…und es hat zoom gemacht!

Resume Tausend mal habe ich den Computerraum berührt, tausend mal ist nix passiert. Tausend und eine Nacht, und das hat zoom gemacht. Anfang eines Protokolls.

1. Veränderungen kleinschrittig dokumentieren

Den für mich einmaligen Prozess des Übergangs vom Klassenraum  in den Web2.0-Raum werde ich versuchen zu dokumentieren. Natürlich bin ich mir in diesem frühen Stadium nicht 100% sicher, dass sich wirklich alles ändern wird, aber die Intuition und die Fantasie sagen mir, dass etwas Großes bevorsteht: LdL + Web2.0, das ist es!

2. Meine Klasse 11c (naturwissenschaftlicher Zweig, 4 Wochenstunden)

14 (ja, nur 14!) intelligente, wissende und teilweise hochinteressierte Jugendliche, allerdings leider nicht für das Fach Französisch, bis auf zwei Schülerinnen, die es als Leistungskursfach wählen wollen. Französisch war, als ich die Klasse vor zweieinhalb Monaten übernahm, absolutes Hassfach. Die aktuelle Stimmung ist: „Französisch legen wir ab und die paar Monate werden wir noch hinter uns bringen.“  Auch mein intensiver Einsatz scheint die Situation nicht grundlegend verändert zu haben. Das zeigt doch wie wichtig die „Prägezeit“ für ein Fach ist. Das hätte ich in dieser Deutlichkeit nicht vermutet.  Wie dem auch sei: eine ideale Ausgangssituation für mein Vorhaben, denn a) die pädagogisch/didaktische Herausforderung ist sehr hoch (ich habe nur noch ein paar Monate, um die Abneigung in distanziertes Wohlwollen, vielleicht sogar bei einigen in Zuneigung zu verwandeln): das wird mich zwingen, besonders kreativ zu sein; b) da die Gruppe klein ist, werde ich mich gut um die einzelnen kümmern können (Förderung aller) und es wird möglich sein, je nach Niveau und Interesse, dank Web2.0 allen die Aufgaben anzubieten, die sie brauchen (Differenzierung).

3. Beobachtungen heute

„Bonjour!“. Ich saß im Computerraum am Lehrerpult und die Schüler kamen herein. Alle grüßten freundlich, teilweise auf französisch und setzten sich an ihren Computerplatz. Dass sie freundlich grüßen war neu. Nicht dass sie prinzipiell unfreundlich wären, aber die Stimmung war so, dass sie Lust hatten, zu grüßen. Dass sie entspannt zu ihren Computer gingen lässt sich biologisch erklären: an anderer Stelle habe ich bereits ausgeführt, dass Informationsverarbeitung ein Grundbedürfnis aller Lebewesen ist. Die Schüler gehen also ganz automatisch und fröhlich zu einer wichtigen Quelle der Bedürfnisbefriedigung: der Computer liefert ihnen den Stoff (Informationsverarbeitung verursacht Kicks). Das gesamte Klima ging in Richtung Wohnzimmer-, Arbeitszimmer-, Werkstattatmosphäre.  Leider entwickelte sich der Rest der Stunde in eine andere Direktion, als ich mir vorgestellt hatte, denn durch ein paar Missgriffe von mir funktionierte mein Lehrer-PC nicht, so dass wir einen ganz normalen LdL-Unterricht durchführten, ohne Wiki-Stütze.

Fazit Ich denke, das ist es! Aber trotzdem will ich nicht zu früh frohlocken! Morgen habe ich meine letzte Stunde vor Weihnachten und bin gespannt, wie sie mich grüßen. (Plätzchen und Kerzen ist nicht so meine Art!:-))