Ohne Not denkt der Mensch nicht: Grzega und Spannagel

Resume Am intensivsten denkt man nach, wenn man sich in einer Notsituation befindet. Man sucht, manchmal verzweifelt, nach Lösungen. Auch in der Wissenschaft.

1. Aktionsforschung

Will man sich dazu zwingen, intensiv nachzudenken, begibt man sich am besten in eine Notsituation, denn ohne Not denkt der Mensch nicht (so Bertolt Brecht). Die Aktionsforschung ist in der Pädagogik und der Didaktik der anstrengendere Weg, zur Erkenntnis zu gelangen. Vor allem, wenn man sich selbst zum Gegenstand der Forschung macht. Man begibt sich in das zu optimierende Feld (Unterricht) und versucht, durch trial and error Verbesserungen einzuleiten.

2. Joachim Grzega

Seit mehreren Jahren arbeitet Joachim Grzega in seinen universitären Veranstaltungen nach LdL. In unzähligen Kursen hat er nach ein paar Sitzungen Befragungen durchgeführt und immer wieder Lob, aber auch heftige Kritik erfahren. Diese Kritik schmerzt, lässt einen nicht ruhen. Solange man keine Lösung gefunden hat, leidet man, existentiell. Es gibt keinen anderen Weg, tiefgreifende Erkenntnisse zu gewinnen und grundlegende Änderungen und Verbesserungen zu entwickeln. Am grünen Tisch leidet man nicht. Daher auch die relative Folgenlosigkeit der am grünen Tisch entwickelten Vorschläge.

3. Christian Spannagel

Vor kurzem hat Christian Spannagel in einer Vorlesung mit 120 Teilnehmern die Neuronen-Technik eingeführt. Ein mutiges, gewagtes Experiment. Und er hat sich ein Feed-Back geben lassen! Viel Lob, und nicht wenig Kritik. Diese Kritik hat er aufgegriffen und umfangreiche Umgestaltungen angesteuert. Bravo! Er wird sein Konzept wieder testen, er wird wieder Lob und Kritik ernten, er wir sein Modell erneut verändern und dann in seinem Kurs testen, immer wieder. Das ist Aktionsforschung und der Königsweg der Pädagogik und Didaktik. Die Schmerzen inklusiv!

Fazit Wenn du in Pädagogik und Didaktik Neues schaffen willst, musst du leiden!