Personenkult? Nein, sondern Fokussierung auf handelnde Personen

Resume Wie, warum und für wie lange emergieren Personen? Wie, warum und für wie lange emergieren Konzepte, Begriffe und Ideen?

1. Personenkult?

Aus diversen Gründen kam bei Teilnehmern und Beobachtern unseres Neuron-Projektes das Gefühl auf, wir würden Personenkult betreiben. Man solle mehr die Inhalte in den Vordergrund rücken und nicht die Verbreitungsstrategien oder die besonders aktiven Handelnden. Die Diskussion findet man hier:  Personenkult-Diskussion.

2. Meine Position:

Inhalte vs. Personen und Strategien? Das Neuron-Projekt hat sich als Ziel gesetzt, Menschen zusammenzuführen, die gemeinsam an der Lösung von Problemen arbeiten (Weltverbesserung), wie dies auch im Gehirn geschieht (Neuronen interagieren und produzieren Problemlösungen).  Inhalt dieser „Vorlesung“ ist die Beschreibung der Strategien, die die Projektakteure anwenden, um ihr Ziel (Vernetzung von Menschen) zu erreichen. Insofern lassen sich Personen, Inhalte und Strategien nicht trennen.

Wie emergieren Personen, wie emergieren Ideen. Im äußerst volatilen virtuellen Raum emergieren Ideen und Personen. Der Ablauf ist folgender: Personen, die Träger einer Idee sind,  emergieren durch Handlungen. Sie werden dadurch sichtbar, dass sie ihre Ideen (Produkte) redundant in vielfältigen Kommunikationsräumen anbieten. Je stärker diese Ideen auch kohärente Präskriptionen und Handlungsvorschläge aufweisen, desto größer die Chance, dass sie nachhaltig aufgegriffen werden. Die Ideen werden weitergetragen, unabhängig von der Person, die sie angeboten hat, und gehören dann zum Kollektiv. Will die Person selbst weiterhin „emergiert“ (also im Cortex) bleiben, muss sie unablässig neue Ideen produzieren. Hat sie keine Ideen mehr, verschwindet sie wieder in untere Ebenen des Kollektivgehirns (z.B. in den Temporallappen oder in das Kleinhirn:-(((

– Natürlich können Einzelpersonen nicht ohne Unterstützung einer ganzen Reihe von weiteren Projektakteuren erfolgreich handeln. Aber bei der Beschreibung des Projektes ist man zur Komplexitätskompression genötigt und fokussiert auf eine Person als Symbol für die gesamte Gruppe (pars pro toto).

Fazit: Will man das Projekt vorantreiben, dann muss man dafür sorgen, dass Personen mit besonders projektförderlichen Handlungen solange im Fokus der Aufmerksamkeit bleiben, bis ihre Aktivität ihr Ziel erreicht hat. Das ist kein Personenkult, sondern Ideenpush, wobei die Person als Vehikel für die Idee genutzt wird.

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3 Antworten

  1. […] Systemen ist die Kompetenz eine Grundvoraussetzung um mächtig zu werden. Jeanpol nennt das emergieren. Und schreibt ähnliches in “Personenkult? Nein, sondern Fokussierung auf handelnde […]

  2. […] und bei Bedarf erläutern. Es empfiehlt sich, das Gebäude, die Metapher oder das Projekt, mit einer Person zu verknüpfen, die das Produkt symbolisch repräsentiert und auf die in diversen Kontexten fokussiert werden […]

  3. […] Durch das Internet wurde es möglich, die Aufmerksamkeitsströme gewaltig zu steigern. Das nutzte ich auch ausgiebig, z.B. “Personenkult? Nein…” […]

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