Nerven als Strategie? Wie ich zum Missionar wurde.

Resume Vorgestern hat ein TN der Bürgertreff-Gruppe vorsichtig gemeint, ich trete ein bisschen missionarisch auf. Andere finden, dass ich unglaublich penetrant bin und schrecklich nerve. Bin ich damit erfolgreich?

1. Wie es dazu kommt

Als ich 1980 auf die Idee kam, meine Schüler sich gegenseitig im Fach Französisch unterrichten zu lassen, war es in meinen Augen nur eine kleine Technik, die allerdings viele Probleme löste. Ich dachte, jeder Lehrer, jeder Fachdidaktiker würde die Vorteile sofort erkennen und die Methode aufgreifen. Somit war das Thema für mich mehr oder minder erledigt. Als ich aber festellen musste, dass ich auf großen Widerstand stieß, fing ich an, immer mehr auf diese Technik zu insistieren, sie wissenschaftlich zu untermauern, Verbündete zu suchen, und so wurde ich zum Missionar.

2. Und mit dem Internet?

Als ebenfalls in den 80er Jahren die Computer aufkamen, dachte ich, dass man diese benutzen könne, um alle Stellen der Welt miteinander zu verbinden und beispielsweise die Güterproduktion mit der Güterkonsumption abzugleichen. Das würde die Weltressourcen schonen. Heute macht man sowas mit der Energie. Damals verfasste ich ein Papier darüber und stieß sowohl auf Interesse, als auch auf starke Ablehnung. Die Ablehnung eines aus meiner Sicht so einfachen Prinzips machte mich auch in dieser Sache zum Missionar. Als 1990 das Internet aufkam war für mich klar, dass wir uns auf diese Weise herrlich vernetzen könnten. Als Metapher kam mir das Gehirn in den Sinn und ich unterbreitete diese Evidenz meiner unmittelbaren Umwelt. Neuron und Weltgehirn wurden für mich zu Standardmotto und alle fühlten sich missioniert.

3. Ist das erfolgreich?

Natürlich bekomme ich immer wieder eine auf die Rübe. Dennoch hat sich nun LdL als Methode etabliert, und das Internet als internationales Kommunikationsmittel hat sich sehr früh zunächst in meinen Kursen und dann in anderen in Eichstätt bewährt und eingebürgert. Und jüngst habe ich, glaube ich, extrem im Ingolstädter Grünenkontext genervt. Aber jetzt lassen sie sich voll auf das Internet ein (nicht nur durch mich, aber auch durch mich). War ich mit meinem Nerven erfolgreich?

Fazit Natürlich ist es eine Temperamentssache. Aber wenn man der Überzeugung ist, dass eine Neuerung von großem Nutzen ist, dann ist es vielleicht legitim, zu nerven. Sofern man damit Erfolg hat!:-)))