Philosophie (4): wie ich zu den vier Bereichen kam.

Resume Zunächst dachte ich, die Philosophie würde sich in erster Linie mit ethischen Fragen befassen. Dieser Eindruck war bei früheren Lektüren entstanden, also intuitiv, in der Praxis. Mit dieser Hypothese stieg ich ein, und siehe da…

1. Aus der Praxis gewonnene Intuition (Theoriebildung)

Natürlich habe ich mich viel mit Philosophie befasst in meinem Leben. Aber zufällig, ungeplant. Intuitiv dachte ich, das Thema der Philosophie sei Ethik und wie man zum Glück gelangen kann. Das war auch meine Motivation, mich mit Philosophie zu beschäftigen. Ich hatte unbewusst aus meiner Praxis die Theorie aufgestellt, Philosophie behandele ethische Fragen.

2. Schritt in die Realität

Mit dieser Hypothese (Theorie) bin ich an meine Lektüren herangegangen (Schritt in die Empirie). Und siehe da, die Philosophen, mit denen ich mich befasste, behandelten (auch) ganz andere Themen, wie die Frage der Urstoffe und Urprinzipien, der logischen Anwendung von Sprache, der Voraussetzung von Erkenntnis. Um diesen Wust an Themen in meinem Kopf zu ordnen, brauchte ich Kategorien. Diese Kategorien stehen am Anfang von jedem Buch über Philosophie, aber ich hatte sie übersprungen, weil ich sie zu diesem Zeitpunkt nicht brauchte. Erst die konkrete Konfrontation mit den Texten ließ bei mir das Bedürfnis entstehen, den unübeschaubaren Stoff zu ordnen und dadurch kognitiv zu kontrollieren. Ich musste auf die bereits existierende Theorie zurückgreifen.

3. Griff zu den Kategorien

Die Wissenschaft liefert Kategorien, die mir helfen, den Praxiswust zu ordnen. Aber mein Bedürfnis danach besteht erst jetzt, nach dem Schritt in die Realität (Lektüre der Texte). Jetzt hilft es mir sehr, wenn ich erfahre,  dass die vier Bereiche der Philosophie die Metaphysik, die Logik, die Erkenntnistheorie und die Ethik sind. Dieses Raster brauche ich, um meine Lektüren fortzusetzen und thematisch besser einzuordnen. Aber die Kategorien hätten mich am Anfang gestört. Der Wunsch danach musste erst durch das Gefühl entstehen, den Überblick beim Anstieg der Textmengen zu verlieren.

Fazit Theorie Ok, aber erst wenn der Wunsch danach in der Praxis entsteht.

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7 Antworten

  1. Leider haben wir nur ein 3-gliedriges und zusätzlich immer unausgewogeneres Staatssystem – das könnte eines der großen Herausforderungen sein, die vernachlässigten „Kategorien“ wieder zu stärken – in der Regierung, der Forschung und der Bildung

  2. Wirklich interessante Übertragung von einem Bereich auf den anderen: wenn ich richtig verstanden habe, sollten Ethik, Metaphysik, Logik und Erkenntnistheorie stärker in allen staatlich gesteuerten Bereichen berücksichtigt werden?

  3. da muss ich an die 10 kategorien des aristoteles denken
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorien#Die_Kategorienliste

  4. @Michael
    Mal sehen, ob wir sie bei der Behandlung von Aristoteles einbeziehen können oder es nicht bereits zu ausdrifferenziert ist für unser Ziel (Überblick gewinnen).

  5. Über die Anwendung des Begriffs Kategorien lässt sich streiten. Ich denke aber, dass Ästhetik und politische Philosophie auch sehr wichtige Bereiche der Philosophie sind, wobei letzterer von Platon ja schon ziemlich intensiv beackert worden ist.

  6. Die Wikipedia zählt freilich noch deutlich mehr auf (http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Systematik-Philosophie.png)

  7. @apanat
    Im Augenblick bin ich mit 4 Bereichen gut bedient! Meine Quelle:
    http://www.amazon.de/gp/product/images/380942529X/ref=dp_image_0?ie=UTF8&n=299956&s=books

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