Warum es so schwierig ist, die Meinung anderer zu akzeptieren.

Resume Manchmal ist es sehr schwierig, Kompromisse zu erarbeiten, auch wenn man sich ehrlich darum bemüht. Woran liegt das?

1. Ausgangspunkt: Die Frage von @Blogpaten

Lieber Jean-Pol,
(…)  Wenn ich mir unsere Diskussions-Kultur anschaue, dann treibt mich
folgendes um: mehrere verschiedene Meinungen, die durchaus auch
nebeneinander Bestand haben, werden selten akzeptiert – woran liegt das?
Leidet der Mensch generell an der Tendenz immer den Anderen von seiner
Meinung überzeugen zu wollen, anstatt sich für neue Sichtweise zu öffnen? (…)

2. Fundamentale Gegensätze

Natürlich ist das Muster „Friede, Freude, Eierkuchen“ beliebt, vor allem für die Leute, die davon profitieren. In Konfliktsituationen, wo nicht viel auf dem Spiel steht, kann man sich auch ruhig auf Kompromisse einlassen, das tut keinem der Parteien richtig Weh. Sobald es aber in die Substanz geht, ist Schluss mit lustig!  Wer Hunger hat und ins Restaurant schaut, wo Gäste es sich besonders gut gehen lassen, ist wütend. Und da gibt es nur eine Lösung: teilen. Jeder sonstige Kompromiss geht auf Kosten des Hungernden.

3. Aus philosophischer Sicht

Diese fundamentalen Gegensätze bestehen auch bezüglich der Weltanschauungen.

Materialismus (Epikur) vs. Idealismus: man glaubt an Gott oder man glaubt nicht. Einen Zwischenweg gibt es nicht.

– Der Mensch ist eher gut (David Hume) vs. der Mensch ist eher schlecht (Thomas Hobbes) und davon abgeleitet

– Führung durch eine „Elite“ (Platon) vs. (Basis-)demokratie

usw.

Klar, dass es unzählige Mischformen gibt, aber wenn zentrale Aspekte berührt werden, wie z.B. die Frage, ob Menschen „gut“ oder „schlecht“ sind, ist eine Einigung kaum möglich, weil Grundüberzeugungen einen Rattenschwanz von weiteren Positionen bestimmen. Wenn ich als Pädagoge der Meinung bin, dass Menschen grundsätzlich „gut“ sind, dann ist mein Leben in jeder Hinsicht davon geprägt. Ich kann die Auffassung, der Mensch sei „schlecht“ gerade noch tolerieren, aber bestimmte, davon abgeleiteten Handlungen nicht dulden (Strafen, Demütigungen usw…)

Fazit Solange wir uns über Grundüberzeugungen nicht einig sind (Menschenbild) werden wir Konflikte nicht vermeiden können. Ein Weg in diese Richtung sind die Menschenrechte.

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65 Antworten

  1. Ja, Jeanpol, es lohnt sich sicherlich über diesen Aspekt nachzudenken, denn wir alle sind immer wieder davon betroffen. Auch wenn ich im Grunde meines Herzens keinem anderen Menschen schon vorab Böses zutraue, weiss ich natürlich, dass jeden Tag Dinge geschehen, die einen das Grauen lehren. Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen…

    Dass Menschen versuchen Macht auszuüben oder Menschen zu manipulieren und damit viel Unheil anrichten können, ist uns allen klar. Im Moment fällt mir ein Spruch meines ehemaligen Chefs ein, der mich immer ganz furchterlich aufgeregt hat, von dem er selber aber vollkommen als Inhaber eines Unternehmens überzeugt war:
    „Man muss die Menschen zu ihrem Glück zwingen!“
    Dass er selber damit manchen Mitarbeiter in eine ausweglose Situation brachte und dieser keinen anderen Weg wußte als zu gehen – war ihm dann egal… Mir selber widerstrebte es zutiefst, mit von ihm in seinem Sinne „brechen“ zu lassen…

    Im Moment erlebe ich es mal wieder bei einem meiner Kollegen, der früher auch in einer beruflichen Stellung war, wo er etwas bewegen konnte. Wenn etwas nicht so läuft, wie er es sich wünscht, droht er damit „die Brocken hinzuschmeißen“ – ohne Rücksicht darauf, was er damit anrichtet. Er ist dann so verstockt, dass man nicht einmal ein klärendes Gespräch führen kann. Er malt sich selber Szenarien zusammen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen und die es ihm unmöglich machen, seine Meinung zu revidieren… Gerade Männer stehen sich mit einem solchen Verhalten oft selber im Weg…
    Es ist nicht meine Art mit den Dingen umzugehen. Mich mag auch mal etwas aufregen – aber ich versuche es zu klären und dann drehe mich um und dann ist es gut… Warum soll ich den Erfolg meiner eigenen Arbeit durch Sturheit in Frage stellen…?

    Nur, wenn dies alles schon im kleinen persönlichen Rahmen nicht funktioniert, wie soll es dann erst in der Gesellschaft funktionieren?? Es hat sich in den letzten 30 Jahren sehr viel verändert in unserem Land, vieles mit schmerzlichen Begleiterscheinungen. Aber wir haben scheinbar nicht viel daraus gelernt..:-))

  2. @Anntheres
    Wenn wir uns etwas genauer mit den Menschenbildern befassen würden, die es seit der Antike gibt (Philosophie) würden wir sehen, dass bestimmte Annahmen sich als falsch erwiesen haben. Z.B. dass der Mensch dem anderen ein Wolf ist (Hobbes). Dann kam John Locke, der hat das relativiert und dann Hume, der war ganz anderer Meinung. Das Rad muss man also nicht immer wieder neu erfinden.

  3. Lieber Jean-Pol,
    danke, dass Du auf meine Frage eingegangen bist. Jetzt brauche ich noch etwas Zeit, um Deine Antwort erst einmal an Andere zu übermitteln, die das Internet nicht nutzen aber vielleicht mitdiskutieren wollen.

    Erstes kurzes Feedback:
    Manchmal kommt es ja gar nicht erst zu einer Diskussion, weil man spontan glaubt, dass es sich um unvereinbare Gegensätze handelt. Würde man eine Diskussion beginnen, dann könnte man bemerken, dass es doch Gemeinsamkeiten gibt und man könnte im Idealfall gemeinsam an Lösungen arbeiten.

    Beispiel: Wir versuchen im Rahmen von Blogpatenschaften Themen einen Raum zu geben, die von den öffentlichen Medien vernachlässigt werden. So haben wir z.B. Alltagsschilderungen von Menschen, die in einem Pflegeheim leben und darüber berichten auf der offenen Plattform veröffentlicht. Wir dachten, es könnte sich ein Dialog entwickeln. So haben wir auch Kontakte zu anderen Projekten aufgenommen, die ebenfalls mit dem Thema zu tun haben. Es gibt Blogs, in denen berichten wiederum Pflegekräfte aus ihrem Alltag. Es gab einiges an Feedback, nur eben nicht über die Kommentarmöglichkeiten in den einzelnen Blogs, sondern per E-Mail und Telefon oder über Twitter-Direktnachrichten.

