Jetzt ist der Augenblick gekommen: Netzsensibilität!

Vor langer Zeit hatte ich einen Artikel zum Lemma „Netzsensibilität“ für die Wikipedia geschrieben. Zugegeben, der Begriff stammt von mir, insofern war das nicht wikipedia-legal. Die Wikipedia duldet keine „Theoriefindung“ sondern nur die Beschreibung von Inhalten, die vielfach tradiert und abgesichert sind.

Dafür ist die ZUM offener und sie hat mir Asyl gewährt.

So fängt der Artikel an:

Netzsensibilität

Nach Jean-Pol Martin bezeichnet Netzsensibilität im Zusammenhang der Globalisierung und der Wissensgesellschaft ein kognitiv, aber auch emotional wahrgenommenes Gespür für die Interdependenz und Verwobenheit der Welt und aller ihrer Konstituenten (Menschen, Regionen, Länder, Kontinente). Die Netzsensibilität ist die Voraussetzung dafür, dass Vernetzungswünsche anderer Menschen erkannt und fruchtbar umgesetzt werden. Sie bezieht sich sowohl

  • auf „reale“ soziale Netzwerke (wie zum Beispiel eine Schulklasse, eine Organisation, eine Abteilung einer Firma)als auch
  • auf virtuelle Netzwerke wie Onlinecommunities, Projektgruppen und letztlich das gesamte Internet

Diese Kontextsensibilität ist Voraussetzung für kollektive Wissenskonstruktion

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Neuronenverhalten OK, aber nur im Kontext kollektiver Reflexion

Die Neuronenmetapher habe ich auf dem Hintergrund aufgegriffen, dass wir gemeinsam Probleme lösen müssen und das Gehirn die Architektur vorgibt für Denkorgane. Insofern können wir, wenn ein Problem gelöst werden soll, eine Gruppe als Gehirn strukturieren und zur fruchtbaren Interaktion müssen die einzelnen Menschen sich dann wie Neuronen verhalten. Das gilt beispielsweise für eine Schulklasse, aber auch für Menschen, die im Internet weltweit interagieren. Hier sollten die einzelnen schnell und offen auf Impulse reagieren. Im hierarchischen Gefüge eines Unternehmens ist es aber anders: hier soll und kann der Mitarbeiter nicht wie ein Neuron auf Befehle des Chefs reagieren. Das sind also zwei ganz unterschiedliche Kontexte.