Zielgerichtete Perturbationen oder Trollverhalten? Zur Organisation kollektiven Denkens.

In der Wikipedia werden Leute, die das Verhalten zeigen, das ich hier an den Tag lege, gerne als Trolls bezeichnet. So wurde ich auch eine zeitlang dort eingestuft, bis die zuständigen Admins zur Einschätzung kamen, dass meine Beiträge und Interventionen oft störend, aber im Ergebnis konstruktiv und weiterführend waren. Natürlich verfolge ich mit meinen permanenten, leichten Perturbationen eine Strategie. Die Perturbationen (im Sinne des radikalen Konstruktivismus) sollen Reflexionsaktivitäten auslösen. Gleichzeitig soll aber auch eine Botschaft transportiert werden, die das Projekt weiterführt. Wenn ich beispielsweise für meinen Beitrag den Titel “Jesus als Modell für Verbreitungsaktivitäten” wähle, dann weiß ich, dass ich a) durch die leichte Provokation (Perturbation) Aufmerksamkeit errege, b) Kognitive Dissonanz erzeuge (“was meint JPM damit, das ist doch starker Tobak?”) und c) Gehirnaktivität auslöse, so dass die Botschaft besser in den Fokus gerät als wenn sie ohne Perturbation serviert würde.

Der Ablauf ist also:

1. Erregung von Gehirnaktivitäten durch Perturbation,

2. Angebot einer nützlichen kognitiven Struktur (z.B. Metapher)

Hier: Verbreitung des Christentums als Modell für unser Projekt:

- Das Christentum war attraktiver als das alte Modell Judentum (weil freundlicher und offener). Dies gilt für LdL im Vergleich zum Frontalunterricht.

- Das Christentum verfügte über eine attraktive Verbreitungsgruppe mit vielseitigem Personal (Junger Mann, alter Mann, frau, usw…). Dasselbe gilt für die LdL-Bewegung.

3. Konsequenz für die Zukunft:  Wie bei der Verbreitung des Christentums müssen wir unsere Botschaft kodifizieren und eine einheitliche Terminologie etablieren. Beispiel: lieber “Netzsensibilität“, das bereits mit anderen Begriffen verwoben ist als “NetNeutralität”, das aus einem anderen theoretischen Umfeld stammt.

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