Ich wurde kollektiv konstruiert.

Je genauer ich mich mit meiner Biographie befasse, desto klarer wird es mir: mehr als viele anderen Menschen wurde ich kollektiv konstruiert. Ab dem Zeitpunkt, wo es mir gelungen ist, mich zum Gegenstand von Beobachtungen und Zuschreibungen anderer Menschen zu machen und mich gleichzeitig durch das Versprechen, nur „Gutes“ zu tun (Pfad der Tugend) auf einen bestimmten, für mich glücksverschaffenden Weg festzulegen, gab es kein zurück. Ich wurde zur Projektionsfläche von Wünschen und Hoffnungen, die ich nur zu gerne erfüllte.  Ähnliches könnte/sollte Spannagel und Grzega passieren. Allerdings: bis es soweit war, musste ich eine lange Durststrecke hinterlegen.

Hier geht es weiter zu meiner Biographie

Ralph findet meine Biographie gut.

Lieber Herr Martin,
vielen Dank für Ihre Email. Ich habe den Wiki-Eintrag eben
mit meiner Freundin zusammen gelesen und wir sind beide
begeistert. Sehr kurzweilig und toll geschrieben. Ich habe
alles gelesen - ein gutes Zeichen, wenn man bedenkt, dass
ich als Fussballfan eigentlich das derzeit laufende
DFB-Pokalfinale im Fernsehen hätte anschauen können/wollen
und ich mich dabei normalerweise nicht ablenken lasse...
Ich werde das Projekt weiter verfolgen und hoffe, zu
gegebener Zeit einen kleinen Beitrag leisten zu können.
Beste Grüße,
Ralph

Kapitel I: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Das JPM-Buch

Vorwort

Das Buch entsteht auf Anregung von Claudius Konrad. An anderer Stelle habe ich beschrieben, dass mein Gesamtwerk ohne Rest vorliegt und weitgehend rezipiert wurde. Warum dann noch ein Buch? Nach Ansicht von Fachleuten (auch z.B. Lutz Berger) sind virtuelle Darstellungen wie Wikis oder Blogs zwar sehr nützlich für die Verbreitung von Gedanken, aber Bücher haben immer noch den Vorteil, dass man sie kompakt in der Hand halten und physisch weitergeben kann. Außerdem ist ihre Zitierfähigkeit höher. Für mich persönlich ist die Verbreitung zwar ein kleiner Anreiz, aber – ehrlich gesagt – die Vorstellung, dass ein paar Leute mehr sich mit meinem Werk befassen, beflügelt mich nicht. Meine Tage umfassen etwa 15 Stunden Aktivzeit und die müssen gefüllt werden, möglichst intensiv. Ich möchte am Abend kaputt ins Bett fallen. Das gelingt mir am besten, wenn ich von früh bis abends Informationen verarbeite. Das ist ein Grundbedürfnis, nicht nur beim Menschen, sondern bei allen Lebewesen (man denke nur, wie beispielsweise Hunde neugierig sind). Und dies wiederum erziele ich dadurch, dass ich in möglichst vielen Projekten involviert bin. Wo finde ich jetzt Projekte, da ich wirklich alles – restlos – geliefert habe, was ich wissenschaftlich geben konnte? Verborgen blieb bisher, wie es dazu kam, dass ich von einem in jeder Hinsicht farblosen, mittelmäßigen Kind aus dem Pariser Mittelstand mich so entwickelte, dass dieGoerelebt mich vor einigen Tagen als „charismatischen Denker“ beschrieb? Das wäre ein guter Stoff, zumal mit Modellcharakter. Da im meinem Leben eine enorme Menge von Menschen mir bei meiner Entwicklung geholfen haben, werde ich alle diese Personen mit ihrem spezifischen Beitrag erwähnen. Selbstverstänlich werde ich auf dieses Wiki überall aufmerksam machen, damit die Beschriebenen ihr Bild anreichen und präzisieren und die Leser beim Entstehen des Buches Fragen und Kommentare einspeisen können. Und wenn das alles ins Leere läuft, so entschuldige ich mich schon jetzt bei den Lesern: ich versuche es einfach!

Kapitel I: Das Sein bestimmt das Bewusstsein Hier geht es weiter.

Und jetzt ein neues Buch? Oh Gott!

