Was ist für mich Vernetzung?

Resume Heute gegen 18:30Uhr wird mich Christian Spannagel in seinen Vortrag in Heidelberg einskypen. Ich soll beschreiben, was für mich Vernetzung bedeutet.

1. Ausgangspunkt

Als Menschen stehen wir permanent vor Problemen, die wir lösen müssen. Vieles lässt sich ohne Hilfe bewältigen, aber ab einem bestimmten Komplexitätsniveau ist man auf Ressourcen von außen angewiesen. Man vernetzt sich mit anderen, um gemeinsam das Problem anzugehen. Metaphorisch übertragen kann man sagen, dass wir ein Netz von „Neuronen“ konstituieren, eine Art von Gehirn, das die Aufgabe hat, das Problem zu lösen.

2. Meine Aufgabe als Dozent

Meine Aufgabe als Lehrer und Dozent sehe ich darin, relevante Problemräume zu erkennen und zu definieren und meinen Schülern oder Studenten als Aufgabe anzubieten. Wenn ich nicht über eine reale Gruppe verfüge, versuche ich im Netz (Twitter, Kommunikationsplattformen)  Menschen („Neuronen“) zu kontaktieren und durch aktive Vernetzungen zu einem „Gehirn“ zu formen.  Meine Aufgabe besteht dann darin, dem „Gehirn“ das Problem anzubieten und die Interaktionen (kollektive Reflexion) zu moderieren bis das Problem gelöst ist. Projekte haben einen ähnlichen Ablauf:

– Definition eines Projektzieles

– Sammeln von Menschen, die dieses Ziel ansteuern sollen

– Organisation der Interaktionen und Denkprozesse bis zum

– Abschluss des Projektes

3. Redundantes Einspeisen von Konzepten

Für die Zielerreichung ist es günstig, wenn die Gruppe als Resonanzboden in Kohärenz gebracht werden kann. Verfügt die Gruppe über einen gemeinsamen Vorrat an Denkstrukturen und Begrifflichkeiten, so begünstigt es Synergieeffekte und Kongruenz. Man kommt innersystemisch schneller zu Ergebnissen und erreicht das Ziel zügiger. Auch darin besteht die Aufgabe des Dozenten: er stellt einen kohärenten Begriffsapparat zur Verfügung, so dass eine rasche Verständigung während des Prozessverlaufes gewährleistet ist.

Fazit: Vernetzungen strebe ich vor allem dann an, wenn ein konkretes Problem zu lösen ist. Natürlich ist es sinnvoll, Netze („Gehirne“) auf Vorrat zu konstituieren, die im Bedarfsfall gleich eingesetzt werden können.

Skype und meine neuen Arbeitsstrukturen

Resume Aus Gesundheitsgründen habe ich mich vom realen Unterricht verabschiedet. Eine neue Arbeitsstruktur ist gerade dabei zu entstehen.

1. Ich weiß was, was du nicht weißt

Natürlich hat es wenig Sinn, wenn ich mich überall zu Wort melde, ohne über einen Wissensvorsprung in einem relevanten Bereich zu verfügen. Aufmerksamkeit kann ich nur erwarten, wenn ich was Neues zu erzählen habe. Meine Produkte sind

Lernen durch Lehren: nach wie vor gibt es viele Menschen im Bildungssystem, die LdL nicht kennen oder die sich näher mit dieser Methode und deren theoretischen Hintergründen befassen wollen.

Internetkommunikation: auch wenn das Thema Hochkonjunktur hat und jeder sich als Experte fühlt, in diesem Bereich arbeite ich seit 1996 sehr intensiv, sowohl mit Schülern und Studenten, als auch mit Kollegen aus der Wissenschaft. 2001 habe ich zum Beispiel ein Projekt durchgeführt, bei dem ich mich von einer Community durch New York führen ließ. Das war lustig und damals sehr innovativ. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch mit Mitarbeitern das Modul „Internet- und Projektkompetenz“ ins Leben gerufen, das heute von Michael Kratky erfolgreich weitergeführt wird. Vor anderthalb Jahren wurde ich von Steffen Büffel als Experte zum ersten Educamp eingeladen und das hat meine Arbeit seit diesem Zeitpunkt stark geprägt, insbesondere durch meine Bekanntschaft mit Christian Spannagel, Alexander Rausch, Lutz Berger und Michael Wald. Seit einigen Monaten versuche ich die Ingolstädter Grünen in diese Richtung zu beeinflussen, in der letzten Zeit mit besonderem Erfolg.