    Ich glaube es gibt eine Scheu vor solch öffentlich geführten Diskursen. Und irgendwie ist es mir bei solch sensiblen Thema auch lieber, man geht die Sache behutsam an, als würde es in gegenseitigen Beschimpfungen münden, was man, sobald es um politische Themen geht, ja leider schon in manchen Blogs erleben konnte.

    Fazit: Entweder Vermeidung einer Diskussion oder Engleisung einer Diskussion. Wie jedoch findet man in einen öffentlichen Diskurs? Das Internet könnte dafür einen geeigneten Raum bieten. Der wird aber noch nicht genutzt. Oder ist das Internet doch kein geeigneter Raum für solche Diskurse?

  4. @Ina
    „Fazit: Entweder Vermeidung einer Diskussion oder Engleisung einer Diskussion. Wie jedoch findet man in einen öffentlichen Diskurs? Das Internet könnte dafür einen geeigneten Raum bieten. Der wird aber noch nicht genutzt. Oder ist das Internet doch kein geeigneter Raum für solche Diskurse?“
    – Das Internet ist ein geeigneter Ort für jede Art von Diskurs. Allerdings stehen wir noch ganz am Anfang und wir müssen alle Möglichkeite und Probleme ausloten. Trial and error ist die jetzige Phase. Man muss also ganz schön selbstbewusst am Anfang sein, um auszutesten, was geht und was nicht geht und in welchen Räumen was verhandelt werden kann. Ich gehe ziemlich weit in dieser hinsitcht und habe es bisher nicht bereut. Aber ab und zu handele ich mir schon ein paar Ohrfeigen. Wätr ich verletzlicher, würde ich schon mehr aufpassen!

  5. Lieber Jean-Pol,

    spontan fallen mir zwei (persönliche) Aspekte zu Deinem Beitrag ein:

    1. Ich neigte dazu (und tue es im Grunde immer noch) alle möglichen Meinungen zu akzeptieren (oder zumindest unkommentiert) so stehen zu lassen. Mit den KONSEQUENZEN dieser Meinungen sieht es dann schon anders aus, da kritisieren ich (dann und wann) schon einmal.
    Jetzt – nach Deinem Beitrag – wird mir allerdings klar, dass es in der Tat besser wäre, sich schon bei der MeinungsBILDUNG einzumischen (weil man dann für die Konsequenzen mitverantwortlich ist!)

    2. Gelegentlich treffe ich aber auch auf Menschen, die bestimmte Meinungen/ Philosphien/ Positionen vertreten, jedoch in der Konsequenz unstimmig in Bezug auf diese handeln.
    Hier frage ich mich dann (so gut wie immer):
    Ist die geäußerte Meinung/ Philosophie/ Position dann nicht gleich jener, die man (innerlich und in Wahrheit) vertritt,
    oder
    ist es vielleicht normal, dass (gedachte) Theorie nicht unbedingt in eine entsprechende (Lebens-)Praxis übersetzt wird bzw. in dieser durchscheint?

  6. @eLEx
    „Jetzt – nach Deinem Beitrag – wird mir allerdings klar, dass es in der Tat besser wäre, sich schon bei der MeinungsBILDUNG einzumischen (weil man dann für die Konsequenzen mitverantwortlich ist!)“
    – Ja, dein Schluss gefällt mir sehr gut. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: wenn jemand der Meinung ist, dass Menschen „schlecht“ sind, ist es günstig, schon an diesem Punkt anzusetzen und nicht zu warten, bis dieser jemand anfängt, danach auch zu handeln…

    „ist es vielleicht normal, dass (gedachte) Theorie nicht unbedingt in eine entsprechende (Lebens-)Praxis übersetzt wird bzw. in dieser durchscheint?“
    – Die meisten Menschen kennen ihre eigenen Theorie nicht. Diese sind implizit und meist widersprüchlich. Daher können sie auch nicht wirklich danach leben. Wenn man behauptet, dass man alle Meinungen akzeptiert, ist es eine Selbstidealisierung. Wenn es wirklich „um die Wurst“ geht, verteidigt man seine Position mit aller Kraft. Man ist vor allem dann tolerant, wenn die Meinung des anderen keine Konsequenzen für einen selbst hat.
    Es wäre günstig, wenn man diese Widersprüche auch den Betreffenden mitteilen würde. Wenn aber jemand den Widerspruch wahrnimmt, thematisiert er das lieber nicht, um Konflkte zu vermeiden. Vor allem wenn er dem Widersprüchlichen hierachisch oder sonstwie unterlegen ist. Man kehrt also lieber alles unter den Teppich. So sind wir nun einmal Menschen.

  7. Hallo,
    geht das, sich bei allen wichtigen Fragen der MeinungsBILDUNG einzumischen?
    Wo?
    Überall wo es stattfindet?
    Wer sagt mir, daß ich gerade bei der richtigen Gruppe bin?

    Hmmm, haben wir
    – geordnete oder
    – komplexe oder
    – chaotische Zeiten?

    Nach meiner Meinung eher die letzten 2 Behauptungen.

    Quintessenz:
    Seinen eigenen Miniwirkungskreis akzeptieren und staunen, wie Quantensprünge entstehen ohne Vorhersage und …..ohne Logik.

    Übrigens in beide Richtungen. In die gute und in die doofe Richtung.

    Damit bleibt die Grundspannung – Neugierde erhalten.

    Was ich bei der guten Idee fast immer vermisse ist der dritte Teil der „Erfolgsleiter“:
    1. Positionierung
    2. Präsentation
    3. Multiplikation.

    Beweis gefällig?

    LdL ist klasse positioniert, prima präsentiert (u.a. „Treibhaus der Zukunft“)….und wievile Schulen wenden es konsequent an? Nicht einmal die Eichstätter Schule als Ganzes, oder?

  8. @adikreft
    „Quintessenz:
    Seinen eigenen Miniwirkungskreis akzeptieren und staunen, wie Quantensprünge entstehen ohne Vorhersage und …..ohne Logik.“
    – Akzeptieren, dass z.B. dass die Genitalien von Mädchen verstümmelt werden? Oder dass Kinder verprügelt werden?

    „LdL ist klasse positioniert, prima präsentiert (u.a. “Treibhaus der Zukunft”)….und wievile Schulen wenden es konsequent an? Nicht einmal die Eichstätter Schule als Ganzes, oder?“
    – Ich bin zufrieden. Ein bisschen was geht immer… Das ganze braucht zeit, und ich habe zeit…

  9. @jean-pol martin
    „- Akzeptieren, dass z.B. dass die Genitalien von Mädchen verstümmelt werden? Oder dass Kinder verprügelt werden?“

    Interessanter Aspekt – aber auch ich sehe die Menschenrechte.als Fundament auch meiner Blogbeiträge – und gehe davon aus, daß meine Dialogpartner es auch so sehen.

    Damit beantwortet sich diese Frage für mich.