Vor längerer Zeit hat mir Claudius Konrad empfohlen, ein Buch zu schreiben. Auch Lutz Berger legte es mir nahe. Itari deutete ähnliches immer wieder an. Gestern skypte ich mit Michael Wald und er sagte: „Schreibe doch ein Buch!“.

Und heute das:

cko, on May 27th, 2009 at 2:50 pm Said: Edit Comment: Der Blog ist auch beachtlich geworden! Um aber richtig in allen Medien präsent zu sein und einen Fußabdruck hinterlassen zu haben, fehlt mir in der JPM “Sammlung” jetzt aber noch ein JPM-Buch, vielleicht ein Handbuch für zukünftige Lehrer? Dann erst können sich anderen Themen widmen. :-)

Dann erst darf ich mich anderen Themen widmen?

Neue Brötchen backen.

Resume Nach meinem Abschiedsfest in Eichstätt, nach dem LdL-Tag in Ludwigsburg ist die Zeit gekommen, neue Bröchten zu backen.

1. Saubere Schnitte

Ich mag keine Ausfranzungen. Für mich war das von Joachim Grzega und Michael Kratky im Juli 2008 organisierte Abschiedsfest ein wunderschöner Schlusspunkt zu meiner Uni-Karriere. Der von Christian Spannagel und seine Studenten in Ludwigsburg gestaltete LdL-Tag markierte (für mich) einen herrlichen Abschluss zu meinem Projekt, die Arbeit von 30 Jahren sichtbar zu machen, zumal ich gleichzeitig in meinem Blog ein kompaktes Referenzwerk schaffen konnte, ohne Rest.  Natürlich werde ich mich sehr für die Rezeption interessieren, ich denke dabei besonders an Dörte Giebel, und selbstverständlich auch an alle, die bisher mitgewirkt haben und weiter ihren eigenständigen Weg gehen (z.B. aktuell Herr Larbig).

2. Die neuen Brötchen

Die 11c entwickelt sich weiter. Die Klasse verfügt nun über ein sehr umfangreiches und vertieftes Wissen über die relevantesten Bereiche heutigen Weltverständnisses: Geschichte Europas bis heute (insbesondere Europawahlen), wichtigste philosophische Positionen, aktuelle Brennpunkte der Weltpolitik (insbesondere Amerika, Indien, China).  Inzwischen schicken mir Schüler über Twitter links zu interessanten Artikeln aus Politik und Wirtschaft, heute früh beispielsweise diesen über direkte Demokratie.  Anfang Juni machen wir eine Frankreichtour, mit 7 Studenten, 14 Schülern und einem Bus.  Die Saat geht also auf.

Bei den Grünen (zusammen mit GEW) werde ich am 25.06. einen Vortrag über LdL und Neuron halten („Von der Blaubeere zum Blackberry“).

In Ulm läuft der virtuelle Seniorenkurs ganz gut an.

Fazit Nach den Grossereignissen ist wieder Mikroforschung angesagt. Am Dienst des Lerners!

So könnte die Chose weiter am Kochen bleiben!

Resume In meinem letzten Blogeintrag habe ich durchblicken lassen, dass – wo nun mein Werk in kompakter Form vorliegt – ich mich ein bisschen müde fühle. Es wäre günstig, wenn jemand die Aufgabe übernimmt, das Produkt zügig zu diffundieren.

dieGoerelebt und Jean-Pol auch

Heute las ich mit großer Freude aus dem Blog von watueueh:

LdL

Nachdem ich mein Twitternetzwerk über Neue Lernkultur, Kompetenzraster, Coaching-Themen etc. (@mwoodlti, @lerncoaching) und Maschendrähte (http://maschendraht.mixxt.de/) weitergespannt hatte, stolperte ich fast über LdL. Das Gezwitschere wurde immer lauter und schließlich brachte @diegoerelebt einiges auf den Punkt mit ihrem Portrait zu Jean-Pol Martin, dem Zentralneuron zu LdL. Das Portrait ist so gelungen, dass ich nur schreiben kann: Lesen! Videos zum Menschenbild, und bitte auch die tiefere Verlinkung verfolgen, oder den Blog von Jean-Pol Martin – aber bitte nicht nur konsumieren ;-) Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch Christian Spannagel und noch viele andere aktive Denker, die ich hier nicht aufführen kann, die sich dem aktiven Leser aber in dem gesponnenen LdL-Netz erschließen werden.

