu sehen. Allzu leicht kann uns dieser Strom mit seinen spontanen Hyperlinks von unserer bewussten Kontrolle weg tragen – was auch ein positiver Effekt organischer/chaotischer Informationsräume ist.

    Zum einen können wir also Aktivitäts-Kontrollen optimieren – du nennst es auch Selbstregulation… zum anderen unsere Spontanfähigkeit des Surfens – das intuitive Gleiten auf den Informationswellen einüben. Verwandt scheint mir hier auch das Bild vom Tanz – das spontane interagieren mit Klängen und Bewegungen der anderen Tänzer aus einem geöffneten Körpergefühl heraus…..

  2. @andreboeing
    Danke für den ebenfalls stimulierenden Kommentar!

  3. ich möchte mich gern andreboeing’s kommentar anschliessen. –

    es kommt auf die Balance von linearen, geplanten, kontrollierten und nicht-linearen, unplanbaren Ereignissen an…

    ein Grundthema, nicht vom Netz erzeugt, aber durch das höhere Tempo deutlicher geworden 🙂

  4. @jutta
    Ja, Gleichgewicht von Integration (Linearität) und Differenzierung (Nicht-Linearität). Wobei der Integrationsprozess (in Linearität bringen) immer viel anstrengender íst als das Ausdifferenzieren (zentripetal vs. zentrifugal).

  5. Es ist ja nicht nur eine Mengen- sondern auch eine Inhaltsfrage. Im Berufsleben muss ich mich mit vielen Dingen beschäftigen, ohne dass ich wählen kann – im „Nachberufsleben“ kan ich steuern, womit ich mich befassen will. Das gilt auch für’s WWW.

  6. @HF
    Ja, das ist die Frage der Fremd- bzw. Selbstbestimmung. Allerdings: im Nachberufsleben ist es nicht immer leicht, Aufgaben zu finden, die einen wirklich fordern (=fördern). Da würde man/ich sogar eine gute Portion Fremdbestimmung in Kauf nehmen.

  7. @Jean Pol
    Die Antwort hätte ich jetzt nicht erwartet – ist das wirklich so? Interessanter Aspekt.

  8. @HF
    Ja, ich muss mich oft beim Aufstehen überlegen, was mache ich aus dem Tag! Ich muss mich jeden Tag neu erfinden! Das ist sehr anstrengend!

  9. Ist doch aber besser als Fremdbestimmung, oder? 🙂

  10. @HF
    Nicht unbedingt, denn Fremdbestimmung schafft auch Rahmen und Strukturen, an die man sich anlehnen kann. Man muss nicht permanent eigene Pläne und Vorhaben entwickeln, um seine Zeit sinnvoll „abzuleisten“, sondern man fügt sich in von anderen konstruierten Ordnungen ein.

  11. Ja genau … Das Internet bietet häufig genau dort Chancen, wo man es eher nicht erwartet. Aber mal eine ganz persönliche Frage: Was halten Sie / was hälst du von dem Begriff „Silver-Surfer“. Ich — als junger Mann — werde mir über das Wort nicht wirklich klar …

  12. @Hannes
    Den Begriff kenne ich nicht. Aber ich denke, man kann auch ohne ihn auskommen!:-))

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