    Friede, freude, Eierkuchen – sicher nicht. Gegenteil. Querdenker sind die Innovatiosmotoren der Gegenwart und der Zukunft……

  10. @adikreft
    „Querdenker sind die Innovatiosmotoren der Gegenwart und der Zukunft……“
    – Ok. Ich sehe hier keinen Dissens!:-))

  11. Ich folgere zu unserem Umgang mit Widersprüchen gibt es diverse Möglichkeiten:

    1. Widersprüche werden z.T. erst gar nicht erkannt.
    Das ist wohl die angenehmste Version. Man muss sich dann vielleicht vorwerfen lassen, dass man in dieser oder jener Beziehung ein „Dummbartz“ sei, aber selbst das erzeugt ja dann keinen Dissens.

    2. Widersprüche wollen (z.B. aus strategischen Gründen) nicht gesehen werden
    @adikreft z.B. Deine Begrenzung auf Deinen Wirkungskreis sehe ich als eine strategische Begrenzung der Widerspruchwahrnehmung an, die jedoch m.E. sehr Gesundheits- und Optiminsmusförderlich ist.

    3. Widersprüche werden „weg-/ vergedrängt“
    aus Gründen wie der von jean-pol oben schon angemerkten ungleichen Machtverteilung. M.E. die langfristig ungünstigste Version, mit Widersprüchen umzugehen, da dann schon einmal beim einzelnen Depressionen oder Agression die Folge sein können.

  12. @eLEx
    wow! Scharf gedacht und formuliert! Das gefallt mir!

  13. Dein Resume: „Manchmal ist es sehr schwierig, Kompromisse zu erarbeiten, auch wenn man sich ehrlich darum bemüht. Woran liegt das?“

    Wenn „man“ sich ehrlich bemüht (beide, oder mehr Seiten!), dann wird es ein Ergebnis geben. Das Ergebnis kann und darf aber auch sein, dass es kein Ergebnis geben kann. Der Kompromiss wäre dann, verschiedene Auffassungen nebeneinander stehen lassen zu können. Das Entscheidende hierbei: Können alle Seiten respektvoll auseinander gehen, die Würde (das angesprochene Menschenrecht) des Anderen respektieren?

    Die Geschichte zeigt uns sehr viele Beispiele, dass es nicht DIE eine „wahre und richtige“ Meinung (Wissen, Wissenschaft…) gibt und glücklicherweise auch nicht geben kann. Dinge, die heute aktuell und richtig erscheinen, können schon morgen widerlegt und/oder überholt sein. Das macht den Austausch doch spannend =)

    Mit diesem Wissen und dem Wunsch nach Austausch, sollte es eigentlich möglich sein Themen zu diskutieren. Dazu bedarf es aber auch der Offenheit und der „realistischen“ Selbsteinschätzung.
    Wenn nur diskutiert wird, um anderen die „richtige Wahrheit“ zu vermitteln… das kann nur schief gehen!

    Also meine Frage: Was möchte „ich“ mit dem Austausch erreichen?
    a) alle von der „einzig wahren Meinung“ überzeugen, oder
    b) mit Menschen in den offenen Diskurs gehen und ggf. neue Welten zu entdecken, mich mit dem anderen weiter zu entwickeln, oder
    c) festzustellen, dass diese Sicht der Dinge OK ist, aber nicht in das eigene Weltbild passt und somit
    d) ich oder der andere entweder das eigene Bild neu überdenken, oder wir mit zwei unterschiedlichen Bildern auseinander gehen und uns einreihen und die millionenfachen verschiedenen Ansichten zu einem Thema…

  14. @Alexander
    Ich bin mit dir einverstanden, aber trotzdem muss ich mein krasses beispiel von oben wiederholen: wie ist es, wenn es um die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen geht, um das Prügeln von Kindern, usw.? Und solche Fälle, wo einfach kein Kompromiss möglich ist und dennoch GEHANDELT werde muss, sind ja zahlreich. Ich muss also meiner „Meinung“ den Vorzug geben und intervenieren, oder? Hier geht es nicht um die abstrakte Diskussion über „Wahrheit“ sondern um konkrete Fälle, wo Leiden zugelassen, oder verhindert werden kann.

  15. Ich muss hier meinen Satz von oben wiederholen:
    „ich kann ruhig kompromissbereit sein, solange es mir nicht ans Angemachte geht…“

  16. Wenn es um Menschenrechte geht, so muss gehandelt werden. Wir haben ja viele Konflikte weltweit, die unlösbar scheinen bzw. in letzter Konsequenz in kriegerische bzw. gewaltvolle Handlungen münden.

    Das Problem dabei ist, dass nur dann gehandelt wird, wenn es die Freiheit des eigenen Landes betrifft. Nehmen wir den Irak, den Iran, Kindersoldaten, die Menschenrechte in China, Israel …

    Das sind alles Konflikte, die bekannt sind. Wann und wie gehandelt wird ist auch bekannt. Warum es keine Lösungen gibt?

    Weil nicht „wirklich“ wegen der vorhandenen Probleme kommuniziert wird. Warum ist es so schwierig eine Lösung für Palästina, den Iran etc. zu finden? Weil kein Versuch auf Augenhöhe unternommen wird eine Lösung zu finden. Es geht um Interessen und zwar nicht um die, der Minderheiten bzw. derer deren Menschenrechte weit weg sind…

    Natürlich hast du recht mit dem „… solange es nicht, um mein Leben geht“ – aber was schlägst du vor? In den Krieg ziehen und mit den gleichen Mitteln handeln? Menschenrechte durch Gewalt umsetzen?

    Ich denke wir haben noch nicht mal angefangen auch nur ansatzweise auf Augenhöhe nach Lösungen zu suchen. Wenn wir (politisch) damit anfangen würden, dann könnten wir ja erkennen, ob und inwieweit sich etwas verändern würde!

  17. Anmerkung: Ich möchte nicht der Politik die Verantwortung für alles geben! Wir alle können tagtäglich so handeln (Augenhöhe).
    Das Internet ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich Menschen weltweit vernetzen und solidarisch und kooperativ für eine „neue Welt der Begegnung“ eintreten.

    Aber eins ist auch klar: Noch wird die Politik von Politikern gemacht, d.h., als ein Beispiel, ob der Iran eine Atomwaffe haben darf oder nicht, wird woanders entschieden. Warum Israel, oder die USA (…) berechtigt sind solche Waffen zu haben, das wird an anderer Stelle entschieden.

    Alle Menschen sind gleich…

  18. @Alexander
    Meine Strategie: sich überall im sinne von bottom-up einnisten und versuchen, das anliegen der bottom-leute, die sonst kein gehör finden, nach top zu transportieren, notfalls mit deutlichem nachdruck!

  19. Verständnis und Akzeptanz zwischen eigentlich unvereinbaren Positionen bedarf m.E. immer einer Mittlerfigur, eines Grenzgängers. Da sich Grenzgänger auf Grund ihrer Rolle selten positionieren können und damit auch jede Möglichkeit einer öffentlichen Profilierung verwehrt ist, erhalten sie kein soziales Kapital, sondern müssen in der Lage sein, sich intrinsisch psychisch am Leben zu erhalten. Nicht umsonst lassen sich viele Coaches (berufsmäßige Mittlerfiguren) regelmäßig supervisieren.