Insofern weiß ich was, was andere (noch) nicht wissen.

2. Neue Arbeitsstrukturen

Da ich gesundheitsbedingt aus dem realen Unterrichtsgeschehen herausgerissen wurde, sitze ich relativ viel zu Hause, allerdings mit täglichen morgendlichen Ausflügen ins Schwimmbad (ich hoffe, ich halte es konsequent durch).  Was ist naheliegender als Interessenten zu bieten, dass ich mich per Skype in Unterricht und sonstige Veranstaltungen einbringe? Natürlich verlangt es, dass ich besonders aktive und engagierte Partner finde.

– Mit Björn aus Bergen (Norwegen) wurde bereits ein Projekt in diesem Sinne gestartet. Am letzten Mittwoch habe ich mich per Skype in eine Veranstaltung an seiner Schule eingemischt. Für Dezember ist geplant, dass ich eine Französischklasse in Bergen zwei Doppelstunden nach LdL per Skype unterrichte. Die entsprechenden Texte liegen mir bereits vor.

– Heute Vormittag haben Oliver Tacke und ich geplant, dass ich nächste Woche per Skype in einer seiner Kursen Fragen seiner Studenten zu LdL beantworte.

Prinzipiell ist es möglich, dass alle, die weltweit an LdL interessiert sind, mich bitten, per Skype (Adresse: jeanpolmartin) mit ihren Schülern, Studenten und Kollegen in Kommunikation zu treten.

Fazit Mit wenig Aufwand kann man mithilfe von Skype Erkenntnisprozesse sehr rasch, weltweit auslösen. Ich warte auf weitere Anfragen!

Skyping with Björn (Bergen/Norway)

Learning by teaching

Example: Teaching foreign language (history)

1. Sharing the new contents

If you be done with the contents of a lesson, say the Middle Ages, and you have to deal with the next one, the Renaissance, you divide the new contents in little sections and allocate them to teams of students, two or maximal three.  So you have for instance 5 sections and 15 students.

2. The students tasks

This students have to introduce the new vocabulary, the new grammar and of course the new history contents. So they share the tasks within the group.

–      One student writes a slide with the new words and thinks about a strategy to explain and teach this words and to make exercises

–      One student writes a slide with the new grammar contents and thinks about a strategy to explain the new grammar and make exercises

–      One student thinks about a strategy to present the history-contents

3.  When do the students  prepare their units?

In order to ease the organization, you have to let the students prepare their units simultaneous:  some colleagues asks how it is possible for the last team to prepare its section if it doesn’t know the contents (vocabulary, grammar) from the other four groups. The question is legitimate, but the experience shows that this is not a problem if the last group doesn’t know the foregoing contents, because the contents they have to present usually are more independent from the precedents as we think. They just have to inform themselves about one or two phenomena.

4. The teachers task

The teacher has to provide the students with interesting contents and materials. In my French classes I proposed to deal with European history, literature and politics. I had to provide articles from newspapers, books and a lot of additive materials. Of course the students used internet. Here you can see sites by students (closes).

5. Frequent asked questions

–      How does the students know how they have to present the contents? Do you give instructions to the students by planning their lessons?

–      Are you giving marks during the presentations?

–      How are you giving marks?

–      We all are doing the same things like you in our lessons. What’s new about the method “Learning by teaching”?

–      Are all the students able to satisfyingly present the contents?

–      What about shy students?

