Philosophie (2): Bye bye Mythos, hallo Logos!

Resume Bis etwa 650 v.-Chr. wurden Götter verantwortlich gemacht für Naturerscheinungen und gesellschaftliche Prozesse (Mythos). Die Vorsokratiker begannen damit, diese Deutungsmuster in Frage zu stellen. Sie verlangten Beweise und Argumente (Logos).

1. Vom Mythos zum Logos

Der Übergang ist markiert durch Unterschied von Götter- und Heldengeschichten erzählender (narrativer)  und streng argumentierender Sprache. Anstelle der Erklärung der Welt über Götter wird mehr und mehr eine rationale Form der Weltbewältigung gesucht. Die Antike Philosophie beginnt mit den Vorsokratikern (ca. 650-500 v.-Chr.) zu denen die Philosophen von Milet, die Phytagoreer, die Eleaten und die Atomisten gehören. Die Vorsokratiker gelten als Begründer der Physik, während Sokrates und Platon als Urheber der Ethik und Aristoteles als Erfinder der Logik angesehen werden.

2. Die Vorsokratiker

Sie suchen nach dem Ursprung der Dinge und nach einem einheitlichen Weltprinzip. Für Thales bedeutet das Wasser, für Anaximander das ewige Unendliche, für Anaximenes die Luft, für die Pythagoreer die Zahl das Prinzip der Welt. Für Heraklit besteht die ganze Welt aus Gegensätzen. Eine radikale Kritik an Sitte und Tradition übt Xenophanes, der Begründer des erkenntnistheoretischen Skeptizismus. In kritischer Abkehr von Heraklit begründet Parmenides den Eleatismus, mit seiner These von der Einheit, Unbeweglichkeit und Ewigkeit des Alls.  Empedokles‚ Elemente-Theorie stellt eine Vermittlung von Heraklit und Parmenides dar. Anaxagoras nimmt nicht vier Elemente sondern eine unendliche Anzahl unveränderlicher und unsichtbarer Grundstoffe an. Auch die Atomisten Leukipp und Demokrit versuchen, die Gegensätzlichkeit der Positionen von Heraklit und Parmenides zu überwinden. Sie postulieren kleinste unteilbare Atome, die sich durch Gestalt und Anordnung unterscheiden. Mit den Sophisten setzt eine neue Epoche der Philosophie ein. Der Interessenschwerpunkt verlagert sich von naturphilosophischen Fragen hin zu ethisch-gesellschaftlichen Problemen.

Fazit: Mythos bis 650 v.-Chr., dann Fokus auf Argumente und Beweise mit den Vorsokratikern (Schwerpunkt Physik). 470-399 kommt Sokrates, der ethische Fragen in den Vordergrund rückt.

Übersicht und Texte

Wiki

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Anmerkung: Mein Blogeintrag ist ein Exzerpt aus: „Geschichte der Philosophie von der Antike bis heute“, Christoph Delius et al., Könemann, 2000