Zukunft der Schule und digitales Lernen. (#Cebit10)

Resume Am kommenden Samstag werde ich auf der Cebit in Hannover auf dem Podium sitzen. Zur Vorbereitung hat uns der Moderator ein paar Fragen geschickt.

Hier meine Gedanken:

1. Paradigmenwechsel: von top-down zu bottom-up

Seit der Antike (Platon:-)) hat sich das top-down-modell in unsere Köpfe und Herzen eingefräst. Klar, dass dieses Muster auch biologisch vorgegeben ist (Tiere ordnen sich meist einem Rudelführer unter).Allerdings gibt es Phasen, in denen das Top-down-Format, weil es veraltete Strukturen zementiert, nicht mehr funktionstüchtig ist. Es kommt eine lebhafte Bottom-up-Periode, und in einer solchen sind wir gerade.

2. Top-down in Schule und Uni, bottom-up außerhalb

Es herrscht top-down in den Schulen, und noch mehr top-down in den Unis, wo das Einschüchterungspotenzial des (falsch interpretierten) „Humboldtschen Bildungsideals“ gewaltig ist. Ein grausames Bild: Tag für Tag wandern Massen von jungen Menschen in Gebäude und Halden, in denen sie instruiert werden. Sie bekommen portionsweise (häppchenweise) Informationen, die sie nach einem vorgegebenen Schema verarbeiten müssen. Früher war es legitim, denn es gab keinen anderen Ort als Schule und Uni, wo Informationen bereitgehalten wurden. Aber heute? Heute ist es eher so, dass es überall relevante Informationen gibt, die man frei verarbeiten kann, nur an Schule und Uni nicht! Außerhalb von Schule und Uni wird ob bewusst oder nicht, in Projekten gelernt. Menschen kommen für eine bestimmte Zeit zusammen, arbeiten virtuell intensiv miteinander, treffen sich manchmal face-to-face und liefern die Ergebnisse ab. Auf wiedersehen! Und so wird das Bildungssystem der Zukunft organisert sein.

3. Was steht noch im Wege?

An Unis stehen im Wege die Profs.Drs.Bedenkenträgerundverfechterdesaltenbildungsideals. Die Progressiveren versuchen sich anzupassen und führen beispielsweise Blogs, aber mit Vorsicht und im alten akademischen Stil. Sie versuchen die Barriere zwischen „wissenschaftlich“ Gebildeten und Normalbüger aufrechtzuerhalten (natürlich unbewusst). An den Schulen sind die meisten Lehrer willig, aber sie bewegen sich organisatorisch in Strukturen, die ihnen den raschen Wandel erschweren. Es wäre doch viel besser, wenn die draußen herrschende Projektstruktur auch in den Schulen umgesetzt würde. Das würde viele Disziplinprobleme lösen, denn man muss nicht mehr die jungen Menschen so kontrollieren und so zwingen.  Das muss man zwar auch, aber nicht so kleinschrittig, wie es heute der Fall ist.

4. Die bottom-up-Montur

Der bottom-up-Aktive hat im Kopf

*ein schlankes Bildungskonzept: das macht ihn zielsicher und handlungsfähig,

*ein schlankes Selbstkonzept: das macht ihn heiter und fröhlich,

*ein schlankes Verhaltenskonzept: das macht ihn schneller, kommunikativer, lustiger.

Fazit Alles wird gut!