Zur Struktur von dynamischen non-stop Vorlesungen

Wenn „Vorlesung“ bedeutet, dass ein präexistierendes Wissen an Zuhörer weitervermittelt wird, dann trifft der Begriff „Dynamische non-stop Vorlesung“ zu, denn alle Bausteine, die hier eingespeist werden, liegen bereits vor. Von einer traditionellen Vorlesung unterscheidet sich diese durch folgende Merkmale:

1. Linearität a posteriori

Im Gegensatz zu traditionellen Vorlesungen, deren Inhalte linear unabhängig vom Rezeptionskontext vermittelt werden, werden hier die Bausteine stets in Bezug auf den Bedarf der Hörer eingespeist, die in einem Handlungszusammenhang (Projekt) agieren. Von Zeit zu Zeit werden die Bausteine geordnet (Zusammenfassungen), damit die Genese rekonstruierbar wird (Linearität a posteriori).

2. Hohe Redundanz

Im Gegensatz zu traditionellen Vorlesungen, die Redundanz im Text vermeiden, wird hier nach jedem Beitrag auf Fragen der Leser eingegangen, unabhängig davon, ob diese Frage bereits in einem älteren Beitrag beantwortet wurde. jeder Hörer kann zu jedem Zeitpunkt ein- und aussteigen und wieder einsteigen. Sein Platz wird warmgehalten. Der große Vorteil ist, dass auch wenn ein Punkt bereits behandelt wurde, durch die in der Zwischenzeit eingegangenen Hörerreflexionen die Antwort selbst sich auch verändert hat. Die permanente Reflexion ändert auch die Inhalte. Wenn beispielsweise zu Beginn der Vorlesung „Aufmerksamkeitsökonomie“ auf eine bestimmte Weise definiert wurde, kann es sein, dass zwei Monate später eine andere leichte Verschiebung stattgefunden hat, die nur durch das Beantworten der scheinbar redundanten Frage auffällt.

3. Breite kollektive Reflexion: Differenzierung und Integration

Die Vorlesungsstruktur sichert die Integration der unterschiedlichen Denkströme, die Kommentarstruktur sichert die Ausdifferenzierung der zentral angebotenen Gedanken.

Informationsverarbeitung und warum ich nach (mehr) Ruhm strebe

1. Informationsverarbeitung macht glücklich und warum es so sein muss

– Die Gehirnforschung zeigt (Gerhard Portele, 1975, also nicht gerade neu), dass die Verarbeitung von Informationen im Gehirn positiv dekodiert wird. Anders ausgedrückt: es macht Spaß, Informationen zu verarbeiten, Texte zu lesen verursacht Kicks. Natürlich nicht alle Informationen, sondern welche, die bestimmte Merkmale aufweisen: nicht zu einfach (Unterforderung), aber nicht zu komplex (Überforderung), quantitativ nicht zu zahlreich, aber auch nicht zu wenig, usw.). Auf diesen Punkt werde ich später inn einem eigenen Beitrag ausführlich eingehen, weil er zentral für die Gestaltung der Lernumwelt ist: die Lernumwelt muss so struktuiert sein, dass der Mensch aus ihr die richtige Dosis an informativen Stimulis aktiv holen kann.

– Dass die Informationsverarbeitung im Gehirn stark belohnt wird ist deshalb im Bauplan der Natur vorgesehen, weil wir sonst nicht reflektieren würden. Brecht sagt: „Ohne Not denkt der Mensch nicht“. Nun ist Denken unabdingbar für das Überleben, denn wir müssen uns ständig an die Veränderungen der Umwelt anpassen, also ständig Informationen verarbeiten. Auch die anderen vitalen Funktionen werden vom Organismus (Gehirn) stark belohnt. Sonst würden wir die Strapazen nicht auf uns nehmen. Wenn Essen oder Trinken nicht so positiv belohnt würde, würden wir diesen lächerlichen Vorgang nicht auf uns nehmen. Wir würden nicht Flüssigkeit (Wasser, Wein oder Bier) oder eine gelatinöse Masse (Kuchen, Fleisch, Fisch) durch eine Körperöffnung (Mund) in unser Körper hineinwürgen. Dasselbe gilt in noch höherem Masse für den Geschlechtsverkehr: wer würde die Vorarbeiten und den Vorgang selbst durchführen, wenn die Natur dies nicht mit einer großen Belohnung versehen hätte? Wer würde überhaupt auf die akrobatische Idee kommen?

2. Ruhm und Informationsverarbeitung

Wenn Informationsverabeitung „glücklich“ macht, dann müssen Menschen, die nach Glück streben, ihre Umwelt so einrichten, dass sie permanent mit informativen Stimuli versorgt werden. Da mit zunehmender Zufuhr von Stimuli der Organismus in bezug auf die Qualität der Impulse immer anspruchsvoller wird, ist es schwer eine entsprechende Menge und Qualität flächendeckend zu erhalten.

Ruhm sichert eine relativ stabile Versorgung mit Aufmerksamkeit, also mit anspruchsvollen, quantitativ hohen informativen Stimuli.

3. Mach die Menschen, die mit dir zusammenarbeiten, berühmt!

Wenn Menschen mit dir zusammenarbeiten, müssen sie belohnt werden. Sie müssen spüren, dass ihr Leben durch die Zusammenarbeit mit dir an Qualität gewinnt. Verschaffe ihnen also Aufmerksamkeit (informative Stimuli). Und das gelingt am besten im Rahmen von langfristigen „Weltverbesserungsprojekten“: Dauerflow! Allerdings müssen diese ganzen Aktivitäten einen Sinn haben. Der Sinn ist, dass unsere Problemlösekapazitäten dabei wachsen. Und hier sind wir bei der Welt, im selben Bot wie Obama!:-)))