Mein wissenschaftliches Credo: poetisch von Lutz Berger beschrieben.

Die Beschreibung ist so schön, sie entspricht sosehr meinem wissenschaftlichen Credo, dass ich sie von Christian Spannagels Blog hierher einkopieren:

Lutz Berger

(…)die theoretische debatte über etwas, das man nicht/kaum kennt, ersetzt nicht das tun. ldl und web 2.0 nähert man sich nur bedingt durch den diskurs, sondern eher durch gelebte praxis, hinfalle, aufstehen und feedback, feedback, feedback.

aber ich will mich da nicht weiter in die nesseln setzen, nur eins noch: begeisterung und freiwillige feldversuche haben nichts, aber auch gar nichts mit sektiererei zu tun.

die gruppe die ich begleitete und die menschen die ich dabei traf, sind vom missionieren himmelweit entfernt. wer da die keule schwingt, bekommt von mir die rote karte und muss zurück auf start!

es ist vielmehr der liebenswerte zug des forschers, des pre-experten und des amateurs (lat. amare, remember?), der rote backen kriegt: schau mal, das klassenzimmer fliegt tatsächlich! in den worten von george soros, experte für prozese in zeiten des ungleichgewichts:

“Ich bin der Archetyp des Amateurs. Ich bin wie ein Stammeshäuptling, der nicht lesen und schreiben kann … Aber es ist eine gute Position, zu früh da zu sein. Da zu sein, bevor die Profis, die Experten alles an sich gerissen haben.

Ich bin ein Pre-Experte. Und ich befinde mich in keiner schlechten Gesellschaft, denn viele große Entdeckungen des 19. Jahrhunderts wurden von Amateuren vollbracht. Als die Entdeckungen da waren, dann erst kamen die Professionellen, die richtigen Experten. Ich liebe diese frühe Phase, die Phase der ursprünglichen Entdeckungen. In dieser Zeit ist der Wettbewerb sehrt gering und man kann mit wenigen Mitteln sehr große Erfolge erzielen.”

und jetzt: hitzefrei!

Lutz Berger

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3 Antworten

  1. Vielen Dank an Lutz Berger für „meine Seele befreien…“ Handlung im Zeichen des Pre-Experten… wunderbar… wenn es dann zu theoretisch wird freut man sich schon auf das nächste „pre“… so bleibt man jung und frisch… Die Entwicklung geht weiter.

    Heinz von Förster sagte mal sinngemäss „… immer wenn ich Gesetze höre, also Theorie in Gesetze gemeißelt, fange ich an zu rennen… das erinnert mich zu sehr an Gefängnisse…“.

    Ich liebe diese frühe Phase! Danke Lutz, danke Jean-Pol und all die anderen… (Pre-Experten 😉

  2. Poesie! Ja so fängt sie an. Ich erfreue mich.

    Darf ich ein wenig aus meinem Lieblingsbuch „Die Schülerschule“ zitieren. Einfach um die Poesie weiter zu treiben? Das Buch ist von 1970 und im Vorwort schreibt Peter Bichsel:
    ————-
    ‚Die Lehrerinnen sind wie die Priester und die Huren. Sie verlieben sich schnell in die Geschöpfe‘, schreiben hier die Schüler. Ein Satz, der jedem Lehrer zu denken geben muss, denn andererseits misst auch der Lehrer seinen Erfolg ausschließlich an der Größe der Liebe und Anhänglichkeit seiner Schüler zu ihm. Ich selbst habe es in meiner Schule nicht anders getan. die Schüler waren auf meiner Seite, auch auf der Seite meiner Unzulänglichkeiten.

    Der Maßstab jedenfalls ist die Schule, nicht der Schüler. Deshalb kann jeder Schüler an der Schule scheitern, die Schule am Schüler nicht.

    Was mich als Lehrer an diesem Bericht [der Schülerschule] überrascht, ist, dass ich zum ersten Mal eine Stimme der Schüler höre. Ich hätte behauptet, ich wäre stets mit meinen Schülern im Gespräch gewesen. Es stimmt nicht – meine Schüler waren mit mir einverstanden.

    Was für mich neu ist, und was die Grundlagen der Methodik und Pädagogik erschüttern sollte, ist die Forderung der Schüler nach einer Lernschule: die Forderung nach einem Rückschritt sozusagen, und Forderungen nach Rückschritten können unter Umständen in einem Fach, das sich als Fortschrittlich empfindet, revolutionäre sein – denn eigentlich konservative Pädagogen gibt es nicht, sie stellen sich alle als progressiv dar

    Die Schüler belegen ihre Forderung selbst dort, wo sie absurd erscheinendes fordern, z. B. den Zölibat für die Lehrer. Mag dieser Schluss auch falsch sein, die Argumentation dafür stimmt, nämlich die, dass Schule halt eine totale Aufgabe ist.
    —————
    Soviel daraus. Ach da fällt mir noch der Titel eines anderen Buchs ein – ist von Francis Picabia und heißt: „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“

    Itari

  3. […] – sein Anspruch an den Umgang mit Menschen im virtuellen Kontakt – seine Idee vom Pre-Expertentum – seinen Glauben an das Potenzial der […]

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