Bottom-up.

Aus dem Blog von Maik Riecken:

(4) bottom-up
Ich mag nicht gegen “Gesellschaft” oder das “System Schule” kämpfen oder gar gegen beides gleichzeitig. Ich mag für meine SuS kämpfen, ich mag mein Wissen um Unterricht und das Lernen an sich vertiefen, ich mag öffentlich reflektieren und diskutieren, weil das für mich der Weg ist, meinen Alltag zu verändern. Damit bin ich nicht allein, sondern es gibt einen Haufen von KuK, die da mit mir auf dem Weg sind. Über die Art und Weise, wie es an Schule zu Entscheidungen kommt, darf ich mir anders als du von Amts wegen kein Urteil erlauben. Ich sehe nur, was hier vor Ort durch “bottom-up” erreicht worden ist und immer noch erreicht wird. Und ich habe schon oft gesehen, wie diese zarten Pflänzlein durch ausschließliche Schulstrukturreformen in ein Klima kamen, das sie nicht mehr ertrugen. Man kann über diese miesen Zustände entsetzt sein und sie anprangern. Ich möchte mit all meiner Kraft Pflanzen gießen mich an ihrer Entwicklung erfreuen, d.h. das supporten, das sehen wollen, was gut läuft. Dir wird es – wahrscheinlich – viel zu wenig sein. Für mich ist es ein Anfang.

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9 Antworten

  1. Jetzt verfolge ich diese „Educamp-Nachfolge-Diskussion“ seit ein paar Tagen mit gemischten Gefühlen. Viele Argumente der Podiumsgegner kann ich nachvollziehen (erinnert an klassische Tagung, zu viel Selbstdarstellung, zu viel Theorie, kein Verständnis für die Basis), aber einiges verunsichert mich dann auch (warum Kritik erst wenige Stunden vorher, warum scharrt sich kritische „Basis“ um einen „Oben“, wo waren die „praktischeren“ inhaltlichen Aussagen, wo ist das Verständnis für anders Denkende, ..).

    Diese Zeilen von Maik Rieken bringen mich jetzt wieder zu „meinem Menschenbild“ zurück: Warum ständig kritisieren? Lieber in dem gegebenen Rahmen handeln!

    Ich denken, dass wir es zur Zeit weniger mit neuen Werkzeugen in der Bildung zu tun haben, sondern uns in einem Wandel befinden, wie ihn unsere Ahnen z.B. durch die Erfindung des Buchdrucks erlebt haben.

    Jetzt sollten wir aber keine ellenlangen Diskussionen über „Oben – Unten“ oder „Dreigliedrig – Regional – Gesamt“ führen, sondern einfach jede/jeder in kleinen Schritten handeln. Das ist dann sicher keine „Revolution“, könnte aber so etwas wie „Transformation“ sein.

  2. Lieber Jean Pol,
    mit gr0ßem Interesse lese ich deinen Blog. Wir sind mit Manfred im Bolgkurs und haben viel gelernt.
    Christel

  3. ein Gruß aus dem PC-Pool des ZAWiW von den Senioren-BloggerInnen, die immer wieder interessiert Deinen Blog verfolgen
    am 23.2. ist dieser Kurs zu Ende und wir überlegen uns, wie´s weitergehen könnte
    übrigens ist für mich ‚BottomUp‘ seit ‚ewigen Zeiten‘ erfahrungsgemäß die beste Methode, um tolle elektronische Systeme zu konzipieren und entwickeln

  4. Lieber Jeanpol,
    immer wieder verfolge ich Deine Beiträge in Deinem BLOG und bin faszinziert über die Bandbreite Deiner Gedanken und Beiträge. Vieles ist für mich neu und doch auch wieder nicht; Verschüttetes aus der Schulzeit kommt wieder an die Oberfläche. Es ist Anregung für mich bestimmten Themen nachzugehen.
    Liebe Grüße
    Holger

  5. Also ehrlich gesagt ich würds gern tun, auf den Knopf drücken.
    Ich finde das ganze System Bundesrepublik irre. Es ist ein Tollhaus wo Vorgonen aus zwei Behörden eine machen wollen und am Ende sind es drei.Dieses Land erstickt an seinem Kontrollwahn. Und ich glaube auch nicht, das es reformierbar ist.
    In der Natur ist alles effizient und schön, aber wir Menschen scheinen darüber zu stehen. Alles was ich aus dem Bildungssektor wahr nehme wiederspricht dem nicht.
    Ich habe den Eindruck, das Du kapituliert hast und Dich auf Dein eigenes Feld zurück ziehst und das in Ordnung hälst.
    Das ist etwas Gutes, man sollte sein eigenes Feld in Ordnung halten. Ausserhalb des Feldes ist das Caos.
    Aber das haben wir in der DDR auch so gemacht. Bis uns irgendwann der Kragen geplatzt ist.

    Ich hoffe Dir und den Deinen platzt bald der Kragen und ihr stellt eine Gulliotine zwischen Kanzleramt und Reichstag auf. Und ich drücke auf den Knopf.

  6. „Ich habe den Eindruck, das Du kapituliert hast und Dich auf Dein eigenes Feld zurück ziehst und das in Ordnung hälst.“

    Ja und nein. Es wird durch diese „Taktik“ ja nach und nach mehr Land hinzugepachtet und auf dem Feld wächst ja auf etwas, was wieder neues Leben hervorbringen kann – um im Bild zu bleiben. Natürlich ist sowas schutzlos und relativ schnell wieder verwüstet… Wenn man es alleine bestellt.

  7. @sayadin
    Bitte unterlasse so schreckliche Drohungen. Sonst muss ich deine Beiträge entfernen.

  8. @Horst
    „(warum Kritik erst wenige Stunden vorher,“
    – Die Diskussion hat vor langer Zeit begonnen:
    http://blogs.epb.uni-hamburg.de/educamp/2009/12/15/podiumsdiskussion-das-internet-ein-bildungsraum/
    Und mein Blogbeitrag sollte nur auf eine Entwicklung hinweisen. Dass die Diskussion so gelaufen ist, zeigt doch, dass ein Bedarf bestand.

  9. @Freitagwagner @derMannausUlm @Minhol
    Danke sehr für das anhaltende Interesse, über die Monate hinweg! Das freut mich sehr! Auch dass Ihr weiter an euren Blogs arbeitet!

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