    Deswegen ist die Rolle des Mittlers immer eine undankbare, in jeder Form von Literatur, die ja lediglich ein Abbild einer Gesellschaft ist, aber unverzichtbar für jedwede die spannungsvolle Dramaturgie – sie können sich nicht entscheiden und müssen zugleich. Auf der Theaterbühne erhält sehr oft der Mittler nach der Vorstellung den größten Applaus, in unserer Gesellschaft nicht.

    Wo Mittlerfiguren fehlen, sehe ich keine Chance für eine systemische Veränderung. Und im Bildungsbereich sind Mittler rar, sehr rar. Polarisierer gibt es hingegen genug, weil für sie stets ein applaudierendes Publikum bereitsteht, jedoch nicht nachhaltig applaudierend, weil der Applaus lediglich treibt, aber nicht anerkennt.

    Idealismus und Materialismus können nebeneinander existieren, weil du mit Gott/kein Gott radikal reduziert hast und so die diskursfähigen Elemente beider Strömung komplett ausblendest.
    Ein Beispiel: Georg Büchner gilt als Materialist (in Reaktion auf den deutschen Idealismus in der Klassik) – und in seinem „Woyzeck“ kommt das sehr gut heraus. Bei seinem „Lenz“ hingegen musste ich über den Materialismusstempel mehr als einmal grübeln…

  20. @mccab99 guter Hinweis. Ja, die Grenzgänger =)

    Wobei man sich schon positionieren kann – auch als Coach – aber sobald man „in Position ist“ spürt man, dass es keine Lösung bringt und will sofort wieder ins „andere Lager“, um nach möglichen Lösungsansätzen zu forschen!

    Also Position Ja, aber nicht als Grabenkämpfer… der Grenzgänger baut Brücken, für diejenigen, die bereit sind auch mal Neuland zu betreten… und so verschwimmen die Grenzen wieder und der Grenzgänger zieht weiter =)

    Das gute daran: Es bleibt nie langweilig und man darf permanent die eigene Position überprüfen und Neues entdecken…

  21. @Maik & Alexander
    „Idealismus und Materialismus können nebeneinander existieren, weil du mit Gott/kein Gott radikal reduziert hast und so die diskursfähigen Elemente beider Strömung komplett ausblendest.“
    – Sehr interessanter Hinweis, den ich auch immer wieder von Alexander erhalte (diskursfähige Elemente nicht unterdrücken). Ich werde mich darum bemühen, aber nicht auf Kosten meiner Handlungsfähigkeit. Andererseits muss man die gegensätzlichen Positionen herausarbeiten, bevor man sie überhaupt diskursfähig macht.

  22. @Maik
    „Bei seinem “Lenz” hingegen musste ich über den Materialismusstempel mehr als einmal grübeln…“
    – Klar. Menschen lassen sich nicht in diese Kategorien hineinpressen. Die Kategorien selbst aber braucht man, um klarer zu sehen.

  23. Anmerkung zur Positionierung als Coach:
    Natürlich ist das auf den Menschen (Coach) im Lebensalltag bezogen und nicht in seiner professionellen Arbeit!

  24. @Alexander
    „Anmerkung zur Positionierung als Coach:
    Natürlich ist das auf den Menschen (Coach) im Lebensalltag bezogen und nicht in seiner professionellen Arbeit!“
    – Gut, dass du diesen Punkt präzisierst. Ich hatte das tatsächlich auf die professionelle Arbeit bezogen.

  25. Interessante Thematik.
    Meinungen existieren nebeneinander, sogar gegeneinander. An dieser Stelle braucht es keinen Kompromiss. Kompromisse sind da gefordert, wo Meinungen zu Handlungen werden. Der Kompromiss soll für die Beteiligten das Schlimmste verhindern – nicht auf der Meinungsebene, sondern auf der Handlungs-/Auswirkungsebene. Als Beteiligter kann ich einen Kompromiss akzeptieren, ohne meine Meinung zu ändern.
    Bin ich von meiner Meinung überzeugt, versuche ich Andere davon zu überzeugen, sofern ich dies für angebracht/für gut für den Anderen halte (was wieder eine Meinung ist). Solange dies in einer Diskussion geschieht, ohne Gewalt jeder Art, ist dies in Ordnung. Versucht jemand, mich auf diese Art von seiner Meinung zu überzeugen, stehe ich dem offen gegenüber. Ob ich meine Meinung ändere, hängt von vielen Dingen ab – im wesentlichen auch davon, welche Auswirkungen dies auf meine Lebensführung hätte. Ändere ich meine Meinung nicht, bedeutet dies ja nicht, dass ich diese nicht akzeptiere. Ich übernehme sie nur nicht.
    Kritisch wird das Ganze, wenn andere Meinungen unterdrückt werden, die Diskussion verboten, Gewalt dagegen angewendet wird. Bedenklich, wenn es keine Diskussion mehr gibt.

  26. @Hans
    Das gefällt mir! Heute war in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel zu diesem Thema: „Faire Konflikte: der Pluralismus ist eine nicht verhandelbare Tatsache“. Allerdings bezieht sich der Artikel auf Deutschland und spart die Frage aus, was man machen soll, wenn man beispielsweise einer Beschneidung gegenübersteht. (Da werden Meinungen zu Handlungen).

  27. @jean-pol
    Ja, ich vergesse manchmal, dass andere (die hier lesen) die Kommunikation dazwischen nicht kennen und somit eine Verwirrung entstehen kann =)

    Ich lebe und liebe das „Coach-Sein“ und im professionellen Kontext gibt es einen Auftrag, z.B. einen Konflikt (aufzu)lösen und in diesem Kontext ist der Auftrag und die Position (Rolle) des Coaches ganz klar definiert!

    Im Privaten habe ich natürlich (m)eine persönliche Position (Lebenseinstellung) und Meinung, jedoch bin ich immer sehr neugierig, was andere Menschen denken und warum sie so handeln, wie sie handeln.
    Ich habe daraus schon sehr vieles Lernen können, denn meistens ist alles ganz anders, als man denkt… und dann merkt man vielleicht, dass es gemeinsame Grundlagen gibt, die vielleicht weiterführen können… zu etwas Neuem. Kommunikation.

    Wenn ich jedoch, so wie ich es früher getan habe, nur „meine Seite“ verteidige, dann nehme ich mir die Chance meine Grenzen zu erweitern. Und Grenzen erweitern finde ich gut =)

    Als Grenzgänger verschwimmen bei mir die Grenzen sehr häufig, denn ich habe mich vor langem entschieden mein Leben nicht mehr in Arbeit und Privates zu teilen, sondern es „nur noch“ Leben zu nennen =)

  28. @Alexander
    „Wenn ich jedoch, so wie ich es früher getan habe, nur “meine Seite” verteidige, dann nehme ich mir die Chance meine Grenzen zu erweitern. Und Grenzen erweitern finde ich gut =)“
    – Völlig d’accord. Als Didaktiker und Pädagoge bin ich „verpflichtet“, Klarheit im Jungle der Positionen zu schaffen. Dadurch setze ich mich dem permanenten Vorwurd des Reduktionismus aus. Bezogen auf die Philosophie gibt es tatsächlich zwei Positionen, die nur schwer zu vermitteln sind und eine Fülle von direkten Konsequenzen nach sich ziehen. Und die möchte ich JEDEM klar machen. Die Vermittlung zwischen Materialismus und Idealismus ist sehr schwer einzleiten. Wiewohl es die beiden Position in Reinform nicht gibt.

