2 Sep
Architekt Hägel
Ich sitze vis a vis cafe Anna. Sehr schöne Atmosphäre. Ich sehe Architekt Hägel und frage ihn: “was macht IN so interessant?“ Und wisst Ihr was er antwortet? Er sagt:
“Eine unbekannte und unerkannte Geschichte!“ Das ist genau meine Hypothese! Ist es nicht Wahnsinn?
Wiltrud Nosse meint, dass den Ingolstädtern ihre Tradition als jahrhundertelange Unversitätsstadt nicht bewusst ist.
4 Sep
Fatma Aydin
Fatma Aydin ist 22! Sie hat sich vor zwei Monaten mit Hilfe ihrer Familie selbstaendig gemacht und ein Frisösalon in der Proviantstrasse eröffnet. Sie wurde in Kipfenberg geboren, wo sie noch lebt, aber dort gibt es schon zwei Frisörsalons:
“IN kann noch viele Salons aufnehmen. IN hat die ideale Grösse, viel besser als München, wo man untergeht. Aber die Innenstadt ist leer. Schlecht fuer das Geschaeft.“
5 Sep
________________ Konradviertel ___________________
Barbara Plötzl
Ich sitze im Stadtteiltreff Konradviertel vor der Quartiermanagerin Barbara Plötzl:
“Es sind zur Zeit 92 Asylbewerber in IN mit 17 Kindern. Wir benötigen Sprachpaten und Menschen, die ihnen IN zeigen und Sozialkontakte aufbauen.“
Barbara stellt mir Bürger vor, die sich im Konradviertel engagieren:
Lorenz
Barbara: „Lorenz kommt aus Rumänien und ist ein Improvisationsgenie. Aus Holz macht er z.B. einen perfekten Medienschrank.“
Ingrid Urich
Sie kommt aus Tadschikistan. Liebt die Stadt SEHR. Als Angestellte unterstuetzt sie Barbara mit Begeisterung.
“Ich habe zwei Kinder und IN ist der ideale Platz fuer ihre Zukunft!“
Helga Zimmerer
Barbara: “Sie macht die Seniorenberatung und das Cafe. Ihre Themen z.B.: gesunde Ernaerung, Abgeltungssteuer, Theater… Wir haben Helga ganz bewusst angefragt, ob sie uns bei der Seniorenarbeit unterstützt.“
Reiner Hartweg
Er hat mit Barbara die Fahrradwerkstatt aufgebaut. Barbara: “Er leitet mit Fachlichkeit, Einfuehlungsvermoegen und Kreativitaet die Werkstatt.“
R.Hartweg: “Es macht Spass, Fähigkeiten freizulegen, die in den Bewohnern schlummern.“
Renate Hirschberger
“Es macht mich glücklich, wenn die Kunden zufrieden die Werkstatt verlassen“
Die Fahrradwerkstatt im Konradviertel: pic.twitter.com/CMveyXt8
_________________ Ende Konradviertel __________
Architekt Häusler
Sein Architekturbüro: http://www.oficinaa.net/
“Die Stadt hat Potenziale, die noch nicht voll ausgeschöpft sind. Es ist verblueffend, wie stark sich hier Geschichte mit gesellschaflicher Dynamik verbindet. Für mich als Architekt ist es spannend. Die Donau, beispielsweise sollte ein Rückgrat für diese schnell wachsende Stadt sein. Wir haben dafür ein Parkkonzept entwickelt:
Mojgan Hajifaraji
Sie kommt aus dem Iran. Sie setzt sich stark ein für die Entwicklung und Verbreitung des Moduls „Ingolstadt-Expertise”:
“ Ich lebe seit zehn Jahren in IN und hatte bisher nicht gesehen, wo ich meine Energie einbringen kann. Meine Identifikation mit IN war gering. Durch aktive Mitarbeit im Modul habe ich erkannt, wo ich mich für die Entwicklung der Stadt engagieren kann. Jetzt identifiziere ich mich voll! Ich Informiere soviele Menschen wie moeglich über die Potenziale der Stadt. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund sollten angeregt werden, sich politisch zu beteiligen.“
Lea Gondor und Sanja Gehbauer
“Tolle Architektur, aber am Abend ist wenig los!“
Sie verteilen Flyer: pic.twitter.com/XEFKmKIn
Heinz Giesecke
“Geographisch optimale Lage im Zentrum Bayerns. Man kann in kurzer Zeit die grossen Städte, wie München, Regensburg, Nürnberg, erreichen.“
Kenan Baysal
“Ich bin hier geboren und fühle mich wohl: Familie, Freunde und ein Job bei Audi!“
Jens Mayer
“Um die Abhängkeit von Audi zu reduzieren, bin ich für den Bau eines Hafens an der Donau“
Rüdiger Woog
