Guter Futterverwerter

Resume Immer schon haben mich Kollegen und Studenten gefragt, woher ich meine Energie beziehe. Die Antwort war stets: „von euch“. Und das geht so:

1. Jäger und Sammler

An anderer Stelle habe ich bereits beschrieben, dass ich, als ich 1980 auf die Idee kam, meine Schüler sich gegenseitig unterrichten zu lassen, kaum institutionelle Unterstützung erhielt und sehr stark auf Hilfe von außen angewiesen war. Insofern befand ich mich wie ein afrikanischer Jäger und Sammler in einer ressourcenarmen Umwelt. Daher habe ich mich sehr früh daran gewöhnt, kleine Unterstützungen energetisch ganz aufzusaugen, wie bestimmte Populationen sich von ein paar Raupen ernähren können. Da genügt ein netter Satz hier oder da, die positive Äußerung eines Schülers und schon läuft der Motor ein paar hundert Kilometer weiter.

2. Internet als ressourcenarme Umwelt?

Auf den ersten Blick wird das Internet energietechnisch wie das Schlaraffenland. Blühende Landschaften wo man nur sieht. Unendlich viele Menschen, alle klug und kooperationswillig. Vom Ernährungswert trügt es. Nicht, dass ich mich selbst zu beklagen hätte, ganz im Gegenteil: ich will nur betonen, dass man sich eine andere Strategie als in der realen Welt zulegen muss. Wenn es angesichts der Volatilität der Beziehungen gelingt, eine freiwillige virtuelle Arbeitsgruppe längere Zeit (sagen wir ein paar Monate) handlungsfähig zu erhalten, ist es ein großes Geschenk! Wenn man ein langfristiges Projektziel anstrebt, sollte man sich beim Erreichen jeder neuen Etappe freuen und wissen, dass plötzlich Windstille eintreten kann, die sogar zum Tod der Beteiligungsinitiative führt.

3. Energie auch aus kleineren Projekten beziehen

Für Jäger und Sammler ist das Internet sehr üppig bestellt. Man muss sowohl Projektformate anbieten, die innerhalb eines Tages erledigt werden können, als auch solche, die auf mehrere Jahre angelegt sind. Als Beispiel für kurzfristige Projekte ist die Erstellung von kleinen Wissenscontainern zu nennen, wie beispielsweise der Container Web 2.0. in Schule und Hochschule. Für die Durchführung längerfristigerer Projekt empfiehlt sich das IPK-Format. Nach wie vor ist die Wikipedia als langfristiges Projekt kollektiver Wissenskonstruktion in ihrer Nachhaltigkeit unübertroffen.

Fazit Auch für die Durchführung von kollektiven Projekten lassen sich Kontakte im Internet herstellen. Allerdings muss eine andere Strategie angewandt werden als in der realen Welt.

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