  29. Feed-back aus Twitter (@japPirate):
    „ohne Reduktion kommt nicht zur Abstraktion und die ist Voraussetzung fürs kritische Denken 😉 Der Ansatz gefällt mir“

  30. „Warum es so schwierig ist, die Meinung anderer zu akzeptieren.“ Dazu fällt mir eine mögliche Erklärung aus der Psychologie ein, die nicht mit dem Streitgegenstand an sich zu tun hat wie beispielsweise antinome Zielvorstellungen, sondern mit der Persönlichkeit der Menschen:

    Die Typologie nach Myers-Briggs unterscheidet in einer (nicht wertenden!) Dimension, mit welcher Bestimmtheit man Entscheidungen trifft und dabei bleibt (Perceiving vs. Judging). Einerseits gibt es Leute, die offen für neue Eindrücke und anpassungsfähiger sind, andererseits gibt es auch solche, die eine feste Meinung haben und schwieriger davon loskommen – dafür aber auch als standhafter gelten.

  31. @Oliver
    „die eine feste Meinung haben und schwieriger davon loskommen“
    – Jetzt meine Testfrage: soll ich mich für die Idee, Mädchen zu beschneiden, öffnen? -> offen für neue Ideen und neue Eindrücke?

  32. DAS ist in der Tat ein richtig gute TESTfrage. Ich versuche mich an einer Antwort.
    Nein. Nicht für die Idee, Mädchen zu beschneiden sollst Du Dich öffnen, sondern für die Idee, dass es Gefühle und Einstellungsmuster gibt, die dazu führen, dass die Idee, Mädchen zu beschneiden gutgeheißen bzw. zugelassen wird.
    Meine Hoffnung ist, dass – wenn ich diese Gefühle und Einstellungsmuster erkennen kann – ich Handlungsalternativen mit den Beteiligten entwickeln kann, die Bedürfnisse (im Zusammenhang mit den o.g. Gefühlen und Einstellungsmustern) befriedigen, OHNE zu beschneiden.

  33. @Jean-Pol
    Die Dimensionen im Myers-Briggs-Typindikator sind nicht dichotom, sondern geben nur die stärker ausgeprägte Haltung wider. Es ist durchaus möglich, grundsätzlich offen für neue Eindrücke zu sein, dennoch an anderen Dingen festzuhalten.

    Das ist rein deskriptiv bezogen auf das beobachtete Phänomen der mangelnden Akzeptanz von anderen Meinungen, nicht aber normativ: Du kannst daraus keine Handlungsempfehlungen ableiten.

  34. @eLEX
    „sondern für die Idee, dass es Gefühle und Einstellungsmuster gibt, die dazu führen, dass die Idee, Mädchen zu beschneiden gutgeheißen bzw. zugelassen wird.“
    – Ja, dafür habe ich mich geöffnet (1968)!:-))

    „ich Handlungsalternativen mit den Beteiligten entwickeln kann, die Bedürfnisse (im Zusammenhang mit den o.g. Gefühlen und Einstellungsmustern) befriedigen, OHNE zu beschneiden.“
    – Absolut OK. Und wieviele Mädchen werden in der Zeit beschnitten, in der du Handlungsalternativen…:-))

  35. @Oliver
    „sondern geben nur die stärker ausgeprägte Haltung wider.“
    -OK.

  36. Ich korrigiere mich selbst: Es heißt „wiedergeben“. Das kommt davon, wenn man an so einem Posting schraubt und erst widerspiegeln schreiben will…

  37. @Oliver
    Mach dir keinen Kopf. Jede/r hatte verstanden was du meinst. Mit dem Internet wird sowieso eines tages die opposition wegfallen. die opposition wiedergeben/widerhall ist nicht wichtig genug, um aufrechterhalten zu werden.

  38. @Maik & Alexander
    “Idealismus und Materialismus können nebeneinander existieren, weil du mit Gott/kein Gott radikal reduziert hast und so die diskursfähigen Elemente beider Strömung komplett ausblendest.”

    Diskursfähigkeit kann es mit dem was hier als Idealismus bezeichnet wird nur dann geben, wenn dort der Anspruch aufgegeben wird, die Idee sei ein Abbild der absoluten Wirklichkeit und damit der Wahrheit, was ich in den Brennpunkten dieser Welt aber nicht erkennen kann.

  39. @JagPirate
    Wenn das Ziel unserer Anstrengungen sein sollte, Strukturen zu schaffen, die uns Menschen mehr Glück (oder weniger Leiden) bringen, dann stellt sich die Frage, ob das materialistische Modell mehr chancen bietet, solche Strukturen zu schaffen als ein idealistisches. Ich meine, ja.

  40. @jean-pol martin, nachdem ich immer mein Handtuch dabei hab, kann ich Dir da nur zustimmen. Der Materialismus lässt ja die Unwahrscheinlichkeit dezidiert zu, dass die Idealisten richtig liegen, wobei die Idealisten immer meinen die Wahrheit zu 100% alleine gepachtet zu haben und genau hier liegt das Problem.
    Solange eine psychologische Grenzerfahrung (andere sehen als Ursache eine Schläfenlappenepilesie) als Gotteserfahrung missinterpretiert wird und daraus Rückschlüsse auf die Wirklichkeit gezogen werden, werden rationale Argumente mit dem Argument der Erfahrung vom Tisch gefegt.
    Mich treibt hier eher die Frage um, wie lassen sich – ich sag mal polemisch – Gottesbessene davon überzeugen, eben andere Weltsichten daneben stehen zu lassen ohne nach der Autorität durch Gewalt zu rufen. Ich hab kein Problem damit, wenn jemand an ein Ideal glaubt und dadurch zu einem zufriedenen Leben kommt. Ein Problem hab ich mit Leuten, die meinen anderen ihre Überzeugung notfalls mit Gewalt beibringen zu müssen. Und genau das ist das Dilemma, das ich derzeit sehe.