Romanautor: „Meine Kreativität wird extrem angeregt in der Stadt. Jeder Stein weist auf die Geschichte hin. Wenn die Donau stärker eingebunden würde, wäre es für mich noch anregender, denn die Donau ist nicbt irgend ein Bach. Die Stadt bietet für mich und viele anderen eine dynamische Plattform. Allerdings sollte IN industriell und kulturell flexibler werden. Ein Riesenvorteil ist die Lage. Ein topographischer Brennpunkt, der Menschen anzieht. Die Interkulturalität unterstützt meine Kreativität.“
Gabriela Zeplzauer
“Eine der ersten medizinischen Universität in Deutschland war IN. Ich interessiere mich sehr für Kultur und Geschichte. Ich bin Lehrerin an der Frauenhofer Realschule und glaube, dass IN gute Zukunftsperspektiven für junge Menschen eröffnet.“
Petra Neumann
Leiterin der VHS: “IN ist nicht statisch sondern dynamisch, dank Zuwander und Internatiolität. Sonst wäre es viel zu langweilig.“
Zeliha Banu Öcal-Bizden
“Internationalität ermöglicht dass meine Tochter im Kindergarten mit anderen Kulturen in Berührung kommt.“
Jutta aus Erding
„Ich war gerade im historisch-medizinischen. Museum. Hier gibt es viel zu sehen. Ich bin zu selten in Ingolstadt!“
Reinhard Dorn
Künstler: “Bei Jazzkonzerten hast du die Mischung von Intimität und Spitzenmusikern. Das liegt an der Grösse der Stadt.“
Reinhold Denz
Deutschdozent: “Durch das Austauschprogramm bekommen wir immer mehr chinesische Studenten. Das spürt man an der Fakultät.“
Julia von der Brelie
“Es sollte mehr gemacht werden für die körperliche Aktivität von Behinderten.“
Jan von der Brelie
“lch bin sehr aktiv, aber hier gibt es fast keine integrierten Betätigungsfelder für mich!“
Tim
“Die Stadt hat Potenziale, aber durch die restriktive Freizeitpolitik wird das Leben unterbunden.“
Laura Lang
„Hier fehlt das Interesse fuer das Leben anderer Menschen. Diese Aktion hier, finde ich sehr gut!“
Thomas Thöne
“Mir gefällt die Offenheit der Menschen.“
Arslan Yilmaz Cakli
Unternehmer, Vorsitzender des Tuerkischen Kultur- und Bildungsvereins:
“Als Kind habe ich die Stadt gehasst, ich fühlte mich nicht zu Hause. Heute fühle ich mich NUR hier zu Hause. Ich kenne jeden Winkel hier. Mir fehlt ein bisschen was Verruecktes, was junge Leute, wie Studenten, “anmacht“. Es ist zu brav hier, zB. die Sache mit dem Haus am See.“
Claudius Konrad
Musiker: “Das Brodeln wird von den Künstlern selbst gemacht. Wird nicht von der Stadt unterstützt.. Es gibt wenig Bühnen. Für eine mittelgroße Stadt gibt es wahnsinnig viele talentierte Musikschaffende. Sie sind alle der Stadt treugeblieben. Man fragt sich warum. Es muss also doch etwas an IN sein, was sie hält. Für meine Art der Musik ist die Neue Welt als Zuhörer oder als Musiker ein besonderer Ort. Dank Walter Haber. In den letzten Jahren findet eine tolle Vermischung der Künste, wie z.b. bei den “Unsichtbaren Städten” letztes Jahr. IN fehlt ein Mittelpunkt. Es gibt verschiedene lodernde Flämmchen, aber kein Ort, an dem ein großes Feuer brennt. Für einen Musiker ist das IN-Publikum sehr toll! Es versteht viel von Musik, die Leute sind nicht auf Jazz und Rock fokussiert. Man darf aber nicht vergessen, dass die IN-Musikszene weit über Ingolstadts Grenzen hinauslebt, In allen den angrenzenden Gemeinden”.
Zugang zu Claudius Konrads Musik gibt es unter http://www.claudiusmusic.de/
Nachtrag
9.09.
Wolfgang Schick
Kinobetreiber: “Die Stadt hat uns phantastisch geholfen!“
Was ist besonders an Ingolstadt?
Aus allen Interviews „emergieren“ folgende Antworten:
- Weder zu klein, noch zu groß!
- Geographische Lage mitten in Bayern
- Mischung von geschichtlicher Substanz und Modernität
- Multikulti und Internationalität
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