Das sieht also gut aus!

Blog redundant einspeisen.

Resume Als ich mit meinem Blog anfing wusste ich nicht, dass ich so schnell ein kohärentes Produkt erzielen würde, ein Gebilde, das meine Arbeit seit 30 Jahren ohne Rest enthält. Jetzt gilt es, das Produkt zu diffundieren.

1. Blog als kohärentes geistiges Produkt

Durch Links ist es möglich, Blogs zu kohärenten, sowohl nach innen integrierend (selbstreferenziell), als auch differenzierend nach außen verweisende Werke zu gestalten. Der Vorliegende Blog enthält alle meine Erfahrungen und Gedanken (Konzeptualisierungen) seit 30 Jahren. Es verweist gleichzeitig auf weitere, geistesverwandte Akteure und auf ihre Ideen. Wie  es hier vorliegt ist es ein geistiges Produkt, das man diffundieren kann.

2. Wieso soll jemand diesen Blog zitieren?

Man zitiert gerne Werke, in denen man selbst thematisiert wird. In meinem Blog habe ich unendlich viele Personen explizit genannt. Nicht aus Kalkül, sondern weil es von der Sache her geboten war.  Aber es wäre ungeschickt, wenn man diesen günstigen Umstand jetzt nicht „ausnützen“ würde. Jeder in meinem Blog Genannte ist potenziell ein Verbreiter. Zumal wenn er sich mit meinen Ideen identifiziert.

3. Redundant einspeisen

Es ist naheliegend, dass alle daran interessierten diesen Blog, der als Vorlesung konzipiert ist und eine Fülle von relevanten Themen abdeckt, redundant in verschiedene Resonanzräume einspeisen. Apanat hat bereits in seinem Blog begonnen, verschiedene Einträge von mir, auch ältere, einzubinden. Dasselbe habe ich auch bei Marlene Hartmann beobachtet.  Es ist nichts Anrüchiges dabei, auch wenn es mir zugute kommt. Oder?

Fazit Mein Gedankengut liegt als Produkt vor. Jetzt können meine Erben und Sympathisanten es verbreiten.

Wie eine Sau.

Resume Im Augenblick fühle ich mich wie eine Sau, die gerade 15 Ferkel abgeworfen hätte (normal: 13,1). Glücklich, aber erschöpft. Und das kam so:

1. Guido Oebels Publikation

Guido Oebel, Professor für DaF in Saga (Japan) hat eine Anthologie zu LdL herausgegeben. An sich schon was Tolles für mich, zumal mit der sehr warmherzigen Widmung und dem ebenfalls sehr liebevollen Porträt durch Joachim Grzega.  Der Sammelband enthält unter anderem einen längeren Aufsatz von Michael Kratky, der auf seiner Examensarbeit fusst und meine ganze Theorie ohne Rest wiedergibt. Ähnliches gilt für Johannes Guttenberger, der bei mir im Leistungskurs war und seine Facharbeit darüber verfasst hat. Auch er hat meine Theorie und Praxis ohne Rest aufgenommen.

2. Der vorliegende Blog

Motiviert und angeregt durch die Leser konnte ich innerhalb von ein paar Monaten meine ganze Theorie und Praxis ohne Rest in diesem Blog veröffentlichen. Insbesondere war mir auch möglich aufzuzeigen, welches wissenschaftliche Programm Joachim Grzega und Christian Spannagel auf sich genommen haben mit ihrem Entschluss Aktionsforschung zu betreiben. Ferner konnte ich das Interesse von Denkpartnern wie Michael Wald, Torsten Larbig, Maik Riecken oder Dörte Giebel nachhaltig gewinnen, so dass auch hier wichtige Theorielemente rezipiert werden. Von Apanat ganz zu schweigen, er begleitet und motiviert mich seit Jahren.

3. Der LdL-Tag in Ludwigsburg

In Ludwigsburg hatten Christian Spannagel und seine Studenten eine ideale Bühne vorbereitet. Dort konnte ich im Abschlussvortrag umgeben von allen meinen Lieben alle meine Essentials vorstellen, ohne Rest, ja sogar mit einer guten Portion „too much“ (ich ließ mich von der Stimmung mitreißen und das war nicht so gut…:-))! Und Lutz Berger filmte das Ganze sogar, so dass ich definitiv das Gefühl gewinnen konnte: nichts, von dem, was ich in der Praxis erlebt und in der Theorie konzeptualisiert habe, bleibt irgendwo in einer Schublade. Ohne Rest!

