Nach „Neuron“ die nächsten Schritte: Hub, Temporallappen, Limbisches System, Cortex…

Resume Nachdem das Neuronenkonzept durch ist*, möchte ich die nächsten Schritte ansteuern. Wir wollen ja keine Neuronen, sondern ein Gehirn konstruieren!:-)))

1. Nicht Neuronen lösen Probleme, sondern Gehirne

Seit mehr als zehn Jahren schwebt mir vor, im Netz eine Problemlösemaschine nach dem Modell des Gehirns aufzubauen. Dazu braucht man viele, viele Neuronen. Seit anderthalb Jahren bin ich bemüht, normale Menschen zu Neuronen „umzufunktionieren“. Natürlich geht so ein Vorhaben nur, wenn man sehr schnell Partner findet, die sich von der Idee begeistern lassen. Und die habe ich im Rahmen des Educamps gefunden. Jetzt sind wir soweit, dass die Neuronen andere normale Menschen anstecken und umfunktionieren. Wir sind also in der Phase, wo auf Vorrat Neuronen produziert werden, die nicht spezialisiert sind (Frühkindheit). Wir müssen uns genau überlegen, wie es dann weitergeht. In meinem letzten Blogeintrag habe ich beschrieben, dass Neuronen allein nicht funktionstüchtig sind, sondern dass sie erst als Gruppe wirksam werden und dass sie eine Ebene brauchen, auf der die Impulse selegiert und zu Konzepten verarbeitet werden (Hub).  Diesen Schritt müssen wir nun systematisch angehen. Wenn es soweit ist und wir bewusst unsere Hubs konstruiert haben, müssen wir sehen, dass wir Spezialisierungen vornehmen und ein Kleinhirn (vegetatives System), ein Gedächtnis (Temporallappen), ein limbisches System und vor allem natürlich ein Cortex orten. Ich sage bewusst „orten“, denn diese Spezialisierungen erfolgen bereits, nur dass das Phänomen im Augenblick von niemandem erkannt und konzeptualisiert wird. Und das tue ich hier gerade.

2. Ein Gehirn wozu?

Wie ich in meinem Artikel vor 12 Jahren beschrieb, muss die Menschheit eine ganze Menge von Problemen bewältigen, viel mehr als es vor 30 Jahren noch der Fall war. Damals genügte eine relativ kleine „Elite“, um das Weltschiff zu steuern. Heute aber müssen angesichts der Akzeleration der Problemgenerierung in der Welt entsprechende Problemlösestrukturen entwickelt werden und alle verfügbaren Denkressourcen weltweit eingebunden werden.  Daher sind Aktionen wie die von Ulrike und Alexander nützlich, weil sie auf lange Sicht weitere Neuronen mobilisieren (in diesem Fall afrikanische). Spannagel macht ähnliches in einem anderen Bereich, er bringt den Leuten bei, wie man mit Hilfe der neuen Tools rasch und permanent kommuniziert. Und wenn das Gehirn steht, was machen wir dann? Wir werden Probleme lösen! Welche? Das weiß ich nicht. Wir bauen unser Gehirn auf Vorrat.

Fazit „Neuron“? Yuhuu! Aber wir stehen erst am Anfang! Ein Neuron ist noch kein Gehirn!:-)))

*Das sagte mir Felix Schaumburg auf dem letzten Educamp!

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7 Antworten

  1. Ich glaube, dass diese Konzeptualisierungen deterministisch ablaufen.

    Siehe: Global Brain
    http://www.filtertraum.de/2008/05/18/global-brain/

  2. @Michael
    Das könnte deterministisch wirken, wenn man zunächst ein Modell entwickelt und dann dieses Modell rigide umsetzt. Hier ist es anders, denn es gibt einen permanenten Abgleich zwischen der Modellierung und der Realisierung. Also: a) ich zeige den Leuten mein Vorhaben, b) sie greifen Elemente auf und modifizieren diese, c) ich modelliere erneut auf der Basis der Rückmeldungen und andere modellieren ebenfalls, d) die Modelle werden umgesetzt und modifiziert, e) etc. Der Vorgang ist offen. Am Ende steht ein Gebilde mit Menschen, die interagieren im Rahmen einer bestimmten Kommunikationsstruktur und Probleme lösen. Wie das Gehirn eben.

  3. Ich meinte dass im Sinne deiner Neuronenmetapher
    „Nimm dich nicht zu wichtig“

  4. @Michael
    „nimm dich nicht so wichtig“
    – Soweit du dich hier auf mein Verhalten beziehst („ich will steuern und tue wichtig“), kann es durchaus so wirken. Aber ich stelle fest, dass die Impulse, die ich bisher eingebracht habe, schon sehr steuernd waren und auch erfolg hatten. Das war bisher so, aber liegt an der günstigen Konjunktur und kann sofort wieder aufhören (Windstille). Daher sehe ich alles eher spielerisch. „Neuron“ wurde aufgegriffen und umgesetzt, jetzt schaue ich mal, was mit „Gehirn“ wird. Wenn das nicht greift, versuche ich etwas anderes. Insofern hat die Steuerung eine sehr große Rolle gespielt in dem, was ich bisher gemacht habe, auch wenn natürlich der Zufall ganz hilfreich war.

  5. „…auch wenn natürlich der Zufall ganz hilfreich war“

    Den absoluten Zufall schließt ja der Determinismus aus, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich bin schon der Ansicht, dass die Betrachtung des menschlichen Gehirns gewinnbringend ist.

    Nur erreichen wir hier eine Komplexitätsstufe, derer man sich einigermaßen bewusst sein sollte. http://www.brainlogs.de/blogs/blog/ahmaz/2008-07-24/das-unfassbare-erfassen-komplexit-tsforschung-chaos-und-ordnung….

    Ich war letztens sehr überrascht, als Stephan Schleim (bekannt als Kritiker populärer Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften) in seinem Artikel „Gehirn-Upload teilweise geglückt“ seinen Lesern einen vermeintlich witzigen Aprilscherz aufgetischt hat.
    http://www.brainlogs.de/blogs/blog/menschen-bilder/2009-04-01/gehirn-upload-teilweise-gegl-ckt

    Ich hab das auch entsprechend kommentiert.

  6. @Michael
    Den absoluten Zufall gibt es in der Tat nicht, denn man könnte ja alle Faktoren in einen Computer eingeben und voraussagen, was später geschieht. Man kann aber nicht alle Faktoren eingeben. Ansonsten finde ich den Aprilscherz von Stephan Schleim sehr lustig.

  7. […] Neuronen ja auch so etwas wie ein “Gehirn” entstehen müsste. Aber dann bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Die Idee dass wir uns im Kleinkindalter befinden, finde ich übrigens ziemlich spannend. […]

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