  41. @JapPirate
    Ehrlich gesagt bin ich im augenblick weder direkt noch indirekt mit dem problem konfrontiert, dass mir jemand seine Meinung aufzwingen will. Das liegt vielleicht an meiner geographischen verortung (ihngolstadt). Die Gefahr bei mir besteht eher darin, dass ICH meine Meinung verbreiten möchte. Daher meine relative Vorsicht bei diesem Thema!:-))

  42. @jean-pol martin
    ich seh momentan eher die außenpolitische Relevanz 😉
    Im Westen, wie auch in Japan seh ich das nicht als ein allzugrosses Problem an. Die Problematik wurde ja in Europa bereits durch die Relativierung von Wahrheit durch die Aufklärung entschärft.
    Trotzalledem bietet der Materialismus weit grössere Chancen gerade für die Bildung, da ja die Neugierde nicht durch das „totschlagende“ Arguement etwas so glauben zu müssen ausgebremst wird.
    In Ostasien stellt sich die Problematik nicht in dieser Form, da hier sehr wohl zwischen absoluter und durch uns nicht wahrnehmbare und relativer Wirklichkeit unterschieden wird, einerseits und anderseits der Synkretismus Tradition hat. Das Problem sind hier eher verkrustete hierarchische Strukturen, die nur sehr schwer aufzubrechen sind. Man schaue sich nur an welche Schwierigkeiten der neue japanische PM mit dem Beamtenapparat hat.

  43. @JapPirate
    D’accord.

  44. „wobei die Idealisten immer meinen die Wahrheit zu 100% alleine gepachtet zu haben und genau hier liegt das Problem.“

    Können wir bitte die Begriffe „Idealist“ und „Idealismus“ sauber differenzieren? Auch das Dramenkonzept Büchners ist z.B. eine Art von Ideal, obwohl er selbst eher materialistisch eingestellt sein dürfte. Ich kenne viele Menschen, die ich als „Idealisten“ bezeichne und die mitnichten glauben „Die Wahrheit gepachtet zu haben“.

    „Solange eine psychologische Grenzerfahrung (andere sehen als Ursache eine Schläfenlappenepilesie) als Gotteserfahrung missinterpretiert wird und daraus Rückschlüsse auf die Wirklichkeit gezogen werden, werden rationale Argumente mit dem Argument der Erfahrung vom Tisch gefegt.“

    Ich frage mich bei solchen – in meinen Augen hochpolemischen – Aussagen
    immer, ob da nicht zumindest Kirche und Glaube/Transzendalität in einen Topf geworfen werden und ob du damit nicht eine große Menschengruppe generalisierend über einen Kamm scherst.

    Gegen Atheismus und seine Auswirkungen auf Gesellschaft ließe sich auch so einiges generalisierend abwertend vorbringen. Aber meine Ideale sagen mir, dass das in einer verallgemeinernden Form nicht in Ordnung ist.

  45. @mccab99
    „Aber meine Ideale sagen mir, dass das in einer verallgemeinernden Form nicht in Ordnung ist.“
    – Ich glaube, dass du recht hast!

  46. @mccab99:
    Mit dem Begriff „Idealismus“ in diesem Zusammenhang bin ich eigentlich auch nicht glücklich. Religiöser Glaube wäre eher angebracht, denn darüber reden wird.

    „Ich frage mich bei solchen – in meinen Augen hochpolemischen – Aussagen
    immer, ob da nicht zumindest Kirche und Glaube/Transzendalität in einen Topf geworfen werden und ob du damit nicht eine große Menschengruppe generalisierend über einen Kamm scherst. “

    wo ist das polemisch? Es ist eine Möglichkeit sogenannte Gotteserfahrungen oder prophetische Rede wissenschaftlich zu erklären und diese Erklärungen erscheinen mir auch wesentlich schlüssiger, als die der Religion, die besagt hier habe „Gott“ zur Person X gesprochen. So ein Glaube ist eben höchst unlogisch und steht mit der allgemeinen Beobachtung von Wirklichlichkeit in krassen Widerspruch. Wenn jemand sagt, er glaube an Gespenster, wird das als Humbug abgetan, wird aber gesagt jemand glaubt an jemanden der von einer Jungfrau geboren wurde und sich dann mit seinem Vater im Himmel vereinigt hat, wird das akzeptiert. Ich seh den Unterschied nicht. Wenn ich an das eine glaube, wie kann ich dann die Gespenster bestreiten?
    Menschen, die solchen Unfug glauben werden in ihrer Kindheit daraufhin geprägt und da kann nur gute Bildung und Ausbildung gegen steuern. Luther sagte in den Tischreden, wenn ihr glaubt, stecht der Vernunft die Augen aus. Ich geh lieber sehen, denn blind durch mein Leben.

  47. @JapPirate
    „Mit dem Begriff “Idealismus” in diesem Zusammenhang bin ich eigentlich auch nicht glücklich.“
    – Aber das ist nun einmal der terminus technikus. Klar, dass der begriff im alltagsgebrauch eine ganz andere bedeutung hat (ein „idealist“ ist so etwas wie ein „gutmensch“ und ein „materialist“ jemande, der materielle güter ansammeln und konsumieren möchte). Aber wir benutzen Materialist/Idealist als philosophisch definierte konzepte.
    Ansonsten kann ich deine ansichten gut nachvollziehen, denke aber, dass angesichts der emotionalen geladenheit dieser themen, man sich im ausdruck zähmen sollte. Sonst ist die gefahr groß, dass man viele menschen verletzt.

  48. „Menschen, die solchen Unfug glauben werden in ihrer Kindheit daraufhin geprägt und da kann nur gute Bildung und Ausbildung gegen steuern.“

    Dazu kann ich nur schreiben: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ (Watzlawik)
    Die Wissenschaft versucht auch nur etwas zu erklären, rein subjektiv. Es werden passende Theorien dazu entwickelt, wie sich das Leben etc. erklären lässt. Schauen wir dann ein paar hundert, manchmal nur wenige Jahre später, dann gibt es schon wieder neue Erkenntnisse… Also werden Wissenschaftsgläubige doch auch nur geprägt.

    Meine Meinung: Es gibt nicht die Wahrheit, egal wer sie mir „verkaufen“ möchte. Ich „entscheide“ mich für meine Wirklichkeit und die Theorien, die mir am plausibelsten erscheinen. Das kann sich immer wieder ändern.

    Auch, wenn ich die Geschichte mit den 7 Tagen auch nicht glaube, so sehe ich diese auch nicht als ein faktisches Forschungsergebnis an, sondern als eine Metapher mit viel Raum zur Interpretation.

    Es gibt nicht DIE Lösung, von daher schlage ich vor alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen =)

  49. @Alexander
    Gestern hat mir ein mitarbeiter der Grünen erzählt, dass im augenblick eine debatte entsteht bezüglich der haltung, die grüne gegenüber reggae-musiker einnehmen sollen, die bekanntlich schwulen-hasser sind. Es soll dezidiert dagegen vorgegangen werden, aber die kommunikation soll nicht abgebrochen werden. Ich bin gespannt zu welcher lösung sie kommen.

  50. @raggae_green: Da bin ich aber auch gespannt. Sind denn alle Reggae Musiker so? Braucht es eine geschlossene Haltung?
    Warum müssen denn immer Meinungen gegen ganze Gruppen initiiert werden? Dann bleibt am Ende nur noch wenig übrig!
    Ich finde es sinnvoller eine bestimmte Grundhaltung einzunehmen und diese dann auf den einzelnen Menschen zu beziehen. Wenn die Grünen gegen „Schwulenhasser“ sind – gut, das reicht doch, oder?