–      What  about faults? If a student presents contents (or pronunciation) wrong, the other students will memorize the false structures?

6. Text  analysis

Brackley and the Bed (by Samuel Selvon)

–      Team 1 (2 students):  Humor

–      Team 2 (2 students):  Caribbean language

–      Team 3 (2 students):  Psychological evolution

Neighbors (by Tim Winton)

–      Team 4 (2 students):  Psychological evolution

–      Team 5 (2 students):  Style

Auch in Ghana! (Gastbeitrag von Barbara Martin)

Seniorenregeln in Ghana

Seniorenregeln in Ghana

Auf meiner Studienreise in Ghana hab ich zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass alte Leute selbst in einem afrikanischen Land nicht mehr von der Struktur der Großfamilie aufgefangen werden. Immer mehr alte Leute leben einsam und isoliert und fühlen sich nutzlos. Das hat auch den Ghanaern zu denken gegeben und deshalb gibt es jetzt zunehmend mehr Projekte, die alte Menschen ansprechen sollen und ihnen wieder mehr Lust und ZUversicht am Leben geben sollen. Wir haben so ein Projekt für Senioren besucht und wurden dort unter anderem mit den Tipps vertraut gemacht, die die Senioren dort lernen.
Das sind durchaus sowas wie Lernziele:
1. Be committed to your faith
2. Get regular check ups
3. Keep your mind active
4. Volunteer your time, be active for others
5. Develop a positive attitude
6. Eat a healthy and well balanced diet
7. Get regular exercise
8. Practice random acts of kindness
9. SMILE
10. Be open to new experiences an possibilities. Get a hobby.
Ich war auf jeden Fall erstaunt!

 

Au cas où…

Resume J’ai été invité chez des cousins que j’apprécie beaucoup. Cela m’a donné l’idée de fournir quelques informations en français sur ma vie, au cas où…

1. Ce que j’ai fait ces trente dernières années

En 1980 j’ai obtenu un poste de didacticien du français dans une petite université bavaroise, à Eichstätt. Il m’est venu l’idée – en fait assez simple – de demander aux élèves de s’enseigner mutuellement les contenus du manuel. Evidemment cette technique les a forcés à être beaucoup plus actifs en classe et à parler en conséquence. Cette méthode, Lernen durch Lehren a connu de plus en plus de succès jusqu’à être maintenant employée (comme option méthodologique) dans toutes les matières et à tous les niveaux scolaires et universitaires en Allemagne. Par le biais des écoles allemandes à l’étranger j’ai été amené à présenter ma méthode partout en Europe mais aussi dans beaucoup d’autres pays du monde comme en Russie, en Ethiopie ou au Japon.

2. L’internet

Il y a une quinzaine d’années quand internet est apparu il m’a semblé qu’il fallait en tant que chercheur utiliser cet instrument pour positionner ses idées partout où s’offrait une opportunité. Par exemple sur wikipedia (voir Jean-Pol Martin). De plus, compte tenu du nombre considérable de problèmes à régler, il faut mobiliser toutes les ressources intellectuelles présentes dans le monde et les connecter. J’ai donc créé à Eichstätt le module Internet- und Projektkompetenz qui relie des étudiants de divers pays et leur donne des tâches à résoudre en commun.

3. Et maintenant

Maintenant je suis à la retraite et je pense qu’il y a des masses de seniors qui ne demandent qu’à communiquer leur savoir aux jeunes et à continuer eux-mêmes à apprendre. Souvent il leur manque les connaissances de base pour utiliser les ordinateurs et l’internet. Ils n’imaginent pas à quel point leur vie peut être enrichie par un usage compétent de ces instruments. Je m’engage donc dans des associations de seniors qui se donnent pour but de mobiliser ces matières grises souvent inemployées.

Fazit Pourquoi ne pas coopérer avec des parents ou des amis français? Si vous voulez me dire quelque chose, utilisez la fonction „Kommentar schreiben“ en bas de ce texte.

Nein, es war mir nicht klar!