Fazit: Das bedeutet nicht, dass ich nicht weiter arbeite (Senioren in Ulm, 11c, Grüne, nächstes Jahr Leistungskurs und Projektseminar, usw.) Aber „alles ist raus“!

Kodifizieren.

Resume An anderer Stelle habe ich ausgeführt, dass man, um Ideen zu diffundieren, sich an erfolgreichen Verbreitungsmodellen aus der Geschichte orientieren sollte. Und es zeigt sich: jede Bewegung, die sich etabliert, kennt eine Phase der  Kodifizierung.

1. Codex: Sammlung von Bezugstexten

Um einer Bewegung den notwendigen kognitiven Halt zu geben, werden Texte zusammengetragen und als Referenz angeboten. Es sind vor allem Begriffe, die definiert und als gemeinsame Sprache verwendet werden, wenn Phänomene zu beschreiben sind. Je kohärenter die Texte aufeinander bezogen sind, desto stabiler das gesamte Gebäude. Meistens enthalten diese Codices deskriptive, explikative und präskriptive Elemente.

2. Blog als Codex?

Von Anfang an war ich darauf bedacht, meinen Blog als Summe meiner bisherigen Erfahrungen und Reflexionen zu gestalten. Dieser Blog enthält alles verdichtet, was ich in den letzten 35 Jahren an Überlegungen gesammelt habe (siehe auch: „30 Tage für 30 Jahre: das war’s“).  Da viele Einträge mit Querverweisen versehen sind, liegt ein kohärentes Ganze vor. Mit Deskriptionen, Explikationen und Präskriptionen. Es ist nicht geschlossen sondern auf die Zukunft hin offen.

Fazit Wer sich für meine Forschung in den letzten 30 Jahren interessiert, findet alles in dem vorliegenden Blog. Ohne Rest.

Ohne Not denkt der Mensch nicht: Grzega und Spannagel

Resume Am intensivsten denkt man nach, wenn man sich in einer Notsituation befindet. Man sucht, manchmal verzweifelt, nach Lösungen. Auch in der Wissenschaft.

1. Aktionsforschung

Will man sich dazu zwingen, intensiv nachzudenken, begibt man sich am besten in eine Notsituation, denn ohne Not denkt der Mensch nicht (so Bertolt Brecht). Die Aktionsforschung ist in der Pädagogik und der Didaktik der anstrengendere Weg, zur Erkenntnis zu gelangen. Vor allem, wenn man sich selbst zum Gegenstand der Forschung macht. Man begibt sich in das zu optimierende Feld (Unterricht) und versucht, durch trial and error Verbesserungen einzuleiten.

2. Joachim Grzega

Seit mehreren Jahren arbeitet Joachim Grzega in seinen universitären Veranstaltungen nach LdL. In unzähligen Kursen hat er nach ein paar Sitzungen Befragungen durchgeführt und immer wieder Lob, aber auch heftige Kritik erfahren. Diese Kritik schmerzt, lässt einen nicht ruhen. Solange man keine Lösung gefunden hat, leidet man, existentiell. Es gibt keinen anderen Weg, tiefgreifende Erkenntnisse zu gewinnen und grundlegende Änderungen und Verbesserungen zu entwickeln. Am grünen Tisch leidet man nicht. Daher auch die relative Folgenlosigkeit der am grünen Tisch entwickelten Vorschläge.

3. Christian Spannagel

Vor kurzem hat Christian Spannagel in einer Vorlesung mit 120 Teilnehmern die Neuronen-Technik eingeführt. Ein mutiges, gewagtes Experiment. Und er hat sich ein Feed-Back geben lassen! Viel Lob, und nicht wenig Kritik. Diese Kritik hat er aufgegriffen und umfangreiche Umgestaltungen angesteuert. Bravo! Er wird sein Konzept wieder testen, er wird wieder Lob und Kritik ernten, er wir sein Modell erneut verändern und dann in seinem Kurs testen, immer wieder. Das ist Aktionsforschung und der Königsweg der Pädagogik und Didaktik. Die Schmerzen inklusiv!

Fazit Wenn du in Pädagogik und Didaktik Neues schaffen willst, musst du leiden!