Alexander, du hast recht (Web2.0 in der Schule, Fortsetzung)

Resume In meinem vorangehenden Beitrag habe ich über meine Web2.0 Erfahrungen als Lehrer und Dozent berichtet und festgestellt, ohne Zwang ginge es nicht. Alexander Rausch meint, wir seien in einer Übergangsphase.

1. In Zukunft wird web 2.0 in schulen und unis selbstverständlich sein

Mit Recht weist Alexander Rausch darauf hin (Kommentar 7), dass wir uns in einer Übergangsphase befinden:

Wir leben in Parallelwelten (altes / neues Paradigma): Noch ist es natürlich eine Übergangsphase und der Einsatz von Web 2.0 in der Schule sehr fremd. Wenn der Einsatz völlig normal geworden ist (die Tische integrierte Bildschirme haben…;-)), dann wird das Lernen und Lehren mit Web 2.0 völlig normal werden und die Lehrpläne entsprechend aussehen und ausgerichtet sein…

Natürlich ist es nicht unbedingt ein Trost für diejenigen von uns, die internetlos im Klassenzimmer sitzen, aber das eröffnet immerhin Perspektiven, auf die wir hinarbeiten können. Soeben habe ich für das ganze Jahr und alle meine Stunden den Computerraum reserviert. So werden meine Schüler bei Fragen und Unklarheiten jederzeit ins Internet gehen können. Da ich nach LdL arbeite, werden sie auch ins Internet gehen wenn sie sich auf eine Stunde vorbereiten, die sie „als Lehrer“ durchführen müssen.

2. Mögliche Konfliktsituationen entschärft

Beeindruckend im Film von Reinhard Kahl „Treibhäuser der Zukunft“ ist besonders die Szene, wo Schüler der Bodenseeschule ins Klassenzimmer hineinkommen, den Lehrer begrüßen und gleich zu ihrem Tisch gehen und anfangen zu arbeiten. Dasselbe möchte ich erreichen, indem Schüler, bevor sie einen Stoff vermitteln, ins Internet gehen und vertiefte Recherchen durchführen. Ich gehe davon aus, dass die Recherchen ohne Druck, ganz natürlich verlaufen und eine angenehme, entspannte Atmosphäre entsteht. Dann erfolgen die Präsentationen/Lehreinheiten, und man freut sich darauf, wieder gemeinsam im Plenum arbeiten zu können. Hier erfolgt ganz natürlich Differenzierung, denn jeder kann nach eigenem Bedarf in die Tiefe gehen, bevor er die Ergebnisse den anderen vermittelt. Und dabei verliert das Prinzip LdL nicht an Gewicht, denn die Schüler sollen nach ihren Recherchen die neuen Inhalte den anderen vermitteln und prüfen, ob das angekommen ist.

3. Zwang muss wahrscheinlich trotzdem sein

Alexander Rausch beendet seinen Kommentar mit dem Satz:

Bis dahin wird vermutlich auch Zwang kein Thema mehr sein: Dann, wenn die Kinder den angeboren Spaß an Wissensdurst und Lernen nicht mehr verlernen!(wie Paradox: erst verlernen wir es ihnen, um uns dann zu beschweren…)

Ich denke, dass zwar die Stimmung im Unterricht und bei der Arbeit sich sehr entspannen wird, aber es wird dennoch notwendig sein, die Schüler und Studenten zur „Arbeit“ anzuhalten. Aufsätze und Artikel zu schreiben, und noch vielmehr Projekte konsequent bis zum Ende durchzuführen sind für jeden Menschen anstrengend und jeder von uns drückt sich gerne davor, auch wenn das Thema einen sehr interessiert. Ohne „Zwang“ wird es also nicht gehen, nur dass der ganze Prozess weniger konfliktuell verlaufen wird.

4. Beispiele für gelungenen Web2.0-Einsatz in der Schule

Auf zahlreiche gelungene Web20-Projekte mit Schülern weist die Kollegin Maria Eirich auf der Kommunikationsplattform „Maschendraht“ hin. Über eine Laptopklasse in Hamburg kann man sich mit diesem Video informieren.

Fazit Noch eine kleine Anstrengung, und wir werden für unsere Schüler und für uns die Lernbedingungen schaffen, die wir alle verdienen.

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2 Antworten

  1. Vielleicht gibt es ja Interesse daran, wie diese Übergangsphase gestaltet werden kann (bzw. schon gestaltet wird). Die Ausgangslage im Bildungssektor ist klar, die Möglichkeiten unendlich, wie ich meine: http://blog.mindlounge.de/?p=507

  2. […] Web 2.0 in der Schule / Web 2.0 in der Schule (Fortsetzung) […]

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