Von einer Twitterin habe ich eine Mail bekommen, die mich sehr freut. Hier der relevante Auszug:

Aber jetzt doch noch eine Anmerkung zu DEINER Art zu twittern!
Ich freue mich jeden Tag, wenn ich nachdem ich (offensichtlich viel später als Du) aufgestanden bin und lese, dass Du schon am Frühstücken warst und dabei die SZ gelesen hast. Das gibt mir das Gefühl, dass Du irgendwie da/ präsent bist.
Ist Dir das eigentlich klar, dass ich (und viele andere wahrscheinlich auch) das so empfinden?

Nein, das war mir nicht klar. Aber du kannst glauben, dass mir dieser Satz Motivation und Power gibt!

Lernziele auch für Senioren?

Resume Wenn das Prinzip des lebenslangen Lernens ernst genommen wird, bedeutet es, dass das Bildungswesen nicht nur für Schüler und Studenten Lernziele bereithält, sondern auch für Senioren.

1. Lernziel Gestaltungskompetenz

1996 wurden von der “UNESCO Task Force on Education for the Twenty-first Century” die von Jacques Delors so bezeichneten vier Pfeiler für lebenslanges Lernen verabschiedet (“Delors Four Pillars  for education throughout life” – www.unesco.org) :

  • learning to know,
  • learning to do,
  • learning to live together and
  • learning to be.

Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung ausgerufen. (…) Der Fokus liegt dabei auf dem übergeordneten Ziel der Gestaltungskompetenz, die sich zusammenfügt aus folgenden Teilzielen:

  • Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen.
  • Vorausschauend denken und handeln.
  • Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln.
  • Gemeinsam mit anderen planen und handeln können.
  • An Entscheidungsprozessen partizipieren können.
  • Andere motivieren können, aktiv zu werden.
  • Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können.
  • Selbstständig planen und handeln können.
  • Empathie und Solidarität für Benachteiligte zeigen können.
  • Sich motivieren können, aktiv zu werden (www.bne-portal.de).

2. Nachhaltigkeit Lernen

Die Bundesregierung beschloss im Jahr 2004, die UN-Dekade mit dem Aufruf zur Allianz Nachhaltigkeit Lernen zu unterstützen. Dazu hat eine Bund-Länder-Kommission auf der Grundlage der internationalen Vereinbarungen einen Orientierungsrahmen entwickelt, der die folgenden didaktischen Prinzipien enthält und ihnen jeweils Schlüsselqualifikationen zuordnet, die in die länderspezifischen Bildungspläne eingearbeitet werden sollten:

Didaktische Prinzipien Schlüsselqualifikationen
1. System- und Problemlöseorientierung Intelligentes, problembezogenes Wissen,Systemisches (vernetztes) Denken,

 

Antizipatorisches (zukunftsgerichtetes) Denken,

Phantasie und Kreativität,

Forschungskompetenz, Methodenkompetenz

2. Verständigungs- und Werteorientierung
Dialogfähigkeit, Selbstreflexionsfähigkeit,Werteorientierung, Konfliktlösefähigkeit
3. Kooperationsorientierung Teamfähigkeit, Gemeinsinnorientierung, Lernen in Netzwerken
4. Situations-, Handlungs- undPartizipationsorientierung Entscheidungsfähigkeit, Handlungskompetenzen, Partizipationsfähigkeit
5. Selbstorganisation Selbstorganisation von Lernprozessen, Evaluationskompetenz, Bereitschaft und Fähigkeit zu Lebenslangem Lernen
6. Ganzheitlichkeit Vielfältige Wahrnehmungs- und Erfahrungsfähigkeit, konstruktiver Umgang mit Vielfalt, Globale Perspektive

Fazit Lernziele, die für Kinder und Jugendliche festgelegt werden, sollen auch für Senioren gelten.

(Auflistungen und zentrale Aussagen wurden aus einem zur Publikation anstehenden Aufsatz von Margret Ruep, Rektorin der PH-Weingarten entnommen).