  51. @Alexander
    „Wenn die Grünen gegen “Schwulenhasser” sind – gut, das reicht doch, oder?“
    Im prinzip schon, aber es geht auch darum, ob man solche gruppen einladen soll und wenn dann unter welchen bedingungen.

  52. beim Rastafari kommt ja wieder die Sache mit dem Glauben an göttliche Offenbarung mit ins Spiel. Und Reggae ist numal die Musik der Rastafari.
    Rastafari ist aus dem christlichen Glauben entstanden und nicht nur Paulus wettert da kräftig gegen homosexuelle.
    Mein Problem mit all Abrahamistischen Religion und anderen Idealen, wie Kommunismus Faschismus usw, sie erziehen zur Intoleranz und anstatt kritisches Nachdenken und Nachfragen auf unbeantwortete Fragen zu motivieren, wird Neugierde und kritisches Nachdenken sozial sanktioniert. Und diese Sanktionen sind in manchen Gesellschaften lebensbedrohlich und genau das ist es, was mich hier umtreibt. Das Recht auf Leben wird eingeschränkt auf Grund eines irrationalen Glaubens an was auch immer.

  53. @Alexander Rausch
    „Die Wissenschaft versucht auch nur etwas zu erklären, rein subjektiv. Es werden passende Theorien dazu entwickelt, wie sich das Leben etc. erklären lässt. Schauen wir dann ein paar hundert, manchmal nur wenige Jahre später, dann gibt es schon wieder neue Erkenntnisse… Also werden Wissenschaftsgläubige doch auch nur geprägt“
    Wie kommst Du zum Schluss, dass Wissenschaft rein subjektiv wäre? Das nur „passende Theorien“ entwickelt würden? Das ist doch reine Polemik.
    Das schöne an der Wissenschaft ist doch, dass versucht wird offene Fragen zu nachvollziehbar beantworten und die Antwort kann selbst wieder in Frage gestellt werden, wenn sich Zweifel ergeben. Beim Glauben wird alles mit dem Argument „das must du halt glauben“ tot geschlagen, ein Hinterfragen ist nicht zulässig.

  54. @JapPirate
    Mir geht es nicht darum: Wissenschaft oder Glauben. Es ging mir um die Prägung, die angesprochen wurde. Und da ist eine einseitige Prägung eben eine einseitige Prägung!

    Auch, wenn die Wissenschaft ein Hinterfragen (manchmal auch erst nach Jahren, Jahrzehnten – je nachdem was gerade in der Gesellschaft als wahr gewollt wird) zulässt, so müssen wir doch letzten Endes auch das Glauben, was die Wissenschaft herausgefunden hat (wer gab welchen Forschungsauftrag und warum, aber das ist dann nochmal eine andere Baustelle #freie Wissenschaft).

    Und manches erfundene Teilchen hat dann auch wieder eine Ähnlichkeit mit der unglaublichen Geburt eines Kindes von einer Jungfrau… und so schließen sich Kreise… es wird passend gemacht.

    Für mich persönlich ist nicht die Frage wichtig was denn nun wahr ist, sondern vielmehr das, was dazwischen liegt bzw. außerhalb des Ganzen. Und ich kenne genauso viele Wissenschaftler, die mit dem Argument „das musst du jetzt glauben bzw, das verstehst du nicht“ kommen, wie es „die Anderen“ gibt.

    Der Überschrift des Beitrags lautet:
    „Warum es so schwierig ist, die Meinung anderer zu akzeptieren.“
    Was macht es dir so schwer die Gläubigen glauben zu lassen? Glaube ist ein großes Wort und Marius Müller Westernhagen sang vor vielen Jahren „Ich glaube an die deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar“. Für mich gibt es weder DIE Gläubigen, noch DIE Wissenschaft. Es gibt Menschen mit verschiedenen Meinungen und das ist gut so!

  55. @Alexander
    „so müssen wir doch letzten Endes auch das Glauben, was die Wissenschaft herausgefunden hat“
    – Interessant. @apanat, der unseren Arbeitskris Philosophie wesentlich mitprägt, hat davon gesprochen, dass auch die Wissenschaft, deren Ergebnisse wir als Nichtspezialisten nicht prüfen können, für viele eine mythische Dimension hat.
    „Was macht es dir so schwer die Gläubigen glauben zu lassen?“
    – Die Frage ist berechtigt. Offensichltich ist diese Thematik sehr stark in der Biographie von vielen Menschen verankert und emotional besonders geladen. Als Franzose hat die Religion in meinem Leben keine große Rolle gespielt. Aber für andere Menschen und andere Kulturen gilt das nicht.

  56. @JapPirate
    Friedrich Nietzsche hat als einer von vielen höchst logisch nachgewiesen, dass schon deine Sprache mit der du kommunizierst, mit der du denkst, aus der du deine wissenschaftlichen Theoriegebäude baust, zu alledem überhaupt nicht taugt, weil sie Welt nicht universell beschreiben kann – genau aus diesem Grund fällt es Computern immer noch schwer, zwischen Dingen wie „Baum“ und „Strauch“ zu differenzieren.

    Alles „Wissenschaftliche“ gilt im Prinzip nur innerhalb eines axiomatischen Rahmens, den Wissenschaft selbst willkürlich setzt (bitte verstehe den Begriff „Willkür“ mathematisch und nicht umgangssprachlich). Rein logisch unterscheidet sich dieser axiomatische Rahmen erstmal nicht von den Setzungen wie sie eine Religion vornimmt. Er ist auf den ersten Blick lediglich inhärenter.

    Schau einmal in die moderne Elementarphysik – du kommst aus dem Nichts, du bestehst aus nichts und bewegen tust du dich allenfalls gequantelt. Deine Sinne sind lediglich zu unvollkommen, um das auch wahrzunehmen.

    Liebst du jemanden? Ja? Beweise es! (kommt aus irgendeinem Hollywoodfilm, nicht von mir)

    Oder um es komplizierter mit Karl Jaspers zu sagen:

    „Falsche Aufklärung meint alles Wissen und Wollen und Tun auf den bloßen Verstand gründen zu können (statt den Verstand nur als den nie zu umgehenden Weg der Erhellung dessen, was ihm gegeben werden muss, zu nutzen); sie verabsolutiert die immer partikularen Verstandeserkenntnisse (statt sie nur in dem ihnen zukommenden Bereich sinngemäß anzuwenden); sie verführt den Einzelnen zum Anspruch, für sich allein wissen und auf Grund seines Wissens allein handeln zu können, als ob der Einzelne alles wäre (statt sich auf den lebendigen Zusammenhang des in Gemeinschaft in Frage stellenden und fördernden Wissens zu gründen), ihr mangelt der Sinn für Ausnahme und Autorität, an denen beiden alles menschliche Leben sich orientieren muss. Kurz, sie will den Menschen auf sich selbst stellen, derart, dass er alles Wahre und ihm Wesentliche durch Verstandeseinsicht erreichen kann. Sie will nur wissen und nicht glauben.“

    Auflösen kannst du das nicht. Du musst mit dieser Spannung leben und du musst auch rein logisch einkalkulieren, dass du dich bei deiner Deutung/Erklärung von Religion irrst.

