Sich gegen Demütigungen immunisieren.

Aus meiner Biographie (Hintergrund: Behandlung des sog. „Mittelbaus“ im Fachbereichsrat der Fakultät):

Da ich in diesem Spiel nicht als die Person Jean-Pol Martin von oben herab behandelt wurde sondern als Oberstudienrat im Hochschuldienst Dr.Martin, war es wichtig, dass ich in dem Gegenüber nicht den Prof.Sowieso sah, sondern ebenfalls nur einen entpersonalisierten Platzhalter. Entpersonalisiert deshalb, weil auch er nicht bewusst arrogant und demütigend war, sondern als Exponent seiner Stellung in der Hierarchie. In diesen eingeengten Handlungsräumen musste ich mir eine Strategie zulegen, die mich als Person aus dem Spiel hielt. Wollte ich also einen Zuschuss oder eine bestimmte Geldsumme für ein Projekt, so schickte ich den OStR.Dr.Martin in den Fachbereichsrat. Dieser musste die Nasenstüber, die mit der Erteilung der Summe verbunden waren, ertragen und brachte mir, Jean-Pol Martin, die Summe ins Büro. Diese Strategie wurde mir sehr nützlich als ich später umfangreichere Projekte leitete und entsprechend höhere Summen benötigte. In diesem Rahmen ging ich jedem nur erreichbaren Mächtigen extrem auf die Nerven, ohne mich selbst dabei unwohl zu fühlen. Hauptsache, ich bekam die Summe, auch wenn es nur ein paar hundert euros waren.