20 Jahre später: der Gedanke der Freiheit

Zwei ehemalige, für mich sehr wichtige Schüler (Abitur 1991, wir haben drei Jahre intensiv zusammengearbeitet) haben gestern einen Kommentar in meinem Blog eingetragen, der mich sehr beschäftigt und in meiner Suche nach Perspektiven für die Zukunft bestärkt:

Es ist schon merkwürdig – unsere gemeinsame Zeit ist schon so lange her, aber bei der Lektüre Ihrer Biographie kam es uns so vor, als ob es ganz neu und frisch gewesen ist.

Ich lese mir die Artikel auf Ihrer Website immer wieder gerne durch – es kommt mir so vor, als ob sie etwas Befreiendes haben. Ich lebe in einer Umwelt aus wirtschaftlichen und machttaktischen Zwängen und vielleicht deshalb ist für mich das Anziehendste an Ihren Ideen der Gedanke der Freiheit.

Diese Einträge dienen nicht der Selbstbeweihraüchung sondern der Suche nach den Kriterien, die meine Arbeit für andere Menschen interessant macht. Dass sie von Lesern als befreiend empfunden werden kann, war mir nicht bewusst.

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7 Antworten

  1. “Ich lebe in einer Umwelt aus wirtschaftlichen und machttaktischen Zwängen”.

    Jean-Pol, du hast, wie alle Protagonisten der 68-iger Generation, für die jungen Menschen von heute das Parfum des Wilden Westens! He he!
    Ich hoffe aber doch, dass der Einfluss besser ist als der des Cowboys, der Zigaretten aus dem roten Paket raucht.

    Wir sprachen schon über unseren Werdegang – du in Deutschland und ich in Frankreich. Du hast gelehrt, und ich habe gelernt.
    Wichtig erscheint mir, dass wie beim Staffelllauf das Wissen weitergegeben wird.

    Zwänge, die dein ehemaliger Schüler in seiner Welt empfindet, können vielleicht gelindert werden, wenn du sein Bewusstsein geändert hast. Dann geht er zum Nächsten und überträgt seine Denkensweise etc etc.

    Es ist sicher ein schönes Gefühl, bei Mitmenschen Denkanstöße zu geben, die ihre Früchte tragen.

  2. @Karin
    “Es ist sicher ein schönes Gefühl, bei Mitmenschen Denkanstöße zu geben, die ihre Früchte tragen.”
    - Das erlebst du bestimmt auch. Jedenfalls tragen deine Gedanken auch Früchte bei mir!:-)

  3. Nach Jahren der Management-Orgien erleben wir jetzt, wie sich etwas ändert. Es gibt sie ja noch, die von oben abgesegneten Kurse, in denen Topmanager in Rollenspielen auf dem Boden kriechen müssen, um zu entdecken, welcher Frust schon im Uterus bei ihnen hätte abgebaut werden sollen.
    Wenn junge Menschen Manipulation und “markttaktischen Zwänge” erkennen, in denen sie stecken, dann freue ich mich, auch wenn ich die Opfer bedauere. (Ich weiß, ich weiß, wir werden alle manipuliert)
    Über Freiheit diskutieren zu wollen, das ist eine heikle Sache, so ein nie endendes Thema für lange Winterabende.
    Welche Freiheiten können wir heute in der Arbeitswelt wahrnehmen?
    @Jean-Pol, dein ehemaliger Schüler Christoph, der mit dem Fahrrad nach Frankreich fahren wird, der hat mich schon beeindruckt.

  4. @Karin
    Meine Schüler und Studenten sowie meine Familie und einige enge Freunde haben mein Leben zu einem Riesenhype gemacht. Jetzt ist es auch sehr schön, aber ich muss mich an Epikur halten und mich stärker bescheiden.

  5. Ganz bezeichnend für die Widersprüchlichkeit unserer Epoche, die durch größte Offenheit der Kommunikationsmittel auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch die Gefahren, die gerade diese Offenheit heraufbeschwört, geprägt ist: aus Vorsicht wurden die Namen der ehemaligen Schüler, die beide in der Berufswelt aktiv sind, anonymisiert.

  6. sehr cool, der thread!

  7. @Lutz
    Thx!

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