  57. Da @jeanpol mich auf diese Diskussion aufmerksam gemacht hat, hier ein kurzer Hinweis:
    Obwohl Gödels Unvollständigkeitssatz (http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6delscher_Unvollst%C3%A4ndigkeitssatz#Beweis_des_1._Unvollst.C3.A4ndigkeitssatzes) nach Ansicht heutiger Mathematiker sauber bewiesen ist, wollten ihn die führenden Mathematiker seiner Zeit nicht akzeptieren. Sie hingen lieber ihren alten Vorstellungen an, die streng genommen falsch waren.
    Andererseits: Wenn ein Mathematiker wie Andrew Wiles 7 Jahre braucht, um einen Beweis für die Fermatsche Vermutung zu finden, und nachdem ein Student ihm eine Beweislücke nachgewiesen hat, beide zusammen noch einmal 5 Jahre brauchen, um sie zu füllen, so wird es keinen Nicht-Mathematiker, aber auch nur wenige Mathematiker geben, die überprüfen können, ob der Beweis korrekt ist oder nicht. Alen anderen bleibt nur übrig, zu glauben (!), dass die Fermatsche Vermutung bewiesen ist. Von solchem Spezialistentum sind die Wissenschaften voll.

  58. […] zitiert @mccab99 Jaspers… Veröffentlicht am 25. Februar 2010 von jeanpol mccab99, am 24. Februar 2010 um 20:53 sagte: @JapPirate:  Friedrich Nietzsche hat als einer von vielen höchst logisch nachgewiesen, […]

  59. Schluss mit lustig, wenn zwei weltbilder aufeinanderprallen:
    „“Da war plötzlich ein Graben zwischen „den Schwulen“ und „den Reggae-Fans“. http://tinyurl.com/y9uorc6

  60. Was mich verblüfft ist, dass nicht geklärt wurde, was „eine Meinung akzeptieren“ eigentlich meint. ich kann wohl eine mir entgegengesetzte meinung akzeptieren (im Sinne von respektieren), ohne das ich sie übernehmen muss. ich kann bei Akzeptanz und Respekt genauso die Differenz markieren, auch die möglichen Differenzen, die nicht eine „Einheit in der Differenz“ ergeben, sondern sich gegenseitig tatsächlich ausschließen.
    Was mich noch mehr verblüfft, ist das Beispiel („Der mensch ist eher gut /eher schlecht, tertium non datur.) Gerade an diesem Beispiel kann man viele andere Optionen sehen, wenn man die enthaltene Zweiwertigkeit nicht übernimmt:
    1. Man kann fragen, ob diese Frage (ist „gut“ / ist „schlecht“ besonders sinnvoll ist und stattdessen andere Kriterien für die Definition der Gattung finden – schon ist man aus dem Dualismus draußen
    2. Man kann aus der (nutzlosen) Zweiwertigkeit auch anders aussteigen, nämlich: Der mensch ist weder gut, noch schlecht, sondern …; oder: der Mensch ist sowohl gut als auch schlecht, weil …

  61. @Lisa
    Klar, dass ich selbst nicht im Dualistischen stecke. Daher „eher“ gut oder „eher“ schlecht, wobei ich wede der einen noch der anderen option zustimmen würde.
    Aber ich treffe (fast) jeden Tag auf Leute (in der Fussgängerszone, wenn ich unterschriften sammele, z.B.) auf Leute die mir beispielsweise sagen, Schwulen sollte man dies oder jenes antun…
    Was mache ich mit einer solchen Position?
    „ich kann wohl eine mir entgegengesetzte meinung akzeptieren (im Sinne von respektieren), ohne das ich sie übernehmen muss.“
    – Ich kann: a) ignorieren, b) übernehmen, c) gegenargumentieren, aber schwerlich respektieren und akzeptieren.

  62. […] meiner Sicht (mangelnde) Diskussions-Kultur generell (nicht nur online) und bat Jean-Pol um Rat. Hier seine Video-Antwort, die mit zahlreichen Kommentaren (über 60!) im Blog ergänzt […]

  63. (Frage ist ja: Leidet der Mensch generell an der Tendenz immer den Anderen von seiner
    Meinung überzeugen zu wollen, anstatt sich für neue Sichtweise zu öffnen? )
    Ja der Mensch leidet an der Neigung immer Andere die eigene Sichtweise erklären zu wollen. Jeder traut am meisten seinen eigenen Augen.
    Neue Sichtweisen setzen einen Lernprozess voraus. Hier muss der Mensch erst ein wackeliges Kartenhaus aus Gedanken aufbauen. Es müssen Spielregeln ausgedacht werden. Man muss zuhören und mitdenken. Man muss sich etwas merken. Es ist, als würde man ein neues Brett-Spiel erlernen wollen, anstatt ein bekanntes zu spielen. Was man nicht weiß oder mit den Sinnen nicht erfasst hat, existiert nicht.
    Für neue Sichtweisen hat nicht jeder festen Boden der alten Sichtweisen unter den Füßen. Wer nicht weiß, ob seine alte Meinung richtig ist und zudem wenig über das Thema weiß, der wird mit einer neuen Sichtweise gleichgültig umgehen.
    Viele Menschen wollen nicht denken, sondern diskutieren, um den anderen das eigene Thema durchdenken zu lassen.
    Zwei Menschen, die sich unterhalten, sehen zwei verschieden Menschen. Sie spielen oft zwei verschiedene Spiele. Oder sie spielen Ping Pong der Gedanken, Aneinanderreihung von Phrasen und Einfällen. Was den Horizont erweitert, ufert schnell ins unendliche aus.

    Worte entwickeln unterschiedliche gefühlte Wirkungen bei unterschiedlichen Menschen. Wir Menschen sind nicht wirklich intelligent (Wir können kaum die letzten 3 Sätze wiederholen, die der andere gerade gesagt hat.)
    Was wir Menschen wollen, hängt stark davon ab, wo wir und wann wir dort stehen und wo unserer Herz dran hängt, wo wir unseren Kopf dabei haben. Dabei ‚andere Meinungen zu akzeptieren‘ oder nur zuzuhören ist eine Herausforderung.
    Es ist also eher ein Wunder, wenn Absichten oder Argumente gegenseitig verstanden und schließlich angenommen werden und können.
    Erst muss etwas als wirklich wichtig erkannt werden. Das geht nur über die eigene Lebenszeit. Und dann muss der andere etwas ebenso als wirklich wichtig erkennen. Das dauert.
    Das Internet hat den großen Vorteil, dass es Schrift und Gedanken aufbewahren kann -besser als unser Gedächtnis-, es kann durchsucht werden und Gedanken können verschickt werden.
    Aufmerksamkeit zu bekommen ist eine Ware geworden wahrscheinlich schon seit den Äqytern. Andere Leute zum verstehen können in die Lage zu versetzen hat auch einen Preis – und sei es das eigene Opfer seiner Lebenszeit und Kraft.

  64. @martin
    Danke für die tiefgehenden Gedanken. Darüber denke ich nach.

  65. […] Warum es so schwierig ist, die Meinung anderer zu akzeptieren. […]

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